Damit haben Udo und Lore Baumeister aus Bräunlingen nicht gerechnet, als sie am Mittwochmorgen, 25. April, in die Zeitung schauen. Sie werden auf einen Artikel aufmerksam, bei dem ein gewisser Karl Hensler aus Behla in seinem Gewächshaus im Garten einen Ehering gefunden hat (Der SÜDKURIER berichtete). Lore Baumeister überfliegt den Text: „Ganz interessant“, denkt sie sich. Dann kommt sie an die Stelle, an der die Inschrift des Ringes zur Sprache kommt: „Da stand ‚Lore 25. Januar 1969’ – unser Hochzeitstag. Und mein Name“, sagt sie.

„Das sind ja wir“, erklärt sie ihrem Mann. Und tatsächlich: Das Ehepaar aus Bräunlingen greift zum Telefonhörer und ruft in Behla an. Dort freut sich Karl Hensler, der den Ring entdeckt hat: „Das ist doch mal eine schöne Geschichte.“ Einen Tag nach Beginn der Suchaktion melden sich die Besitzer. Noch viel schöner ist das, weil Udo und Lore Baumeister 2019 ihre Goldene Hochzeit feiern. Mit einem großen Blumenstrauß und warmen Dankesworten treffen die Baumeisters schließlich in Behla bei Karl Hensler ein. Den Ring wieder zu bekommen, das hielten sie für ausgeschlossen. Ganze 13 Jahre war das edle Stück verschwunden, bis es in einem Garten in Behla wieder aufgetaucht ist.

„Ich habe mein Leben lang mit Metall gearbeitet und durfte den Ring daher beruflich nicht tragen. Ich habe mir dann geschworen dass ich ihn anziehen werde, sobald ich in Rente gehe“, berichtet Udo Baumeister. Als er 2005 schließlich in Rente geht, beschäftigt sich der heute 73-Jährige in seinem Garten. Dort verliert er vermutlich auch den Ring, der über die Erddeponie in Hüfingen schließlich nach Behla gelangt sein muss. Für das Ehepaar kommt die Nachricht über den wieder aufgetauchten Ring einem Lotterie-Gewinn gleich: „Darüber hätte ich mich wohl auch nicht mehr gefreut“, sagt Lore Baumeister. Vor lauter Glück habe sie überall angerufen und davon berichtet: „Alle haben eine Freude an dieser Geschichte.“ Bei all der Freude entdecken Finder Karl Hensler und die Baumeisters noch etwas: Udo Baumeisters Patenonkel und Karl Henslers Patentante waren miteinander verheiratet. Der Ring blieb also immer in Familienbesitz.