So klein und doch so eigenständig, so lässt sich Hüfingens kleinster Ortsteil Sumpfohren wohl am besten beschreiben. Nicht nur bei der Nahrungs-Grundversorgung sind die Sumpfohrener dank mehrerer Hofläden fast autark, sondern annähernd auch bei der Wärme- und Stromversorgung.

Damit noch mehr Sumpfohrener die Möglichkeit haben, ihre Häuser an das bestehende Nahwärmenetz anzuschließen, baut der Familienbetrieb Schwörer/Wolf das aktuelle Nahrwärmenetz weiter aus. Waren bisher noch 25 Haushalte angeschlossen, werden nun durch die Erweiterung des Netzes in Richtung Unterdorf weitere zehn Haushalte angeschlossen.

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Arbeiten erfolgen in Eigenleistung

Die Betreiberfamilie Schwörer/Wolf ist hier selbst ganz vorne mit dabei: Die Leitungen, beziehungsweise Rohre, werden in Eigenleistung verlegt und die Anschlüsse auch selbst in den Häusern angebracht. Somit ist die Ausweitung der Wärmeversorgung in Sumpfohren unabhängig von jeglichem Facharbeitermangel.

Die Leitungen für das Wärmenetz werden von dem Betrieb Schwörer/Wolf eigenhändig in den Sumpfohrener Straßen verlegt. Hier zu sehen ist ...
Die Leitungen für das Wärmenetz werden von dem Betrieb Schwörer/Wolf eigenhändig in den Sumpfohrener Straßen verlegt. Hier zu sehen ist Steffen Wolf. | Bild: Andrea Wieland

“Wir freuen uns sehr, dass sich weitere Haushalte dafür entschieden haben, dass sie an unser Wärmenetz angeschlossen werden und wir unser Wärmenetz weiter ausweiten können“, so der Juniorchef Steffen Wolf.

Anlage liefert Wärme und Strom

Mit ihrer Biogasanlage produziert die Familie Schwörer/Wolf bereits seit 2010 Wärme und Strom. Damals stand die große Frage im Raum, was aus dem “Abfallprodukt“ Gülle gemacht werden soll. Gemeinsam beschloss die Familie Schwörer/Wolf dann, dass eine Biogasanlage gebaut werden soll. Gleich von Beginn an sei das Interesse der Dorfbewohner sehr groß gewesen So fand sich nicht nur für die Wärme, sondern auch für das eigentliche Hauptprodukt – den Strom – ein Abnehmer.

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Erweiterung geplant

Um bei der Stromproduktion besser die Spitzen abfangen zu können, die tageszeitabhängig sind, hat die Landwirtsfamilie 2020 beschlossen, die bestehende Anlage zu erweitern. “Wir wollen weiterhin wie bisher circa 350 Kilowatt pro Stunde in das Stromnetzwerk einspeisen. Jedoch wollen wir die Erweiterung des Gärrestelagers als Puffer nutzen, um die Strom- und Wärmespitzen, die abends und im Winter entstehen, besser abzufangen“, so Steffen Wolf. “Dies macht uns flexibler.“

Hinter der aktuellen Anlage des Betriebs Schwörer/Wolf wird eine zweite Anlage gebaut.
Hinter der aktuellen Anlage des Betriebs Schwörer/Wolf wird eine zweite Anlage gebaut. | Bild: Andrea Wieland

Die Erweiterung soll es ermöglichen, Stromspitzen von bis zu 900 Kilowatt pro Stunde abzudecken. Das heißt, die Familie Schwörer/Wolf hat nun die Möglichkeit im Winter, wenn mehr Wärme und Strom benötigt wird, mehr Strom und somit auch Wärme zu produzieren. Im Sommer kann die Produktion dann wiederum gedrosselt werden.

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40.000 Liter Heizöl eingespart

Ebenso freut sich der Landwirt darüber, dass er dazu beträgt, dass Sumpfohren grüner wird. „In Summe wurden im vergangenen Jahr durch die Biogasanlage circa 400.000 Kilowatt an Wärme erzeugt. Dies entspricht in etwa 40.000 Liter Heizöl. Durch die Erweiterung der Anlage sowie der Nutzer erwarten wir, dass im kommenden Jahr über 530.000 Kilowatt, also rund ein Drittel, mehr Energie erzeugt wird.“

Über diese Entwicklung, gerade im Bezug auf die aktuellen Heizölkosten freut sich auch Ortsvorsteherin Ancilla Batsching. “Uns als Ortschaftsrat freut es, wenn sich die bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe optimieren. Es zeigt, dass sich die Landwirte für die Zukunft rüsten und an ihrem weiteren Bestehen feilen.“

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