Mit Gewerbeflächen sieht es in Hüfingen aktuell nicht so üppig aus: Zwar gibt es Planungen für die Erweiterung des Lidl-Zentrallagers und auch oben im Weiheröschle soll ein Vollsortimenter entstehen, doch für neue Projekte fehlen die Flächen. „Wir haben konkrete Anfragen“, erklärt Bürgermeister Michael Kollmeier. Deshalb braucht es auch ein neues Gewerbegebiet: „Stand heute, brauchen wir einen Bauplatz für ein Handwerksunternehmen, dass in einer Wohnsitation eingesperrt ist und sich nicht weiterentwickeln kann.“ Und es gebe weitere Interessenten. „Wir würden dem einen oder anderen schon gerne etwas anbieten können“, erklärt Kollmeier.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Vorbereitungen dafür, dass die Stadt Hüfingen auch Bauplätze für Gewerbebetriebe offerieren kann, laufen bereits. Entlang der Hausener Straße soll auf 4,2 Hektar ein neues Gewerbegebiet entstehen. „Wir könnten dort fünf Firmen in der Größenordnung von Elektro Vater ansiedeln“, sagt Kollmeier. Nach seinen Vorstellungen könnte es durchaus sein, dass zwei oder drei Bauplätze auch sofort verkauft würden und die Stadt somit auch gleich noch zwei weitere Grundstücke in der Hinterhand hätte.

Eine Erweiterung soll jetzt schon berücksichtigt werden

Das Gebiet Ziegeleschle II soll aber nur der erste Schritt zu einer kompletten Entwicklung des Gebietes Ziegeleschle/Lorettenacker sein, das sich zwischen der Hausener, der Dögginger, Schaffhaushauser Straße und der Bundesstraße 31 erstreckt. Denn bei der Dimensionierung der Kanalisation wird bereits eine mögliche Erweiterung berücksichtigt. Durch die topographische Lage des in einem ersten Schritt zu entwickelnden Gebietes „Ziegeleschle II“ muss zum jetzigen Zeitpunkt die hydraulische Berechnung für das gesamte Gebiet ausgearbeitet und die Ver- und Entsorgungsleitungen dimensioniert werden, da bei späterer Überplanung und Bebauung dieses Gebietes die gesamte Entwässerung über
„Ziegeleschle II“ abgeleitet wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie dort dann allerdings genau die Bebauung aussehen wird, das kann Bauamtsleiterin Petra Schmidtmann-Deniz aktuell noch nicht sagen. Dazu brauche es ein entsprechendes Lärmgutachten. „Das sagt uns dann, ab wo wir überhaupt ein Wohngebiet machen können“, erklärt Schmidtmann-Deniz. Zwischen einem Gewerbegebiet und einem Wohngebiet müsste allerdings dann auch immer ein Mischgebiet liegen. Für die Planungen im Gebiet Ziegeleschle/Lorettenacker gelte: „Ich muss alles betrachten, aber nicht gleich alles entwickeln“, erklärt die Bauamtsleiterin. Wichtig sei nun, das Gewerbegebiet voranzutreiben. „Im Moment sind faktisch keine Gewerbegebietflächen mehr da“, so Schmidtmann-Deniz. Und bis der Bebauplaungsplan fertig und das Gebiet erschlossen sei, werde es wohl nächstes Jahr sein.

Drei befangene Räte und eine ist dagegen

Grundsätzlich herrscht im Gemeinderat Einigkeit, dass es ein neues Gewerbegebiet braucht. Auch wenn mit Julius Bausch (FDP/FW), Christof Faller (CDU) und Peter Albert (BFSO/Grüne) gleich drei Stadträte den Ratstisch verlassen mussten, weil sie als Anwohner, Pächter, Eigentümer oder aus sonstigen Gründen befangen waren. Ansonsten stimmten alle Stadträte mit Ausnahme von Hannah Maria Jaag (BFSO/Grünen-Fraktion), die sich gegen die Planungen aussprach, für die Aufstellung des Bebauungsplans „Ziegeleschle II“.