Hüfingen – Seine Entdeckungstour entlang den Kunstwerken im öffentlichen Raum begann Anton Knapp am Marienbrunnen vor dem Rathaus, der aus dem Jahr 1703 stammt und mit einer Marienstatue von Bildhauer Johann Baptist Riegger gekrönt ist, die symbolisch für die damalige Zeit steht. Die Verbindung zwischen historischer Bausubstanz und Moderne gelang dem Hüfinger Bildhauer Michael Mayer im Süßen Winkel. Hier steht eine Stahlskulptur des Baptistles, die ihren Standort hinter dem Rathaus erhielt, um nicht in Konkurrenz zum Marienbrunnen zu stehen. Zudem war das Baptistle ein Schalk, der die Obrigkeit hinterlistig auf den Arm nimmt. Eine Eigenschaft, die durch den Standort zusätzlich verdeutlicht wird.

Ein Beispiel für verständliche Kunst sind die Bronzefiguren vor dem Altenpflegeheim, welche drei Lebensphasen lebensecht darstellen. So spielen die Kinder am Brunnen, die Mutter steht am Stadtbächle mit Einkaufstasche und vor dem Altenpflegeheim sitzen zwei Senioren. Viele der neueren Kunstwerke entstanden dank der Unterstützung von Spendern oder auch durch Zuschüsse. Andere, wie der neue mosaikartige Anstrich im Durchgang des Stadttors, entwickelten sich aus praktischen Gründen. Ein religiöses Thema in eine moderne Zeitphase setzte Bernhard Wintermantel vor dem Stadttor um. Er modellierte Anfang der 1980-er Jahre eine Marienstatue für die Abzweigung nach Bräunlingen.

Entlang der Breg in Richtung der Insel steht die lebensecht gestaltete Bronzefigur einer Waschfrau des italienischen Künstlers Dario Dall Olos. Hier verbinden sich moderne Kunst mit dem Leben der damaligen Zeit, als die Menschen ihre Wäsche am Bach reinigten. In der Mitte der Breg steht das Liebespaar des Keramikers Klaus Schultze, der auch die Keramiksitzbänke auf der gegenüberliegenden Uferseite gestaltete. Diese Keramikskulpturen entstanden in den Anfangsjahren des Töpfermarkts. Die Sitzbänke entstanden aus den Keramikscherben, die auf Grund eines Sturms entstanden, der damals über den Markt wehte.

Vorbei an diversen Exponaten in der Altstadt führte die Route über die ehemalige Feldwegbrücke über die Breg in die Moderne. Sie beginnt mit der Bebauung auf Hohen und In Kofen, die auf der anderen Bregseite beginnt. Das Viadukt selbst ist ein beeindruckendes Beispiel alter Brückenbaukunst. Um den Übergang von der Altstadt in die Moderne der Baugebiete zu symbolisieren, steht in unmittelbarer Nähe zur Brücke das Hüfinger Tor, eine Skulptur von Manfred Emmenegger-Kanzler. Nahezu unbekannt steht Meyers Bildhauerarbeit zu den drei Silberscheiben aus dem Reitergrab inmitten des Wohngebietes an der Gierhalde. Die Originale der Scheiben, die aus der Alemannenzeit stammen und als erstes Zeugnis der Christianisierung in Hüfingen gelten, sind im Landeskunstmuseum in Stuttgart zu sehen.

Am Kofenweiher ragt die vom Keramiker Emmenegger-Kanzler entworfene Skulptur einer Vase in den Himmel, die Ehrenbürger Anton Knapp als Geschenk für seine Amtszeiten erhielt. Auf festem Sockel stehend, symbolisiert sie die solide Finanzsituation der Stadt, die Stäbe, aus der die Vase geformt ist, weisen auf die vier Amtszeiten hin. Vor dem Schulmuseum steht eine lebensechte Skulptur des jungen Ernst Schmid, die einem Schülerfoto nachempfunden ist.

Ein Kunstgenuss besonderer Art ist die Bronzefigur "Mann mit Koffer" aus dem Jahr 2014. Die Gesichtsmimik des Reisenden schwankt zwischen Skepsis und Erleichterung, vielleicht weil er trotz den Schwierigkeiten, die es auf den Zugfahrten gibt, an seinem Ziel angekommen ist. Das letzte Exponat der Tour entlang der Kunst im öffentlichen Raum steht hinter der Bushaltestelle bei der Volksbank. Der Eurobrunnen entstand in den Anfangsjahren der neuen Währung nach einer Idee des Hüfingers Michael Mayer. Rings um den Brunnen ist eine Sitzbank platziert, auf der sich zwei jugendliche Bronzefiguren schüchtern annähern. Der Titel "Emozione" soll auf die Emotionen hinweisen, die der Euro bis zum heutigen Tag auslöst.