Der Fürstenberg bietet auf seinen Wegen aus eine herrliche Rundumsicht auf die Baarlandschaft. Damit diese auch genossen werden kann, wurden an geeigneten Stellen bereits vor Jahren Sitzgelegenheiten installiert. Zwei Dutzend Holzbänke sind es inzwischen. Diese müssen allerdings auch betreut und gepflegt werden, damit sie zum Verweilen einladen.

Lack blättert ab

Holz verwittert mit der Zeit, ohne die nötigen Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten brechen hie und da mal die Latten auseinander oder blättert der Lack ab. Doch wer kümmert sich übers Jahr um die schönen Sitzbänke und bessert sie wieder aus?

Der Fürstenberg lockt mit zahlreichen Rundwanderwegen und schönen Aussichten auf die Baar. Viele Sitzbänke laden Wanderer und Spaziergänger zum Verweilen und Genießen ein.
Der Fürstenberg lockt mit zahlreichen Rundwanderwegen und schönen Aussichten auf die Baar. Viele Sitzbänke laden Wanderer und Spaziergänger zum Verweilen und Genießen ein. | Bild: Gabi Lendle

Der höchstgelegene Ortsteil mit großer Historie hat mit Markus Erhart einen gleichermaßen rührigen wie auch engagierten Bürger aufzuweisen. Der kümmert sich seit vielen Jahren liebevoll um alle Bänke auf dem Fürstenberg. Ehrenamtlich – versteht sich.

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„Man hat mich vor über zwanzig Jahren einmal gefragt, ob ich die Bänke rundherum um den Fürstenberg pflegen könnte. Da habe ich ja gesagt und mache es heute noch“, erzählt der 76-jährige Unternehmer. „Ich bin gerne und viel im Wald und auf dem Berg unterwegs, meistens zu Fuß oder mit dem Quad. Dabei kontrolliere ich immer die Bänke an ihren verschiedenen Standorten“, erzählt der Handwerker.

15 Jahre Ortsvorsteher

Im Jahr 1982 hatte er in Fürstenberg eine Heizungs- und Sanitärtechnik Firma gegründet hat. Diese wird heute von seinem Sohn Wolfgang geführt, Vater Markus ist aber immer noch im Betrieb tätig. 15 Jahre war Erhard stellvertretender Ortsvorsteher und saß fünf Jahre im Hüfingen Gemeinderat.

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Die Bänke liegen ihm sehr am Herzen, und werden von Spaziergängern und Wanderern gerne genutzt. Kein Wunder, hat man von den meisten einen wunderschönen Blick über die hügelige Heimat und bei guter Fernsicht rücken die Alpen ganz nah heran.

Zwei Arten von Bänken

„Wir haben zwei Arten von Bänken. Die meisten bestehen aus einem Betonsockel und im Sitzbereich sowie an der Rückenlehne aus Fichtenholz- oder Tannenholzlatten. Die ganz robusten Bänke sind sowohl im Sockelbereich als auch im Sitz- und Lehnenbereich aus sehr dicken Stämmen gezimmert“ berichtet Markus Erhart.

Diese äußerst robuste Bank hat Markus Erhart repariert und neu gestrichen. Mutwillig wurde sie von Unbekannten den Abhang hinunter geworfen und musste mit viel Aufwand zu ihm nach Hause transportiert werden.
Diese äußerst robuste Bank hat Markus Erhart repariert und neu gestrichen. Mutwillig wurde sie von Unbekannten den Abhang hinunter geworfen und musste mit viel Aufwand zu ihm nach Hause transportiert werden. | Bild: Gabi Lendle

Eben erst hat er eine solch massive Bank in dunkelbraun wieder einsatzfähig gemacht. Obwohl sie richtig schwer ist, wurde diese Bank mutwillig den Hang hinuntergeschmissen. Dabei ging das Geländer kaputt und die Bank musste aufwendig mit dem Schlepper hochgezogen werden. In seiner heimischen Werkstatt hat Markus Erhart sie repariert und neu gestrichen.

Sinnlose Vorfälle

„Übermäßiger Vandalismus ist aber kein Thema auf dem Fürstenberg, dennoch sind die durchschnittlich ein bis zwei Vorfälle im Jahr überflüssig und sinnlos“, sagt Ortsvorsteher Werner Bäurer. Bäurer ist dankbar, dass Markus Erhart sich als gute Seele um die Bänke kümmert. Für ihn werten sie die verschiedenen Wanderwege rund um Fürstenberg positiv auf. „Wenn wir ihn nicht hätten, müsste der Bauhof die Reparaturen vornehmen. Das könnte dann aber nicht in diesem Maße und so zeitnah erfolgen, wie Markus Erhart das erledigt“ sagt er.

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Allerdings wendet der Handwerker ein: „Ich kann das nur so abarbeiten, wie mein Betrieb das zulässt.“ Wenn eine Bank mit Betonsockel defekte Latten hat, werden sie nach Möglichkeit von Markus Erhart an Ort und Stelle repariert. Dann muss er mit seiner Werkzeugkiste anrücken.

Unsichtbarer Helfer

Oft muss er sie abschrauben und in seiner Werkstatt anhobeln und wieder frisch streichen. Oder gänzlich ersetzen. Danach erstrahlen sie im neuen Glanz und müssen wieder am Sockel angeschraubt werden. „Das fuchst manchmal schon, wenn zum Beispiel die Dübel oder Schrauben nicht mehr richtig passen“ erzählt Markus Erhart. Dennoch verrichtet er diese Dienste an den Sitzgelegenheiten gerne. Als unsichtbarer Helfer freut er sich immer wieder, wenn Naturfreunde auf „seinen Bänken“ Platz nehmen.