Hüfingen – 150 Jahre Breitensport und zum Teil sogar erfolgreicher Leistungsport: Der Turn- und Sportverein (TuS) Hüfingen blickt auf eine lebendige Vereinsgeschichte seit seiner Gründung im Jahr 1868 zurück. Am 26. Oktober diesen Jahres feiert der Verein sein Jubiläum mit einer großen Sportgala in der Hüfinger Festhalle. Die Besucher erwartet ein buntes Programm, unter anderem mit dem Magier und ehemaligen TuS-Mitglied David Pricking, dem Pianisten und Hüfinger Tischtennis-Spieler Kuno Kürner, einer Turn- und Tanzeinlage von Vereinsmitgliedern sowie einer Pole-Dance-Show von Giovanna Laufer.

Die Hüfinger Turner waren schon vor vielen Jahrzehnten gern gesehene Gäste bei Turnfesten – hier mit dem Programm Frühlingsreigen im Jahr 1919 in Donaueschingen.
Die Hüfinger Turner waren schon vor vielen Jahrzehnten gern gesehene Gäste bei Turnfesten – hier mit dem Programm Frühlingsreigen im Jahr 1919 in Donaueschingen. | Bild: Archiv Martin Kleinert

Einhundertfünfzig Jahre, das bedeutet unzählige Teilnahmen an Turnfesten und Ligaspielen, aber auch Pokalerfolge, Medaillen, Meisterschaften und mitreißende Emotionen bei sportlichen Auf- und Abstiegen. So liest man in einer Festschrift aus dem Jahre 1993, dass „es fast zur Regel wurde, dass in den frühen Vereinsjahren bei Turnfesten der Name Hüfingen ganz oben auf der Siegerliste stand.“

In der jüngeren Vergangenheit zählen mit Sicherheit der Aufstieg der Volleyball-Damenmannschaft in die Oberliga und die Badenliga-Auftritte der Tischtennis-Spieler zu den Momenten, die man zukünftig stolz in seiner Chronik präsentiert.

Ganze Familiengenerationen aktiv

Einhundertfünfzig Jahre Vereinsleben sind aber genauso gut mit einem Mehrgenerationentreff gleichzusetzen. Denn tatsächlich zieht der Hüfinger Turn- und Sportverein ganze Familiengenerationen nebst Angehörige und Verwandtschaft in seinen Vereinsbann. Kaum ein Nachname erscheint auf der Mitgliederliste nur ein einziges Mal.

Als Beispiele sind hier – neben vielen anderen aktiven oder passiven, treuen Familienmitgliedern, Trainern und Helfern – zum Beispiel die Namen Wiehle, Dannegger oder Gutzeit zu nennen. Erstgenannte hat bis vor kurzem mit dem 80-jährigen Hubert Wiehle den ältesten Trainer des Vereins gestellt. Erst vor wenigen Wochen hat er seinen Übungsleiterposten im Turnsegment niedergelegt, den er über viele Jahrzehnte inne hatte. Auch Sohn Matthias Wiehle (Turnen) mit seiner Ehefrau Manuela Wiehle (Volleyball) und beiden Söhnen Luis und Enrico sind begeisterte Mitglieder und Sportler.

Die Angehörigen der Familie Dannegger gelten weit über Hüfingen hinaus als Tischtennis-Ikonen. So zählt der 80-jährige Siegfried Dannegger zu den ältesten aktiven Vereinsmitgliedern, erkämpfte sich bei Tischtennis-Weltmeisterschaften in der Altersklasse 60/70 einen Rang unter den besten 32 von über 300 Teilnehmern sowie unter den besten Acht der Deutschen Seniorenmeisterschaften. Sein Sohn Phillip Dannegger ist früherer Deutscher Seniorenmeister im Doppel.

Verein hat auch Sorgen

Ebenfalls aus der Tischtennis-Riege stammt der Vereinsvorsitzende im Bereich Wirtschaftsbetrieb, Christian Gutzeit, der seit seinem sechsten Lebensjahr im Verein aktiv ist, manche Entwicklungen aber mit Sorge betrachtet. „Wir sind stolz auf eine seit viele Jahren konstante Mitgliederzahl von rund 1000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, beobachten aber, dass das ehrenamtliche Engagement immer stärker nachlässt. Hier müssen wir Wege und Lösungen finden, wenn der Verein sein Angebot in diesem Rahmen weiterhin aufrechterhalten möchte“, sagt Gutzeit.

Der Vorstand des Turn- und Sportvereins Hüfingen (von links): Joachim Seidel, Renate Seidel, Jörg Johannsen, Jan-Carsten Reich, Karin Bader und Christian Gutzeit. Bild: Thomas Kring
Der Vorstand des Turn- und Sportvereins Hüfingen (von links): Joachim Seidel, Renate Seidel, Jörg Johannsen, Jan-Carsten Reich, Karin Bader und Christian Gutzeit. Bild: Thomas Kring | Bild: Thomas Kring

Einhundertfünfzig Jahre bedeuten also auch, dass sich zahlreiche sport- und vereinsbegeisterte Personen finden müssen, die sich in dieser Gemeinschaft ehrenamtlich engagieren, sei es als Vorstandsmitglied, Sportrat, Abteilungsleiter, Trainer oder Betreuer. Derzeit sind es rund 65 an der Zahl.

Haben bis vor wenigen Jahren Renate Seidel und ihr Mann Joachim Seidel, der als Ehrenvorsitzender ausgezeichnet wurde, den Verein nahezu in Eigenregie geführt, waren es zwischenzeitlich drei Bereichsvorsitzende, die sich den stets wachsenden Aufgabenberg teilten.

Derzeit führen Jan-Carsten Reich als Vorsitzender Sportbetrieb und Christian Gutzeit als Vorsitzender Wirtschaftsbetrieb die Geschicke des Turn- und Sportvereins. Zu organisieren und verwalten sind dabei nicht nur der regelmäßige Trainings- und Wettkampfbetrieb, sondern unter anderem auch Veranstaltungen wie das Nikolausturnen, Wanderungen, Sporttage, das Dreikönigstheater, die Teilnahme bei „Hüfingen spielt“ oder die von Luzia Dilger-Rosenstiel organisierten und seit vielen Jahren beliebten Volleyball-Stadtmeisterschaften.