Die Lebensqualität in der Stadt für alle Generationen auf lange Sicht halten, einzelne Bereiche sogar ausbauen und auf diesem Weg die Bürger mitnehmen: Dieser Ansatz steckt im Konzept des Hüfinger Zukunftsdialogs. Ziemlich genau ein Jahr nach der positiv bilanzierten Premiere geht der Blick in Richtung einer zweiten Auflage. Dabei gilt es am einzigen Manko zu arbeiten.

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Unter den rund 120 Bürgern, die am 22. Oktober 2018 in der Stadthalle an 14 Themenständen mit Fachleuten ins Gespräch kamen, waren junge Leute wenig vertreten. „Ganz so schlimm war es nicht“, relativierte Hauptamtsleiter Horst Vetter am Donnerstag, die vehement geäußerte Kritik in einer Gemeinderatssitzung im vergangenen Dezember.

Junge Eltern mit Kiga-Interesse

Junge Eltern interessierten sich durchaus etwas für Schulbelange und Betreuungsangebote in den Kindergärten. Was aber tatsächlich fehlte, seien die jungen Erwachsenen bis etwa 25 Jahre gewesen.

Gespannte Erwartung: Rund 120 Hüfinger bringen sich mit vielen Ideen in die Premiere des Zukunftsdialogs ein.
Gespannte Erwartung: Rund 120 Hüfinger bringen sich mit vielen Ideen in die Premiere des Zukunftsdialogs ein. | Bild: Simon, Guy

Wie lässt sich der Altersschnitt an diesem Infoabend ändern? Es könne ein erweiterter Themenzuschnitt sein. Die Themen der Premiere entwickelte eine sogenannte „Spurgruppe“, bestehend aus Bürgern innerhalb und außerhalb des Gemeinderats.

Die Spurgruppe findet zusammen

Die Stadtverwaltung habe mögliche Teilnehmer eingeladen. Ob vereinsaffin oder mit Migrationshintergrund: Grundsätzlich könne bei der Vorbereitung des nächsten Zukunftsdialogs jeder mitarbeiten – und dabei gerne aktiv auf die Stadtverwaltung zugehen.

Markus Leichenauer beteiligt sich mit roten Klebepunkten am Zukunftsdialog im vergangenen Jahr.
Markus Leichenauer beteiligt sich mit roten Klebepunkten am Zukunftsdialog im vergangenen Jahr. | Bild: Simon, Guy

Diese Mitmachfunktion ist noch nicht „freigeschaltet“. Im Spätjahr 2020 soll Runde 2 des Zukunftsdialogs starten. Zwei Jahre Abstand seien bezüglich Aufwand und Themenlage genau richtig, gab Vetter auch die damalige Beschlusslage des Gemeinderats weiter. Dennoch könnten die Vorbereitungen erst dann beginnen, wenn die geschätzt wieder rund 20000 Euro Kosten im Haushaltsplan stehen.

Hunderte Anregungen aus Versammlung

Von den Anregungen der Bürger, denen Bürgermeister Michael Kollmeier ein breites kommunalpolitisches Interesse attestierte, zehrt die Verwaltung weiter. Denn aus den Präsentationen zu Verkehr, Wohnen, Wirtschaft, Bildung oder Finanzen entwickelten sich Diskussionen am Stand, vor allem aber hunderte schriftlich formulierte Anregungen, die in der Nachbereitung der Versammlung systematisch geordnet und auf der Homepage der Stadt einsehbar sind.

Im Ampelmodus präsentieren sich hier auf 26 Seiten bereits umgesetzte, in Prüfung begriffene oder nach Prüfung verworfene Vorschläge. „Wir werden diese Datei demnächst wieder aktualisieren“, sagte Vetter. Gleichwohl zeigen viele grüne und rote Punkte, dass die Verwaltung tätig war – wenn auch nicht im Sinne der Antragsteller.

Kein Bauernhofkindergarten

So sind im Abschnitt Kindergärten bedarfsbedingt weder ein Waldkindergarten noch ein Bauernhofkindergarten in Sumpfohren unsetzbar noch generell kleinere Kindergartengruppen. Aufgenommen hat sich die Stadt des Themas Gebührenminderung.

Workshops in der Festhalle. Der Zukunftsdialog Hüfingen soll 2020 fortgesetzt machen.
Workshops in der Festhalle. Der Zukunftsdialog Hüfingen soll 2020 fortgesetzt machen. | Bild: Simon, Guy

Den breitesten Raum nehmen Anregungen im Bereich Verkehr ein. Auffällig sind viele punktuelle Aspekte, die mit einen Nein beschieden wurden. So werden weder die Schaffhauser Straße breiter gebaut (Lärmschutz) noch ein Halteverbot für anlieferende Laster für die Blumengeschäfte an der Hauptstraße verhängt (Geschäftsbetrieb).

Lehrer parken weiter gebührenfrei

Verworfen wurde auch die Anregung, in der vorderen Alemannenstraße ein Halteverbot zu installieren. Parkende Autos, so die Begründung, hätten eine verkehrsberuhigende Wirkung. Aufatmen können Lehrkräfte der Lucian-Reich-Schule, die aus Freiburg anfahren. Laut rotem Punkt auf der Maßnahmenliste dürfen sie auch künftig gebührenfrei an der Schule parken. Das würde die Qualität des Arbeitgebers Schule einschränken.

Querung zwischen Rathaus und Kirche

Wegen der Vorgaben für Landesstraßen darf die Hauptstraße nicht in eine Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Zwischen Rathaus und Kirche kümmert sich die Verwaltung derzeit um eine von mehreren Bürgern geäußerte Anregung. Gewünscht wird eine Querungshilfe. „Wir haben mit der Verkehrsbehörde Kontakt aufgenommen. Ein Termin findet statt“, sagte Vetter. Auch des Themas Zebrastreifen bei Aldi nehme sich die Stadt an. Fragt sich, ob sich die Ergebnisse in der Liste demnächst grün oder rot präsentieren.

Die Ausarbeitung

Die Maßnahmenliste zum ersten Hüfinger Zukunftsdialog ist auf der Stadthomepage www.huefingen.de als Download hinterlegt. Am einfachsten gelangt man zu dieser Datei, indem man in der Suchfunktion Zukunftsdialog eingibt.