Jetzt wird es noch teurer. Denn der schwere Unfall am Donnerstagnachmittag auf der Bundesstraße 31 hat aufgrund seiner umweltschutzrelevanten Komponenten ein Nachspiel. Beim Zusammenstoß von drei Fahrzeugen auf Höhe des Lidl-Zentrallagers wurde der Tank eines beteiligten Lastwagens beschädigt, 200 Liter Dieselkraftstoff liefen aus und verteilten sich auf die Fahrbahn und ins Bankett.

Zwar gelang es der Feuerwehr Hüfingen einen Teil des Kraftstoffs abzubinden, aber dennoch wird für die weiteren Entsorgungsarbeiten eine Spezialfirma benötigt. Während es am Freitagvormittag seitens der Polizei zunächst hieß, diese Spezialfirma werde noch im Laufe des Tages das verschmutzte Erdreich auf eine Länge zwischen 200 bis 300 Meter abtragen, verschieben sich diese Arbeiten nun doch.

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Am Vormittag hätten sich Mitarbeiter des Amtes für Wasser- und Bodenschutz im Landratsamt die Situation angesehen und Bodenproben genommen, sagt Achim Hall, Leiter der Straßenmeisterei Hüfingen. Während dieser Zeit war die rechte der beiden in Richtung Döggingen führenden Fahrspuren aus Sicherheitsgründen für zwei Stunden gesperrt worden. Die Untersuchungsergebnisse stünden noch aus, daraus folgend auch der Umfang der künftigen Vorgehensweise.

Die Spuren zeigen es: Die Feuerwehr Hüfingen hat während der Unfallaufnahme ausgelaufenen Kraftstoff abgebunden. Dennoch drang Diesel ins Erdreich. Wie tief und auf welcher Strecke das Bodenmaterial ausgetauscht werden muss, wird noch geklärt.
Die Spuren zeigen es: Die Feuerwehr Hüfingen hat während der Unfallaufnahme ausgelaufenen Kraftstoff abgebunden. Dennoch drang Diesel ins Erdreich. Wie tief und auf welcher Strecke das Bodenmaterial ausgetauscht werden muss, wird noch geklärt. | Bild: Wursthorn, Jens

Vermutlich werde die Spezialfirma einen Teil des Banketts herausnehmen müssen, so Hall: Ein Teil der Sanierung, bei dem sich die Versicherung des Verursachers einbringen dürfte.

Die Zahl der Unfälle, in deren Folge Treibstoff austritt, hätten zugenommen, so die Einschätzung von Hall. Das hänge zunächst einmal mit dem zunehmenden Lastwagenverkehr zusammen. Gerade bei größeren Schäden und wenn ein Bodenaustausch notwendig wird, habe man speziell dafür ausgestattete Firmen an der Hand. Die Folgen des Unfalls am Donnerstag jedenfalls seien für die Straßenmeisterei allein nicht zu bewältigen.

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Von einer vermutlich teuren Angelegenheit sprach auf SÜDKURIER-Anfrage Stefany Lambotte vom Umwelbüro des Gemeindeverwaltungsverband. Trete Öl aus, habe dies schwerwiegende Folgen. Die vom Öl durchdrungene Bodenschicht sei irreversibel zerstört: kleinste Lebenwesen und Pflanzen. Der Boden müsse abgetragen und auf einer Spezialdeponie entsorgt werden: auch um zu verhindern, dass das Öl auf dem Weg in die Tiefe das Grundwasser erreicht. Wäre das Grundwasser kontaminiert, wäre der bereits bestehende Schaden noch ungleich höher. Von Fall zu Fall unterschiedlich sei das Volumen des Materialaustauschs unterschiedlich. Bei einer asphaltierten Strecke sei das anders als im Gras. Das Bankett neben der Fahrbahn sei zwar verdichtet, aber wasserdurchlässig. Ein Austausch deshalb unumgänglich.