Mit einer nahezu ausverkauften Premiere startete das zehnte Hüfinger Sommmertheater in seine Jubiläumsspielzeit. Vor 20 Jahren, am 9. Juli 1998, ging die zwischenzeitlich im weiten Umkreis renommierte Hüfinger Freilichteinrichtung mit dem Revolutionstheater erstmals an den Start. Bei seiner zehnten Auflage – es hat sich in den letzten Jahren ein Zweijahresturnus eingespielt – heißt es auf dem Gelände am Römerbad „Des Lebens Kunst – Luzian Reich der Jüngere und die junge Frau in Baaremer Tracht“.

Über 350 begeisterte Premierengäste zeigen sich beeindruckt von der Jubiläums-Aufführung des Hüfinger Sommertheaters. Alle Bilder: Roland Sigwart
Über 350 begeisterte Premierengäste zeigen sich beeindruckt von der Jubiläums-Aufführung des Hüfinger Sommertheaters. Alle Bilder: Roland Sigwart | Bild: Roland Sigwart

21 Akteure sind am Werk

Die weit über 350 Premieregäste zeigten sich rundum begeistert von dem, was die engagierte, 21-köpfige Laienschauspieltruppe um Regisseur Paul Siemt in zeitaufwändiger Probenarbeit auf die Beine gestellt und jetzt erstmals eindrucksvoll präsentiert hat. Langanhaltender, tosender Applaus war der Lohn des Premierepublikums – und selbst Hausherr Bürgermeister Michael Kollmeier zeigte sich nach der Schlussszene mächtig stolz, was das Ensemble wieder Beeindruckendes auf die Hüfinger Freilichttheaterbühne gezaubert hat.

Verführung: Haupdarstellerin Johanna Sennhofer alias Ronja Wagner verführt ihren Mitmalerschüler Jakob Schuster, der von David Preis gespielt wird.
Verführung: Haupdarstellerin Johanna Sennhofer alias Ronja Wagner verführt ihren Mitmalerschüler Jakob Schuster, der von David Preis gespielt wird. | Bild: Roland Sigwart

Die Blumen, die er jedem einzelnen Schauspieler am Schluss der Premiere überreichte, waren da nur ein ganz kleines äußeres Zeichen des Danks für den enormen Zeitaufwand, den die Schauspieler mit viel Herzblut in das Stück investiert haben.

Die Schlüsselszene, in der das Bild entsteht, um das sich das Theaterstück dreht: Ronja Wagner als Johanna Seehofer und Frieder Schräbler als Luzian Reich der Jüngere.
Die Schlüsselszene, in der das Bild entsteht, um das sich das Theaterstück dreht: Ronja Wagner als Johanna Seehofer und Frieder Schräbler als Luzian Reich der Jüngere. | Bild: Roland Sigwart

Das Stück wurde wie jedes Mal eigens von Autor und Regisseur Paul Siemt exakt auf die Verhältnisse des eingespielten Hüfinger Ensembles abgestimmt geschrieben. Als Kernthema hat sich Siemt die bekannte Hüfinger Künstlerfamilie Reich um die Jahre 1847 bis 1850 herausgepickt, angereichert durch die fiktive Johanna Sennhofer (klasse gespielt von Ronja Wagner), die als weibliche Malerin in der von Männern dominierten Zeit beruflich Fuß fassen möchte.

Schweißtreibende Bilderszene bei heißen Sommertemperaturen: In dicken Pelz gehüllt, stellen Verena Hall (links) und Loreen Grüninger in der Breg unter der Römerbrücke ein Winterbild auf Schlittschuhen dar.
Schweißtreibende Bilderszene bei heißen Sommertemperaturen: In dicken Pelz gehüllt, stellen Verena Hall (links) und Loreen Grüninger in der Breg unter der Römerbrücke ein Winterbild auf Schlittschuhen dar. | Bild: Roland Sigwart

Die Gegenwart ist mit dabei

Siemt baute aber auch eine lesbische Patchwork-Familie aus der Gegenwart in das Stück ein, die das Geschehen vor über 150 Jahren aus heutiger Sicht reflektiert. Klasse auch, dass die Beteiligten allerlei Hüfinger Lokalkolorit, örtliche Besonderheiten und einheimische Kraftausdrücke in das muntere Stück eingeflochten haben.

