Die Bürgerinitiative gegen weitere Mobilfunkanlagen in Hausen vor Wald hat Fahrt aufgenommen. Aus den ursprünglich sechs Initiatoren sind mittlerweile rund 40 Unterstützer geworden. „Die Initiative ist am Wachsen, wir sind sehr zufrieden“, sagt Jürgen Albicker, Sprecher der Initiative. Ins Leben gerufen wurde sie, als die Pläne bekannt wurden, auf dem Auenberg einen 30 Meter hohen Mobilfunk-Sendemasten der Telekom zu bauen.

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Erste Veranstaltung für Bevölkerung

Auch eine erste Informationsveranstaltung für die Bevölkerung wurde schon organisiert. Dort erklärte Albicker, worum es der Initiative eigentlich gehe. Er wies darauf hin, dass der Bau einer Mobilfunkanlage durch die Telekom keine Verbesserung für andere Netzbetreiber wie Vodafon oder O 2 bringen und somit einen weiteren Ausbau nach sich ziehen würde. Ebenso lägen keine konkreten Fakten vor, welche Bürger mit welchen Netzen Probleme hätten. „Handelt es sich etwa um eine Investition auf gut Glück?“ Für die kritischen Standorte Halle und Rathaus sehe die Bürgerinitiative eine technisch ausgereifte Lösung durch den Anschluss der Gebäude an das Breitband und der Einrichtung eines öffentlichen WLAN, das bei Veranstaltungen aktiviert werden könne. Überhaupt plädiert Albicker für die Nutzung der Breitbandversorgung: „Das funktioniert hier super.“ Die Bürgerinitiative begrüße den Ausbau von Breitband. So sei sichergestellt, dass in den Haushalten genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen und die mobilen Anwendungen durch lokale LAN- und WLAN- Anbindungen abgedeckt werden könnten und einen weiteren mobilen Ausbau überflüssig mache.

Gesundheit ist wichtiger Faktor

„Das Thema polarisiert. Das wissen wir“, sagt Albicker. Er wolle nicht darüber diskutieren, wie das jemand bei sich zu Hause mache. „Da muss jeder seinen Weg finden.“ Dennoch wolle er für das Thema sensibilisieren. Besonders, wenn es im öffentlichen Raum wirkt: „Die Digitalisierung ist notwendig. Es geht nur um den Weg, den sie nimmt.“ Und wenn dabei die Gesundheit eine Rolle spiele, müsse man darüber nachdenken. „Dieser Punkt lässt sich heute nicht mehr diskutieren, man berücksichtigt die Erkenntnisse oder ignoriert sie“, so Albicker. Mittlerweile belegen über 560 Studien die Zusammenhänge zwischen Elektrosmog und einer Vielzahl von Erkrankungen wie zum Beispiel Autoimmunerkrankungen, Unfruchtbarkeit, Aufmerksamkeitsdefizite, Tumorbildungen oder Veränderungen der Hirn-Blut-Schranke.

Informieren, nicht missionieren

Einen wesentlichen Einfluss auf die gesundheitlichen Folgen durch Elektrosmog gingen natürlich direkt mit der Nutzung der mobilen Endgeräte einher. Albicker führte die Empfehlungen des Ministeriums für Strahlenschutz auf. Dort werde empfohlen, dass eine Reduzierung der Nutzung mobiler Endgeräte der beste Weg sei. Aber warum engagiert sich Albicker in diesem Bereich? „Manche wissen einfach nicht, welche Folgen so etwas hat. Wir wollen nicht missionieren, sondern informieren.“ Im Endeffekt mache jeder sowieso, was er für richtig halte. Wichtig sei ihm, dass über das Thema gesprochen werde, bevor der Funkmasten aufgestellt werde: „Wenn es entschieden ist, dann hat das keinen Wert mehr.“ Bei der Stadt- und Ortsverwaltung sei man zu Gesprächen bereit. Der Ortsvorsteher habe ein offenes Ohr und auch mit Bürgermeister Michael Kollmeier und Stadtbaumeister Leopold Jerger habe es schon einen Austausch gegeben. Und einen kleinen Erfolg kann die Initiative hier schon verbuchen: „Zur Standortfrage und deren Auswirkung auf die Strahlenbelastung prüft ein unabhängiger Gutachter vom TÜV“, sagt Albicker. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut, leider mit unterschiedlichen Zielsetzungen.

Wie geht es weiter?

Man wolle die Aufklärung der gesundheitlichen Folgen von Mobilfunkstrahlung weiter vorantreiben. Interessierten Vereine oder Gruppierung wird die Möglichkeit angeboten, zusätzliche Infoabende bei der Initiative anzufragen. Bürger, die die Initiative unterstützen möchten, können sich bei Jürgen Albicker (jalbicker@t-online.de) oder Simone Martin melden.