Ein kleines Häuschen am Fürstlich Fürstenbergischem Altenpflegeheim Hüfingen macht wieder Besuche bei Angehörigen möglich. Anton Knapp bezeichnet diese Lösung als „top Idee“.

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Knapp hatte 22 Jahre als Stiftungsratsvorsitzender für die Einrichtung Verantwortung getragen. In dieser Zeit hat er viele Entwicklungen und Konzepte im Pflegeheim mit begleitete. Daher war ihm bewusst, wie negativ sich das plötzliche Kontaktverbot auf die Psyche der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner auswirkt. Umso wichtiger sei es daher für Bewohner aber auch für deren Angehörige, alternative Lösungen zu finden, um Begegnung zu ermöglichen.

4000 Euro für den guten Zweck

„Bestens gelungen ist dies mit dem „Vis à Vis“-Haus“, findet Knapp. Laut Geschäftsführer Helmut Matt stößt es durchweg auf positive Resonanz seitens der Bewohner und deren Angehörigen. Dies gab bei Anton Knapp und seiner Ehefrau Gabi den Ausschlag, anstelle der in diesem Jahr geplanten Anschaffung zweier E-Bikes, der Einrichtung das Besucherhaus im Wert von 4000 Euro zu spenden. Über die Medien war der Altbürgermeister auf die originelle Entwicklung aufmerksam geworden. Entwickelt hat das Besucherhaus der Geschäftsführer Helmut Matt mit seinem Bruder Reinhard Matt, einem Schreinermeister aus Bad Säckingen, am Pflegeheim in Singen. Dieses Konzept sollte dann auch in Hüfingen installiert werden.

Persönlicher als Video-Telefonie

Geschäftsführer Helmut Matt berichtet von der mit dieser Lösung verwirklichten persönlichen Ebene, indem per Telefontechnik „Vis à Vis“, also von Angesicht zu Angesicht, mit den Liebsten kommuniziert werden kann. Das normale Telefonieren oder die Video-Telefonie seien einfach nicht dasselbe, wie der direkte Kontakt, bei dem sich Bewohner und Besucher gegenübersitzen – lediglich getrennt durch eine Glasscheibe, die vor der Verbreitung des Coronavirus schützt.

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„Möglichst viel direkter Kontakt ist das, was sich positiv auf Psyche und Gesundheit auswirkt“, war für den Altbürgermeister und seine Frau mit ausschlaggebend für diese großzügige Spende. Einigkeit bestand zwischen Anton Knapp und Helmut Matt jedenfalls auch darin, dass dieses Projekt durchaus auf lange Sicht sinnvoll sei. Das gelte nicht nur im Hinblick auf die wahrscheinlich noch länger andauernden Schutzmaßnahmen für Pflegeheimbewohner, sondern auch im Zusammenhang mit anderen in Zukunft auftretenden Infektionskrankheiten auch nach Corona.