Okay, dass in der Mitte eine Lücke zwischen den beiden Baugebiets-Teilen klaffte, weil die Grundstücke wohl nicht zur Verfügung stehen, stört zwar den einen oder anderen in der Stadt, es schien aber zu verschmerzen zu sein. Auch beim Ortschaftsrat herrschte Freude, dass doch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden sollen: zum einen Bauplätze für diejenigen, die im Ort bleiben wollen oder sogar für ein paar Neubürger, zum anderen auch die langersehnte Straße, die eine Verbindung von der Baarblickhalle ins Neubaugebiet schafft und so gleichzeitig die Situation am Kindergarten erheblich entspannen soll.

Ungereimtheiten im Bereich B

Doch jetzt kommt alles ein bisschen anders als ursprünglich geplant: Behla bekommt zwar sein Baugebiet, in einem ersten Schritt soll jedoch nur der vordere Teil erschlossen werden. Der andere Bereich, der unmittelbar an die Baarblickhalle angrenzt, wird warten müssen. „Im Bereich B gibt es noch viele Ungereimtheiten und wir möchten eine dauerhafte und nachhaltige Lösung“, sagt Ortsvorsteher Christoph Martin und gibt sich ungewohnt diplomatisch.

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Denn es gibt scheinbar nicht nur die offene Frage mit der Verbindungsstraße, die der Ortschaftsrat will, die aber gar nicht so leicht realisierbar ist. Denn das Neubaugebiet soll gleichzeitig gegen Lärm, der in der Baarblickhalle entsteht, geschützt werden. Eine Lärmschutzwand verliert allerdings ihre Wirkung, wenn sie von einer Straße unterbrochen wird. Und ohne Lärmschutz müsste womöglich auf einige Bauplätze, die an die Halle angrenzen, verzichtet werden.

Peter Albert lässt die Katze aus dem Sack

Es ist dann der BFSO/Grünen-Fraktionssprecher Peter Albert, der die Katze aus dem Satz lässt. Ohne großes Aufsehen äußert er seine Verwunderung und spricht damit aber gleichzeitig ein weiteres Problem an: „Unsere Fraktion ist verblüfft, dass nicht alle Grundstücke im Teil B im Besitz der Stadt sind“, sagt er und fügt hinzu: „Bisher dachten wir, dass das nur im Teil C der Fall ist.“

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Scheinbar hat die Stadtverwaltung im Mai dem Gemeinderat locker Planungen für ein Baugebiet präsentiert, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal feststand, ob die Grundstückseigentümer überhaupt ihren Grund und Boden verkaufen wollen. Offenbar ist das in diesem Falle nicht ganz so ausgeschlossen wie im Gebiet C. Was an diesem Abend niemand offen anspricht, aber was durchaus im Vier-Augen-Gespräch geäußert wird: Es bedarf in dieser Angelegenheit wohl eines „Chefgesprächs“.

Sigmund Vögtle wetterte

Mit Grundstücksverhandlungen ist das in Hüfingen scheinbar so eine Sache: In der gleichen Sitzung war das bereits bei einem anderen Sachverhalt geäußert worden. Nämlich als es um die Bushaltestellen an der Schaffhauser Straße ging. „Ich will, dass man in die Puschen kommt und endlich ernsthafte Gespräche führt. Natürlich wollen die Leute Geld dafür“, wetterte SDP-Stadtrat Sigmund Vögtle und fügt hinzu: „Ich bin enttäuscht, dass nicht mit den Leuten geredet wurde.“ Es war die Stadtbaumeisterin Petra Schmidtmann-Deniz, die dann verkündete, dass es sehr wohl Gespräche gebe. „Wir sind auf der einen Seite in relativ guten Verhandlungen“, erklärte sie. Auf der anderen Seite sehe es allerdings nicht so gut aus.

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Es war scheinbar auch Petra Schmidtmann-Deniz, die die Wogen in Behla glättete und an diesem Abend auf der Verwaltungsbank den Tagesordnungspunkt bestimmt und alle Fragen beantwortet. Da ist der Ortsvorsteher voller Dank für ein Treffen, bei dem vieles geklärt wurde: „Wir haben uns noch einmal alles erklären lassen – nicht nur durch politisches Bauchgefühl, sondern auch durch Fachwissen.“ Deshalb solle nun das Gebiet A vom Gebiet B losgelöst auf den Weg gebracht werden.

„Wer getrennt plant, wird viele Überraschungen erleben“

Das wiederum findet FDP/FW-Fraktionssprecher Adolf Baumann gar nicht gut. „Selbstverständlich respektieren wir den Beschluss des Ortschaftsrats. Aber mir gefällt die ganze Geschichte nicht“, kritisiert der langjährige Stadtrat, der schon bei der Planung von vielen Baugebieten am Tisch saß. „Wir haben die Bereiche A und B und die freie Fläche C. Wer getrennt plant, wird viele Überraschungen erleben“, prognostiziert er. Das ganze Gebiet müsse als eine Einheit gesehen werden. „Wenn wir in Hektik und Hastigkeit etwas durchziehen, werden wir hinterher Nachteile haben.“ Und außerdem müsse man auch hinter dem Erwerb „von weißen Flächen“ her sein. Das gefällt auch der SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell: „Wir bitten auch, dass die Ausführungen von Adolf Baumann berücksichtigt werden und dass man sich daran hält.“