Mundelfingen – "Der Ertrag ist toll und die Vielfalt ist phänomenal", freut sich Alfred Bausch. Dieses Jahr lagert er in seiner Doppelgarage zwischen Keplerweg und Wutachstraße über 130 verschiedene Sorten an Zier- und Speisekürbissen. In den vergangenen Wochen erntete er sie gemeinsam mit seiner Familie auf einem Acker nahe Hüfingen und im großen Garten seines Wohndomizils. "Kürbisse haben immer wieder etwas Neues zu bieten. Form, Farbe, Pigmentierung oder Größe führen zu einer Vielfalt an Pflanzen, deren Skulpturen vielfach wie kleine Naturkunstwerke erstrahlen", sagt Bausch. So vielfältig wie die Formen ist auch das Gewicht der geernteten Früchte, das sich in diesem Jahr zwischen 20 Gramm und rund 15 Kilogramm bewegt.

Originell pigmentierte kleine Zierkürbisse und (von links) die Speisekürbisse Butternut, Bischofsmütze oder weißer Halloween stehen bei den Kunden aktuell hoch im Kurs.
Originell pigmentierte kleine Zierkürbisse und (von links) die Speisekürbisse Butternut, Bischofsmütze oder weißer Halloween stehen bei den Kunden aktuell hoch im Kurs.

Längst sind die Kürbisse von Alfred Bausch ein Mundelfinger Exportschlager zur Herbstzeit. Vor etwas mehr als zehn Jahren startete er mit der ersten Saat der Pflanzensamen mit einem Hobby, dessen Dimensionen er damals noch nicht abschätzen konnte. Es sei eine Kürbissausstellung gewesen, die ihn einst auf die Idee brachte, im Garten seines Wohnhauses den Kürbisanbau in Eigenregie zu starten. Nach Rücksprache mit Ehefrau Margarete und seinen Töchtern erweiterte Alfred Bausch die Anbaufläche nach und nach. Schnell stellte er fest, dass der Garten des Eigenheimes zu klein war. Vor ein paar Jahren kam eine Ackerfläche hinzu.

Seither ist Alfred Bauschs Vielfalt der Kürbisse ein gefragter Artikel zur Herbstzeit. Sei es als typisches Symbol für Halloween, zum Kochen, zur Zierde oder als willkommenes Material für Kunstwerke. Die Bestellliste an Kürbissen verlängert sich stetig. Kindergärten, Schulen, Vereine, Sozialeinrichtungen, Gaststätten und vor allem auch Privatpersonen melden ihr Interesse an. Und: "Vor Jahren begannen wir die Kürbisse während des Töpfermarkts feil zu bieten." Der Verkauf in der Hüfinger Hauptstraße ist der einzige Fixtermin, an dem Bausch seine Kürbisse außerhalb Mundelfingens präsentiert.

Eine Garage voller Kürbisse präsentiert sich den Besuchern. Bild: Rainer Boombardi
Eine Garage voller Kürbisse präsentiert sich den Besuchern. Bild: Rainer Boombardi

"Auch bei den Kürbissen gibt es Modeerscheinungen, die letztlich davon abhängen welche Sorten überhaupt gedeihen": Bausch erläutert, dass es diverse Sorten gibt, die nicht in allen Jahren gleich gut wachsen. "Momentan sind weiße Sorten im Trend, da sie sich farblich gut gestalten lassen. Die typischen orangenen Halloween-Kürbisse, die sogenannten Pumpkins, aus denen sich hervorragend Gesichter schnitzen lassen, sind ein Dauerbrenner. Doch auch Sorten wie Hokaido oder jede Art von Zierkürbissen laufen immer." Von letzteren merkt sich Bausch im Gegensatz zu den Speisekürbissen keine Namen. Bei den Speisekürbissen, die sich in Bauschs Doppelgarage präsentieren, sind meist das Ursprungsland, ihre Zubereitungs- und Verwendungsmöglichkeiten angegeben.

Wegen der trockenen und warmen Witterung begann in diesem Jahr die Kürbisernte zwei Wochen früher als in den Vorjahren. Bausch erkennt eine reife Sorte am hohlen Klang der Frucht und an einem harten Stil. Von den zentnerweise in der Doppelgarage gelagerten Kürbissen ist nach Halloween nichts mehr zu sehen. "Vielleicht bleiben zwei kleine Kisten übrig", ergänzt Alfred Bausch, der seine Doppelgarage ab November wieder als Unterstellmöglichkeit für sein Fahrzeug benötigt. "Ich habe keine Lust, die Autoscheiben frei zu machen, weil sie gefroren sind", schmunzelt er.