Mundelfingen – Das Wanderheim Burgmühle am Kreuzungspunkt von mehreren Wanderwegen liegt in idyllischer Lage umgeben von fünf Schluchten inmitten der Gauchachschlucht. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Wanderer und alle, die für ein paar Stunden umgeben von viel Natur das Leben genießen wollen. Jahrelang fristete das seit 1928 im Besitz der Naturfreunde Villingen stehende Haus ein Schattendasein. Der Verein hatte das Gebäude von der Gemeinde Mundelfingen gekauft.

2015 holten die neuen Pächter Christa Friedrich und Carsten "Leo" Gebhardt das Wanderheim aus seinem Dornröschenschlaf. Sie hauchten dem jahrhundertealten Gemäuer, dessen erste schriftliche Erwähnung aus dem Jahr 1475 stammt, frischen Wind ein. Mit einer Lizenz zur Ausgabe für Essen und Getränke waren die beiden Mundelfinger gekommen und hatten als Hüttenwirte auf Anhieb Erfolg. Freilich kam ihnen zugute, dass sie von allen Himmelsrichtungen aus erreichbar sind, allerdings nur zu Fuß: Von Döggingen aus kann die Strecke auf einem Premiumwanderweg zurückgelegt werden. Auch aus Mundelfingen, Bachheim und anderen Orten, von denen aus das Wanderheim angesteuert werden kann, bietet sich den Wanderern auf dem Weg eine Fülle an Naturschönheiten.

"Wir erfüllten uns mit unserem Faible für die Schönheiten der Natur und das Gespräch mit Menschen als Hüttenwarte der Burgmühle einen Traum", berichtet Leo Gebhardt. Beide hätten sich auf Anhieb mit dem Gedanken angefreundet, das Haus zu pachten. Freilich wollten sie die Möglichkeiten, die das Haus auch als Übernachtungsstätte bietet, wieder nutzen. Dabei standen sie gegen Ende der vergangenen Wandersaison vor einem weiteren wegweisenden Schritt.

Das Haus entspricht als Übernachtungsstätte in keiner Weise mehr den gültigen Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften. Doch die Frage, ob es weitergehen soll, stellte sich für die beiden zu keinem Zeitpunkt. Sie hatten sich nun einmal entschlossen, das Wanderheim so zu betreiben, dass es wieder für Übernachtungen genutzt werden kann. Außerdem setzen sie sich dafür ein, die Grundlagen für eine positive und rentable Bewirtschaftung zu legen. Auch ist es ohne Sanierungsmaßnahmen unmöglich, die Substanz des denkmalgeschützten Gebäudes zu erhalten.

Die Fülle der Aufgaben hat uns beeindruckt, sagt Carsten Gebhardt im Hinblick auf die in der Wintersaison durchgeführten Arbeiten. Zu ihnen zählten die Verbesserung des Brandschutzes, die Installation einer umweltverträglichen Heizung und die Sanierung des Daches. Hinzu kommen laufend weitere kleinere und größere Maßnahmen, die notwendig sind, um die Burgmühle auf dem Laufenden zu halten.

"Ein weiteres Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist der Ausbau des benachbarten historischen Turbinenhauses zu einem Seminarraum", erklärt Friedrich. Damit wollen die beiden Hüttenwarte Wandervereinen, Gesellschaften und Organisationen, die in idyllischer Lage einen oder mehrere Tage verbringen möchten, eine weitere Alternative für einen Aufenthalt in der Schluchtenregion bieten. "Damit wir alle unser Vorhaben auch finanziell stemmen können, sind wir auf Zuschüsse angewiesen", bemerkt Christa Friedrich. Auch seien sie auf der ständigen Suche nach Sponsoren.

Zum Wanderheim

Das Wanderheim Burgmühle der Naturfreunde Villingen ist aus Richtung Bachheim kommend vom Wanderparkplatz Burgmühle, aus Döggingen vom Bahnhof und aus Richtung Mundelfingen vom Parkplatz am alten Wasserreservoir aus erreichbar. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr. Offizielle Eröffnung ist am 8. April zu Beginn der Osterferien. Weitere Auskünfte gibt es unter Telefon 07654 553 oder burgmuehle@gauchachschlucht.de. (bom)