Hüfingen – Die Holzverpackung Hüfingen GmbH & Co. KG ist an einen Investor aus Tschechien verkauft. erzielt. Pilous, ein Unternehmen für Industrieverpackungen, übernimmt den Hüfinger Betrieb einschließlich der Tochtergesellschaft in Spanien mit Wirkung zum 31. Oktober. Laut Mitteilung der Insolvenzverwaltung Pluta sei der Kaufvertragbereits unterzeichnet, und der Gläubigerausschuss stimmte dem Verkauf in dieser Woche einstimmig zu. In Deutschland wird die Gesellschaft künftig unter Holzverpackung Hüfingen GmbH firmieren.
Im Januar 2018 beantragte das Unternehmen beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen auf Betreiben des Gesellschafters ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Grund für die Antragsstellung des Unternehmens war ein Liquiditätsengpass. Unterstützt wird das Traditionsunternehmen seither von der Restrukturierungsgesellschaft Pluta. Jochen Glück von Pluta restrukturierte als Sanierungsgeschäftsführer die Holzverpackung Hüfingen, die auf die Entwicklung und Herstellung von Industrieverpackungen aus Holz spezialisiert ist. Wichtige Kunden sind insbesondere in der Automobilindustrie tätig. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Polen und Spanien.
Der Käufer Pilous ist ein strategischer Investor und ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Prag in Tschechien. Das Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter. In Deutschland übernimmt der Käufer alle 87 Mitarbeiter, davon 71 in Hüfingen und 16 in Bremen. In Spanien werden ebenfalls alle knapp 60 Beschäftigten übernommen und die rund 140 Leiharbeiter weiterbeschäftigt. In Polen wird die bisherige Produktion eingestellt. Allen 187 Mitarbeitern dort ist angeboten, zukünftig für die polnische Gesellschaft des Käufers zu arbeiten. Insgesamt werden damit europaweit über 470 Arbeitsplätze gerettet. Geschäftsführer Jirí Klimeš von Pilous sagt: "Ich freue mich über den Erwerb dieses Traditionsunternehmens. Holzverpackung Hüfingen ist ein perfekter Zukauf und passt optimal zu unserem Familienunternehmen. Wir werden unseren Expansionskurs weiter fortführen."

An den deutschen Standorten in Hüfingen und Bremen konnte das Unternehmen in den vergangenen Monaten den Auftragseingang und die Produktionsmengen steigern. Die Gesellschaft erzielte Neuaufträge im Millionenbereich. In Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft arbeiteten die Mitarbeiter in einer 45-Stunden-Woche. Zudem wurden notwendige Preiserhöhungen, die aufgrund einer massiven Kostensteigerung bei Rohmaterialien seit Juni 2017 entstanden waren, an die Kunden weitergegeben. Der deutsche Produktionsstandort Hüfingen ist wieder profitabel, der kleine Standort in Landau wurde bereits im Frühjahr 2018 geschlossen, da er hoch defizitär war. Jochen Glück: „Wir haben das Unternehmen saniert und erfolgreich für die Zukunft aufgestellt. Der jetzt gelungene Verkauf ist die beste Lösung für die Beschäftigten und die Gläubiger. Die Gläubiger können mit einer Quote von etwa 70 Prozent rechnen."

Grundlage für den erfolgreichen Verkauf war die Unterstützung sowohl des bisherigen Gesellschafters Flacks Group als auch die des Altgesellschafters, das Fürstenhaus Fürstenberg.