Strahlender Sonnenschein und muntere Alpakas erwarteten die SÜDKURIER-Leser. Gemeinsam mit Lisanne Schöndienst unternahmen sie mit den Tieren einen spannenden und interessanten Spaziergang rund um Sumpfohren.

„Auch wenn sie so aussehen: gestreichelt werden sie nicht gerne“, erklärte Lisanne Schöndienst vor dem Spaziergang. Bevor es mit den Alpakas an der Leine aus deren Gehege geht, sind einige Dinge zu beachten. Wie ist die Leine richtig zu halten? Dürfen die Tiere am Wegesrand fressen – und was tun, wenn tatsächlich eines mal ausbüxt?

Lisanne Schöndienst erklärt, worauf beim Spaziergang mit den Alpakas genau zu achten ist – und hat interessierte Zuhörer.
Lisanne Schöndienst erklärt, worauf beim Spaziergang mit den Alpakas genau zu achten ist – und hat interessierte Zuhörer. | Bild: Simon, Guy

Danach ging es ab auf die Wege Sumpfohrens und hinab ins Dorfzentrum. Wer die Befürchtung hatte, mit Alpakas und dem Lama Tajo vorneweg, man sei unsicher ob der Größe der Tiere und der fehlenden Vertrautheit mit ihnen, wurde eines besseren belehrt. Zutraulich, aber mit respektvollem Abstand zueinander fanden Leinenführer und Tiere schnell zusammen. Mit dabei ist etwa der sechsjährige Julian und die siebenjährige Katja, für die das Führen ihres Alpakas kein Problem darstellt.

Video: Guy Simon

An der Kirche geht es schwungvoll die Treppen hinauf und schließlich auf die Feldwege Sumpfohrens. Rainer Deutschbein läuft an der Spitze mit Tajo. Angst hat er keine, auch wenn das Lama etwas größer ist: „Es macht Spaß und ist eine tolle Erfahrung“, sagt er.

Video: Guy Simon

Aufregung und Galopp

Plötzlich kommt etwas Aufregung in die Gruppe, der kleine Alpaka Gabriel galoppiert einige Meter nach vorne. „Das ist ganz normal“, erklärt Lisanne Schöndienst. Alpakas seien Gewohnheitstiere. Die regelmäßigen Spaziergänge seien sie gewohnt, ebenso den Kontakt zu Menschen – und eine gewisse Ordnung beim Laufen. So mag manch einer dann eher weiter vorne mitlaufen. Oder: Er hat sich auf dem Feld vor einer Maus erschreckt.

Jana (links) und Julian laufen mit dem kleinen Alpaka-Hengst Gabriel. Der stärkt sich auf der Wiese mit einem Imbiss.
Jana (links) und Julian laufen mit dem kleinen Alpaka-Hengst Gabriel. Der stärkt sich auf der Wiese mit einem Imbiss. | Bild: Simon, Guy

Begleitet wird die Gruppe zudem von Hund Lennard, der entspannt den kompletten Weg mitläuft. Er kennt die Tiere, sie ihn. Schöndienst rät aber davon ab, mit unbekannten Hunden am Spaziergang teilzunehmen.

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Etwas außerhalb von Sumpfohren gibt es eine kleine Pause. Sind Kinder dabei, dann geht es die kleinere Runde um den Ort. Auf der Wiese dürfen die Alpakas etwas Gras fressen. Und hier darf auch mal der Hals der Tiere gestreichelt werden. Die Verantwortung, ein Alpaka führen zu dürfen, das gefällt den Kindern und schein auch für etwas Stolz zu sorgen. Entsprechend bekommt Lisanne Schöndienst auch etliche Fragen gestellt, die sie geduldig beantwortet: „Immer im Frühjahr werden die Tiere geschoren. Bevor es heiß wird.“

Kurze Verschnaufpause für die Gruppe draußen auf den Wiesen vor Sumpfohren. Die Alpakas nutzen die Zeit zum Fressen.
Kurze Verschnaufpause für die Gruppe draußen auf den Wiesen vor Sumpfohren. Die Alpakas nutzen die Zeit zum Fressen. | Bild: Simon, Guy

Die Spaziergänge sind die Alpakas und die zwei Lamas schon derart gewohnt, dass das fehlende Pensum während der Corona-Zwangspause dazu führte, dass regelrechte Rangkämpfe bei den Hengsten ausbrachen. Der Lauf um Sumpfohren gehört mittlerweile zu ihrer Routine: „Sie sind einfach Gewohnheitstiere.“

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Und für gewöhnlich führt die Runde gegen Ende beim Brunnen unterhalb der Kirche vorbei. Bei den hohen Temperaturen freuen sich die Alpakas über die Erfrischung und schlürfen das Wasser.

Wenn es so heiß ist, dann bekommen auch die Tiere Durst. Der Brunnen wird von den Alpakas für eine Erfrischung genutzt.
Wenn es so heiß ist, dann bekommen auch die Tiere Durst. Der Brunnen wird von den Alpakas für eine Erfrischung genutzt. | Bild: Simon, Guy

Die Gruppe kommt schließlich wieder am Gehege an. Dort steht fast allein der Hengst Pepper und schaut über das Gatter. Allerdings wartet er nicht auf seine Alpaka-Genossen, sondern späht zu den Stuten ins gegenüberliegende Gehege.

Er darf dort nicht hin, die SÜDKURIER-Leser allerdings schon. Zum Abschluss werden die Alpaka-Damen noch etwas gefüttert. Nach etwas vorsichtigem Beobachten trauen sich auch die Kinder, den Tieren eine Handvoll Futter anzubieten, das rasch aus der Hand geknibbelt wird.

Video: Guy Simon

Der Spaziergang war ein tolles Erlebnis. Für die Alpakas aus Gewohnheit und für die menschlichen Teilnehmer als neue Erfahrung mit tollen Tieren. „Es war interessant, wie die Alpakas folgten“, sagt Helena Kerlach. Sie sei überrascht gewesen, wie zutraulich sie seien, auch zu den Kindern: „Mann kann das mit der ganzen Familie machen. Man fühlt sich absolut sicher.“

Schließlich geht es an der Kirche vorbei wieder in Richtung des Alpakahofes der Familie Schöndienst. Vorneweg läuft Hund Lennard, der ...
Schließlich geht es an der Kirche vorbei wieder in Richtung des Alpakahofes der Familie Schöndienst. Vorneweg läuft Hund Lennard, der die Gruppe entspannt begleitet. | Bild: Simon, Guy