Jetzt hat die Spargelsaison begonnen und viele Feinschmecker und Fans der blass-weißen Stängel geraten darüber geradezu in Verzückung. In den vergangenen Jahren konnte man deutlich einen Trend zum grünen Spargel erkennen, denn diese knackigere Variante des beliebten Frühjahrs-Gemüses ist deutlich auf dem Vormarsch. Dass der weiße Spargel empfindlich ist und meist aus klimatisch begünstigten Anbaugebieten in Südeuropa oder Deutschland stammt, ist weitläufig bekannt. Die Baar gehört da eigentlich nicht dazu, oder doch?

Klaus Kaiser hat in Behla die Erfahrung gemacht, dass zumindest der grüne Spargel bei uns gute Wachstumsbedingungen hat. Der 68-jährige Ruheständler hat einen großen Garten und ist ein Freund der Natur. Bei ihm gedeiht zuverlässig seit über zehn Jahren jedes Frühjahr grüner Spargel, über den er sich mit seiner Frau Brunhilde riesig freut. Er hatte am Anfang selbst nicht so recht daran geglaubt, dass dieses schmackhafte und gesunde Gemüse hinter seinem Haus zur Ernte heranwachsen würde.

"Bei einem Spaziergang haben meine Frau Brunhilde und ich vor einigen Jahren einen Garten in Riedböhringen entdeckt, in dem der grüne Spargel prächtig wuchs. Das wollte ich unbedingt auch mal ausprobieren" erzählt Klaus Kaiser, der dann kurz danach vom Gartenzentrum Späth mit einem Dutzend grüner Spargelpflanzen nach Hause kam.

Diese pflanzte er recht flott in ein freies Beet, das nach Süden ausgerichtet und durch eine Wand geschützt ist. In Nachbarschaft von Salat, Schnittlauch und Petersilie sowie etlichen anderen Gemüsesorten, die hier für den Eigenverbrauch angebaut werden, fühlt sich der exotisch wirkende grüne Spargel vom ersten Tag an wie zu Hause. Und gedeiht treu und brav in jedem Jahr ohne großes Zutun.

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Seit er im Ruhestand ist, hat Klaus Kaiser die Freude am Gärtnern entdeckt. Der grüne Spargel ist übrigens keine Neuheit, denn deutscher Spargel war jahrhunderte lang grün und zwar so lange, bis man Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Züchtung "ganz in weiß" auf dem Markt brachte. Dabei wurden die grünen Stängel von den weißen verdrängt. Heute liegt der grüne Spargel wieder voll im Trend. Von der Mehrheit der Spargel Freunde wird jedoch immer noch der weiße bevorzugt.

Klaus Kaiser jedenfalls genießt seit Jahren seinen "eigenen" grünen Spargel, den der ab April bis zu zweimal in der Woche ernten kann. Und das bis zum Johannistag am 24. Juni. Bei günstigen Wachstumsbedingungen schießt das Gemüse bis zu fünf Zentimeter am Tag in die Höhe. Dabei werden die ständig nachwachsenden Stängel mit Köpfchen bei einer Höhe von etwa 20 Zentimeter einfach abgeschnitten und wandern in den Kochtopf von Brunhilde Kaiser. Sie hat vielerlei Verwendung mit unterschiedlichen Zubereitungsarten in ihrem Repertoire. Schmackhaft ist er immer und obendrein sehr gesund. Er entwässert schonend, wirkt anregend, reinigt das Blut und ist ein perfekter Schlankmacher.

"Früher habe ich die Gemüsebeete mit Dünger und Stickstoff bearbeitet, heute verwende ich ausschließlich Bio-Kompost aus eigener Herstellung. Der Ertrag ist absolut derselbe" bestätigt Klaus Kaiser. Der grüne Spargel ist im Gegensatz zu seinem weißen Bruder unempfindlich und pflegeleicht. So braucht er keine Erdhügel zum wachsen, um vor der Sonne geschützt zu werden. Die grüne aromatische Variante liebt sogar die Sonne und das Licht. "Mein Spargel ist einfacher zu pflanzen als gelbe Rüben und lange nicht so pflegeintensiv" versichert Klaus Kaiser. "Deshalb wundert es mich, dass dies bei uns hier so unbekannt ist."

Sind alle Stängel geerntet, lässt man sie auswachsen. Im Sommer bilden sich grüne Stauden mit roten Samen obendrauf. Diese werden von Klaus Kaiser im Herbst einfach abgeschnitten und auf dem Beet liegen gelassen. "Das ergibt eine nützliche Dämmschicht". In kalten Nächten deckt er im Frühjahr das Beet mit einer Folie ab. Ausgewechselt hat er seine Pflanzen, die unter der Erde verzweigte Knollen bilden in den ganzen zehn Jahren noch nie. Der Ertrag ist immer noch super. "Wir haben manchmal mehr Spargel als wir zu zweit essen können" freut er sich.

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