Nach jahrelangem Hin und Her gibt es nun endlich einen Lichtblick für die Hüfinger Gemeinde Behla: Im Ortschaftsrat wurde der Aufstellung des Bebauungsplans für das Baugebiet „Baarblick Behla“ zugestimmt. Das Baugebiet, welches in die Gebiete A und B aufgeteilt ist, befindet sich parallel zur Alois-Hirt-Straße, welche in Richtung Sumpfohren führt.

Der Ortschaftsrat hat jedoch nicht den kompletten Planungen zugestimmt: Dem Gebiet A, welches sich am Ortsausgang in Richtung Sumpfohren befindet und 12 Bauplätze beinhalten soll, stimmte der Ortschaftsrat mit vier von fünf Stimmen in der Ausführung des Plans zu. Beim Gebiet B, welches sich unterhalb des Kindergartens sowie der Baarblickhalle befindet, stimmte der Ortschaftsrat den Plänen nicht zu.

Lärmschutzmauer bei Baarblickhalle

Großer Streitpunkt beziehungsweise Verbesserungsvorschlag war hier die Tatsache, dass laut aktuellem Plan lediglich eine Fußgängerverbindung zum Kindergarten beziehungsweise der Baarblickhalle eingeplant ist. Da aktuelle Richtlinien, Normen und Gesetze zum Thema Lärmschutz bei der Planung des Baugebietes berücksichtigt werden müssen, ist hier eine Lärmschutzmauer geplant, welche die Geräuschkulisse bei Veranstaltungen in der belebten Baarblickhalle minimieren sollte.

Vom Ortschaftsrat, beziehungsweise der Bevölkerung war jedoch angedacht, dass die aktuelle, von allen als gefährlich beschriebene Parksituation an der Kindertagesstätte Sankt Georg durch eine Durchfahrtsstraße in das Wohngebiet entspannt werden würde.

Die Parksituation an der katholischen Kindertagesstätte Sankt Georg sorgt für Missmut bei den Bürgern.
Die Parksituation an der katholischen Kindertagesstätte Sankt Georg sorgt für Missmut bei den Bürgern. | Bild: Andrea Wieland

Henner Lamm vom Stadt- und Umweltplanungs-Büro Kommunalplan, welcher die ersten Entwürfe für das Baugebiet vorstellte, zeigte sich hier jedoch kritisch. Einerseits wies er darauf hin, dass aufgrund dessen, dass das Baugebiet an einen bestehenden Veranstaltungsstandort angebaut wird, nachgewiesen werden muss, dass die Richtlinien alle eingehalten werden. Andererseits wäre mit einer Durchgangsstraße das Wohngebiet sehr belebt.

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Der Verbesserungsvorschlag der Ortschaftsräte, dass eine Einbahnstraße vom Gebiet B zur Kindertagesstätte führen könnte, wird jedoch nochmals geprüft. Einige Behlaer beschrieben dies in der Versammlung als „historische Entscheidung“, bei welcher die Sicherheit der nachfolgenden Generationen im Mittelpunkt stehen solle und man lieber auf zwei oder drei der sechs sich im Baugebiet B befindenden Bauplätze verzichten sollte.

Aufteilung in zwei Gebiete unvermeidbar

Die Tatsache, dass die 18 Bauplätze räumlich getrennt in zwei Baugebiete aufgeteilt sind, sorgte bei den Versammelten ebenfalls für Irritation. Hier stellte Bürgermeister Michael Kollmeier jedoch klar, dass die Zusammenführung der Bauplätze nicht möglich war, da sich die betreffenden Grundstücke in Privatbesitz befinden und die Eigentümer diese nicht verkaufen wollten. Er wies jedoch darauf hin, dass eine spätere Verbindung noch möglich sei.

Behlas Ortsvorsteher Christoph Martin (von links), Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier und Henner Lamm von Kommunalplan informieren sich über das Baugebiet.
Behlas Ortsvorsteher Christoph Martin (von links), Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier und Henner Lamm von Kommunalplan informieren sich über das Baugebiet. | Bild: Andrea Wieland

Stadtplaner Henner Lamm schlägt einen offenen Bebauungsplan vor, was beinhaltet, dass zum Beispiel Dachformen und Materialien von den Eigentümern selbst bestimmt werden dürfen, jedoch klare Bauregeln, wie eine zweigeschossige Bebauung und die Firsthöhe vorgeschrieben sind. Dies wurde von Bürgermeister Kollmeier befürwortet.

Viele Interessenten für die Bauplätze

Bereits heute hat Ortsvorsteher Christoph Martin viele Interessenten für die 18 Plätze. Der Bebauungsplan wird nun im Stadtrat vorgestellt, welcher ebenfalls darüber abstimmen muss. Im Anschluss wird der Plan einen Monat lang der Bevölkerung sowie den Behörden zur Verfügung gestellt, welche Vorschläge und Änderungswünsche einbringen können.