Manches Osterpraliné legt sich fies auf die Hüfte. Die Osterfreude der Stadtmusik Hüfingen bleibt jedoch auch nach mehrmaligem Genuss unbedenklich und entfacht sogar die Lust auf mehr: 2:21 Minuten dauert eine schwungvolle Bild-Ton-Konserve, die das Ensemble seit Ostersonntag auf seiner Facebookseite zeigt. Es ist ein Ausschnitt des Marsches „In the Spotlight“, den Adrian Keller komponiert hat.

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Doppelkonzert zur Verabschiedung von Stefan Teichner vorgestellt werden. Doch das Coronavirus vereitelte diesen Beitrag. Jetzt steht das „Trio“, der melodische hintere Teil des Marsches durch 20 Instrumentalisten umgesetzt im Internet: Und das ganz ohne Verletzungen der Corona-Auflagen.

Balkonkonzerte regten an

Adrian Keller, Vizedirigent, Komponist und Arrangeur bei besonderen Anlässen, und Dirigent Markus Burger heckten die zumindest teilweise Veröffentlichung des im vergangenen Advent in Auftrag gegebenen Marsches aus: wunderbar passend in eine Zeit fröhlicher Balkon- und Wohnzimmerkonzerte, die im Internet zum Renner werden.

„Plötzlich fühlt man sich da wie ein Solist, weil die Nebenleute fehlen.“Adrian Keller hat den Marsch komponiert.
„Plötzlich fühlt man sich da wie ein Solist, weil die Nebenleute fehlen.“Adrian Keller hat den Marsch komponiert.

Dabei waren die Vorbereitungen für die Aufführung des Marsches schon angelaufen. Keller hatte zunächst mit einem Computerprogramm das Grundgerüst geschrieben und daraus dann gut 25 Stimmen abgeleitet. „Mitunter sind da bei einem Instrument verschiedene Stimmen vorgesehen“, sagt der 39-Jährige, der beruflich in Stuttgart bei der Bundesanstalt für Arbeit eine Künstervermittlung am Laufen hält. Da der Probenbetrieb vor dem Doppelkonzert bereits angelaufen war, betraten die Musiker der Stadtmusik in den Tagen vor Ostern kein völliges Neuland.

Demo-Band hilft beim Einspielen

Aber immerhin: Für die normalerweise im Ensemble spielenden Musiker war es Neuland, den eigenen Part in eine Videokamera zu spielen. „Plötzlich fühlt man sich da wie ein Solist, weil die Nebenleute fehlen“, hat Keller großes Verständnis für die tolle Gesamtleistung. Damit sie bei der Aufzeichnung im Takt bleiben konnten, hatten alle Musiker ein Demoband mit der Grundstruktur des Marsches vorab geschickt bekommen. Mit dieser Vorgabe via Kopfhörer im Ohr ließ sich das dezentrale Aufnahmeerlebnis stemmen.

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Der Rest erfolgte im Duett: Die beiden Dirigenten übernahmen es, die etwa 20 Ton- und Bildschnipsel zu einem zweiminütigen Hör-Praliné zusammenzufügen. Dabei kümmerte sich Burger um die Videos und Keller um die Tonspuren.

Claudia Marx moderiert an

Und weil zum echten Konzerterlebnis auch die einführenden oder erklärenden Worte einer Ansagerin gehören, ist auch die traditionelle Kraft in diesem Bereich mit von der Partie. Claudia Marx ist dem Publikum bei den Konzerten der Stadtmusik bekannt. Das so tituierte „Mini-Osterkonzert“ moderiert sie auf dem heimischen Balkon an. Hinter Rieseneiern, Holzhasen und einer Vase mit Narzissen sitzend, kündigt sie eine kleine Entschädigung für das entgangene Osterkonzert an. Nach der „Weltpremiere“ des Trios im Internet mögen sich die Freunde der Stadtmusik doch möglichst bald „In the Spotlight“ vom gesamten Ensemble anhören.

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