Als Erzählerin geleitet Heidi Mayer-Löhr das Publikum durchs Theaterstück. Im Hintergrund die Hüfinger Künstlerfamilie Reich, deren Geschichte einen der Schwerpunkte des Stücks bildet.
Als Erzählerin geleitet Heidi Mayer-Löhr das Publikum durchs Theaterstück. Im Hintergrund die Hüfinger Künstlerfamilie Reich, deren Geschichte einen der Schwerpunkte des Stücks bildet. | Bild: Roland Sigwart

Das Ensemble

Als Schauspieler beteiligt sind beim 2019er-Jubiläums-Sommertheater: Heidi Mayer-Löhr, Helmut Vogel, Rosi Haag, Ralf Breuninger, Frieder Schräbler, Susanne Hauser-Wollenberg, Sonja Bühler, Alexander Bühler, Kurt Löhr, Eleonore Szeglat, Ronja Wagner, Hansjörg Mayer, David Preis, Vivienne Bühler, Verena Hall, Birgit Lutz, Loreen Grüninger, Timon Vosseler, Vanessa Skodell, Stefan Wagner und Reinhard Isak. Ergänzt wird das Ensemble von den sechs Musikern Frank Heuft, Stefanie Schempp-Demirez, Lukas Schröder, Valentin Moosmann, Manuel Martin und Kai Armbruster, der die Begleitmusik individuell komponiert hat.

Auch die Hüfinger Blumenteppiche an Fronleichnam, die Franz Xaver Reich 1841 aus dem italienischen Portici und Resina nahe Neapel in die Bregstadt gebracht hat, werden beim Hüfinger Sommertheater thematisiert.
Auch die Hüfinger Blumenteppiche an Fronleichnam, die Franz Xaver Reich 1841 aus dem italienischen Portici und Resina nahe Neapel in die Bregstadt gebracht hat, werden beim Hüfinger Sommertheater thematisiert. | Bild: Roland Sigwart

Alles rund ums Sommertheater

  • Die Vorstellungen: Insgesamt finden drei Sommertheater-Aufführungsblöcke von jeweils Mittwoch bis Samstag statt: vom 24. bis 27. Juli, vom 31. Juli bis 3. August und vom 7. bis 10. August, jeweils auf dem Gelände am Hüfinger Römerbad. Muss das Freilichttheater aus Witterungsgründen abgesagt werden, steht jeweils der Sonntag als Ausweichtermin zur Verfügung.
  • Der Ort: Auf einer offenen und überdachten Tribüne können rund 380 Zuschauer Platz nehmen. Trotz des Hochsommers wird empfohlen, für die kühler werdenden Abendstunden unbedingt eine Jacke mitzunehmen.
  • Die Zeiten und Preise: Einlass auf das Theatergelände, das von den Berghexen und dem FC Hüfingen bewirtet wird, ist jeweils ab 19 Uhr. Um 20.15 Uhr startet die Vorstellung, die bis etwa 22.30 Uhr dauert. Vergünstigte Vorverkaufstickets für elf (Schüler) oder 16 Euro (Erwachsene) gibt es bei der Hüfinger Tourist-Info im Rathaus, im Bräunlinger Tourist-Infoamt, bei der Tourist-Information in Donaueschingen und beim Donaueschinger Reisebüro Bühler. Auch bei der Bad Dürrheimer Kur- und Bäder und dem Amt für Kultur in Villingen-Schwenningen sind Eintrittskarten erhältlich. Restkontigente von Tickets (falls vorhanden) sind jeweils an der Abendkasse erhältlich für 13/19 Euro.