Lebensmittelreste, Restmüll jeglicher Art, abgestellte Kleider-Tüten und zuletzt sogar ein ausrangiertes Waschbecken: Was sich die Anwohner der Friedenstraße in den vergangenen Monaten um den Containerplatz anschauen mussten, war schlicht weg unappetitlich. Dieser nachts kaum beleuchtete Abschnitt, gegenüber einem gut frequentierten Radweg am Rand des Kofenweihers, gab zuletzt nicht die beste Visitenkarte für die Stadt ab.

„Beim Containerplatz an der Friedenstraße hatten wir in der Vergangenheit Probleme mit der Leerung“, räumt Hauptamtsleiter Horst Vetter ein. Das Ordnungsamt habe sich daraufhin mit dem Abfallwirtschaftsamt in Verbindung gesetzt. Tatsächlich wurde inzwischen ein zweiter Altkleidercontainer aufgestellt.

Pickepackevoll: Ein Altkleidercontainer eines Anbieters an der Schaffhauser Straße.
Pickepackevoll: Ein Altkleidercontainer eines Anbieters an der Schaffhauser Straße. | Bild: Wursthorn, Jens

Die Glascontainer werden im Auftrag der Landratsamtes geleert, für Ordnung rund um die Glascontainer sorgt der Bauhof. Dafür bekommt die Stadt eine Vergütung vom Kreis. Das gelte auch für den Altkleidercontainer, „Liegt da ein Sack rum, nehmen wir ihn natürlich mit“, sagt Hauptamtsleiter Vetter. Wo die Vermüllung rund um die Container zunehme, bereite dies dem Bauhof einen höheren Aufwand. Einmal in der Woche reinige der Bauhof die Containerstellplätze.

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Kaum andere Möglichkeiten gebe es bei den Containerstandorten. „Natürlich mag die niemand in der Nähe“, weiß Vetter, doch es bestünden ein paar Grundbedingungen, die die Auswahl doch sehr einschränkten. Das Areal müsse ein städtisches Grundstück sein und so groß, dass nicht nur die Zufahrt gewährleistet ist, sondern auch mit großen Lastwagen an den Containern zu manövrieren. Zudem müssten die Container auch zu Fuß erreichbar sein, Randlagen schieden da aus.

Leute haben Zeit

„Offenbar sind derzeit viele Leute beim Entrümpeln“, meint Vetter zur Häufung von abgestelltem Entsorgungsgut. Auch Martin Fetschers Annahme geht in eine ähnliche Richtung: „Derzeit räumen viele Leute ihre Kleiderschränke aus“, sagt der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes des Schwarzwald-Baar-Kreises. Diese Zunahme an Mengen trifft auf eine corona-bedingte Einschränkung für Alttextil-Unternehmen. „Secondhand-Läden hatten zu. Deshalb wurden noch verkaufbare Stoffe nicht abgenommen“, sagt Fetscher.

Andere Firma für Abfuhr zuständig

Das gilt auch für die Firma FWS, mit der das Landratsamt zusammenarbeitet. Dieser Partner hat im Auftrag des Kreises blaue Altkleidercontainer aufgestellt und lässt sie von einem Subunternehmer leeren. Der habe gewechselt – und werde die Missstände, die Fetscher auch von anderen Containerplätzen gemeldet werden, ab nächster Woche abstellen. Ein Anfang sei gemacht mit einem zweiten Altkleidercontainer an der Friedenstraße.

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Der Altkleider-Container an der Friedenstraße sei schon bisher regulär wöchentlich geleert worden. Im Durchschnitt würden die blauen Container der Altkleider-Kooperationssammlung alle zwei Wochen geleert, an einzelnen Standorten im Kreis geschehe die Leerung sogar zweimal die Woche, abhängig von der Frequentierung, sagt Fetscher.

Lösung soll Rotkreuz-Kreisverband helfen

Und die wirkt momentan sehr hoch. Allerdings hätten nicht nur die privat aufgestellten Alttextilbetriebe das Problem, die gesammelten Textilreste, mit Einnahmen verbunden, weiterzureichen. Der Rotkreuz-Kreisverband hat auch Altkleider-Container aufgestellt. hat einen Altkleider-Annahmestopp verhängt. Spendenwillige sind gebeten, ihre Kleiderreste zunächst zuhause zu behalten, weil Container-Abfuhren ausfielen. Hier seien sein Amt und der DRK-Kreisverband in Gesprächen. Eine gemeinsame Lösung stehe unmittelbar bevor, kündigt Martin Fetscher an.

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