Auf acht mal elf Meter Grundfläche haben sich Jugendliche aus dem Jugendhausteam ein Kleinod geschaffen. Im Garten in der Schrebergartenkolonie der Siedlergemeinschaft an der Breg sind die ersten Salatköpfe erntereif. "Die werden dann gemeinsam im Jugendhaus gegessen", kündigte gestern Jugendhausleiter Sasa Hustic an. Auch Tomaten und Karotten wachsen und ganz stolz ist das Schrebergartenteam auf einen Wildblumenstreifen und ein Apfelbäumchen.

Beeindruckt von der jugendlichen Begeisterung für die klassische Gartenarbeit und vom damit verbundenen nachhaltigen Ansatz zeigte sich Thomas Liebert, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Er überreichte 500 Euro für das Projekt, mit denen nicht nur Geräte,Blumen- und Gemüsesamen angeschafft wurden. Auch ein Insektenhotel und Kräuterkästen waren möglich. Und weil nach getaner Arbeit auch gefeiert werden soll, gibt es dank Bürgerstiftung im Garten auch eine Bierbank-Garnitur und einen Grill.

Vor ein paar Wochen bedachte die Bürgerstiftung schon die Jugendarbeit des Fußballclubs mit 1000 Euro. "Früher konnten wir mehr Projekte unterstützen", sagt Thomas Liebert. Die globale Tiefzinsphase setzt auch der Bürgerstiftung zu. 167 988 Euro betrug zum Jahreswechsel das Gesamtkapital der Bürgerstiftung, 158 284 Euro davon sind Stiftungskapital. "Höchste Priorität ist es, das Stiftungskapital zu halten", sagt Liebert. Die Hälfte der Zinserträge werden laut Satzung in Jugendarbeit, Bildung, Altenhilfe, Sport/Gesundheit, Umwelt- und Naturschutz sowie Kunst, Kultur und Denkmalpflege gesteckt. "Auf diese Querbeet-Finanzierung achten wir sehr", so Liebert. Wo bei einem halben Prozent Verzinsung gerade einmal 400 Euro zur Ausschüttung kommen, wird aber klar, dass gezielte Spenden für die Bürgerstiftung immer bedeutsamer werden.

Sie bringen Projekte der Bürgerstiftung Hüfingen auf den Weg: Vorsitzender Thomas Liebert und Birgit Meisinger, die dem Stiftungsvorstand angehört.
Sie bringen Projekte der Bürgerstiftung Hüfingen auf den Weg: Vorsitzender Thomas Liebert und Birgit Meisinger, die dem Stiftungsvorstand angehört. | Bild: Jens Wursthorn

Die Bürgerstiftung wird initativ, bringt die richtigen Leute zusammen und ganze Reihen auf den Weg. Liebert erinnert sich etwa an Veranstaltungen an der Lucian-Reich-Schule, in denen es um den cleveren Umgang mit dem Handy, der Faszination Elektrizität oder das Gedächtnistraining mit Georg Staub ging. "Wir gehen aber nie finanziell in Vorleistung", sagt er. Unternehmerisches Engagement ist der Bürgerstiftung ebenso verboten wie eine Ausschüttung nach dem sogenannten Gießkannenprinzip an Privatpersonen oder Vereine.

Seit bald acht Jahren steht Liebert an der Spitze der Bürgerstiftung und ist bei vielen Gelegenheiten deren Gesicht nach außen. Der 51-Jährige nimmt seine Aufgaben weiter gerne wahr. Sitzungen – viermal im Jahr tagt der Vorstand, zweimal der Beirat – Spendentermine und Aktionen der Bürgerstiftung fordern nicht über Gebühr die Zeit des Firmenchefs. Zudem wirkt seine Angestellte im Hüfinger Büro, Birgit Meisinger, die gleichzeitig Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung ist, als Assistentin mit.

Den Menschen in Hüfingen gehe es gut, so Lieberts Einschätzung. "Sonst hätten wir mehr Anfragen." Man müsse fast auf die Suche gehen, wo man spenden darf, fügt er an. Das spiegelt sich auf der Homepage der Bürgerstiftung wider. Unter der Rubrik Ideenwettbewerb werden auf Zulässigkeit geprüfte Projekte vorgestellt und dem User-Wettbewerb unterzogen. Alle zwei bis drei Monate wird ein Vorhaben auf den Weg gebracht. Momentan ist das vergebliche Mühe. Es fehlen Vorschläge.

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