Peter Müller bleibt ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Hüfingen, der Gemeinderat hat ihn mehrheitlich für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Auf Antrag von Stadtrat Michael Steinemann von der BFSO/Die Grünen-Fraktion konnte die Abstimmung nicht per Akklamation erfolgen, sondern musste in geheimer Wahl durchgeführt werden. Daneben hatte Steinemann auch die geheime Abstimmung für den Gutachterausschuss beantragt, da er der Meinung ist, dass bei personenbezogenen Wahlen grundsätzlich geheim abgestimmt werden sollte.

Müller mit drei Gegenstimmen im Amt bestätigt

Wie Bürgermeister Michael Kollmeier erläuterte, hatte Peter Müller im zeitlichen Vorfeld seine Bereitschaft erklärt, für weitere fünf Jahre das Ehrenamt des städtischen Behindertenbeauftragten zu übernehmen. Aus den Reihen der Gemeinderatsfraktionen, die der Bürgermeister Ende Januar dieses Jahres die Möglichkeit eröffnet hatte, weitere Kandidaten und Kandidatinnen zu benennen, waren laut Kollmeier keine weiteren Vorschläge eingegangenen. Bei seiner geheimen Abstimmung votierte der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen mehrheitlich für eine weitere fünfjährige Amtszeit Peter Müllers als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter.

Auch außerhalb der Sprechstunden wird Müller um Rat gefragt

Beim eigentlichen Wahltermin, da wohl verschoben worden war, weil es wohl hinter den Kulissen Diskussionen gegeben hatte, dass es nicht möglich gewesen sei, alternative Vorschläge zu benennen, blickte Müller auf seine Tätigkeit als Behindertenbeauftragter zurück. Im Mai 2009 hatte er die ehrenamtliche Tätigkeit übernommen. In Hüfingen gebe es aktuell 1024 Menschen mit einer Behinderung, der Grad reiche von 20 und 100 Prozent. „Wir haben wirklich, wie alle Gemeinden, Schwerbehinderte“, sagte Müller. Seine Sprechstunde werde gut angenommen und auch werde er häufig außerhalb der Sprechzeiten um Rat gefragt. So sei er beispielsweise auch schon am Heiligen Abend angerufen worden. „Es war ein Behinderter, der sehr traurig war. Das hat mich schon sehr mitgenommen und ich habe überlegt, ob es wirklich richtig war, meine private Nummer rausgegeben“, sagt der Behindertenbeauftragte.

Es gibt noch viele Stellen in der Stadt, wo Müller Handlungsbedarf sieht

Neben der Hilfe bei Behördengängen bringe er auch Vorschläge ein, die die Barrierefreiheit in Hüfingen verbessern könnten. So fehle beispielsweise im Stadtzentrum eine Behinderten-Toilette, und auch die richtige Ausweisung von Behindertenparkplätzen würde er seit Jahren bemängeln. Und im Rathaus sei der der barrierefreie Zugang zur Galerie und zum Stadtbauamt nicht möglich, ebenso könnte die Eingangstüre von Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, nicht eigenständig geöffnet werden. „Es braucht einen langen Atem und mich muss immer wieder darauf hinweisen“, so Peter Müller.