„Diese Themen passen in dieser Stadt einfach zusammen“, sagt Bürgermeister Michael Kollmeier. Damit bezieht er sich auf den Vortrag des bekannten Volkskundlers und Fernsehkommentators Werner Mezger. Der wird am Mittwoch, 16. Mai, 20 Uhr, in der Hüfinger Stadthalle zum Thema „Fastnacht und Fronleichnam“ referieren. Die Veranstaltung läuft in Kooperation mit dem katholischen Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Hüfingen.

„Die Veranstaltung richtet sich an alle Bewohner der Baar. Gerade für Narrenzünfte und die Seelsorgeeinheiten dürfte das sicher sehr interessant sein“, so Kollmeier. Man erwarte, dass der ein oder andere zum Vortrag nach Hüfingen komme. Immerhin gebe es niemanden, der den Zusammenhang zwischen Fastnacht und Fronleichnam besser erklären könne als Werner Metzger. Fastnacht und Fronleichnam in einem Atemzug zu nennen – das klingt heute wie eine freche Respektlosigkeit gegenüber dem Herrgottstag und seiner Würde. Dabei gab es im späten Mittelalter zwischen beiden Festen eine enge Beziehung, ja sogar einen regen Austausch. Alle heutigen Fastnachtsfiguren haben nämlich ihren Ursprung in den Prozessionen des 15. Jahrhunderts, in denen wie in einem großen, mobilen geistlichen Schauspiel biblische Szenen aufgeführt wurden, deren Figurenrepertoire von Christus selber über die Engel und Heiligen bis hinunter zu den Teufeln und Dämonen reichte. Und eben die furchterregenden Teufelsverkleidungen und Dämonenlarven aus dem Prozessionswesen durften einmal im Jahr, in den Tagen vor Aschermittwoch, aus den kirchlichen Requisitenkammern für die Fastnacht ausgeliehen werden. Das war der Anfang aller späteren Fastnachtsverkleidungen.

Diesem spannenden Stück Ideengeschichte geht der Vortrag nach. Städte mit großen und schönen Fronleichnamsprozessionen haben in aller Regel auch prachtvolle Fastnachten. Das kommt nicht von ungefähr. Hüfingen ist ein Beispiel dafür. Und wenn man etwa in Rottweil Fronleichnam inoffiziell als „Sommerfasnet“ bezeichnet hat, so war das keineswegs nur eine substanzlose Frivolität, sondern es steckte durchaus ein Körnchen Wahrheit darin.