Mit quietschenden Reifen durch die finnische Wildnis, das geht mit der „Baltic Sea Circle“-Rallye. Das ist ein Autorennen, das von Hamburg quer durch Schweden, über das russische St. Petersburg und das Nordkap Anfang Juli stattfand. Als die Wagen schließlich am 2. Juli, dem Ende des Rennens, wieder ins Ziel einfuhren, waren auch vier Rennfahrer von der Baar mit dabei: die drei Mundelfinger Robin Glunk, Julian Engesser und Jonas Metzger mit Felicitas Reiner aus Wolterdingen.

Gruppe von der Baar unterwegs auf der Rallye in Skandinavien: Felicitas Reiner, Robin Glunk, Julian Engesser und Jonas Metzger.
Gruppe von der Baar unterwegs auf der Rallye in Skandinavien: Felicitas Reiner, Robin Glunk, Julian Engesser und Jonas Metzger. | Bild: Privat

Ein 25 Jahre alter Golf

Die Gruppe sah der 16-tägigen Rallye und den damit verbundenen 7500 Kilometern in einem Golf 3 entgegen, der trotz eines stattlichen Alters von 25 Jahren und häufig schlechten Straßen bis auf einen Getriebeschaden am Ende der Rallye durchhielt. Auch der ohne Insassen schon fast ausgefüllte Innenraum des Volkswagens konnte ihnen nicht die Laune verderben. Aber wie kommt man überhaupt auf die Idee, bei solch einer Sache mit dabei zu sein? „Wir waren motiviert von einem Werbeclip, den wir auf Youtube gesehen haben“, erklärt Robin Glunk. Spontan habe die Gruppe beschlossen, bei der diesjährigen Rallye mitzumachen. Wie Glunk sagt, hatten sie sich vorher nicht einmal Gedanken über so etwas gemacht.

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Durch große Wälder

„Die Nähe zur Natur war die wahrscheinlich beste Erinnerung“, so Glunk. Ohne GPS oder Navigationsgerät, die sind nämlich beim Rennen nicht erlaubt. In vielen Ländern, durch die die Rallye führt, sind große Wälder vorherrschend. In den rund zwei Wochen ging es für die Gruppe von der Baar durch zehn Länder.

Ein besonderer Höhepunkt war laut Glunk dabei das Teilnehmer-Festival auf den Lofoten, einer norwegischen Inselgruppe. Dort trafen sich die sich sonst sehr selbstständig unterwegs befindlichen Rallye-Mitglieder, um gemeinsam zu feiern und sich näher kennenzulernen. „Dort haben wir auch eine andere Gruppe kennengelernt, mit der wir den Rest der Reise verbracht haben“, erklärt Glunk.

Das 25 Jahre alte Auto des Baaremer Team Käsekuchens, mit dem die Gruppe 7500 Kilometer der Baltic Sea Circle-Rallye.
Das 25 Jahre alte Auto des Baaremer Team Käsekuchens, mit dem die Gruppe 7500 Kilometer der Baltic Sea Circle-Rallye. | Bild: Privat

Bären in der Nacht

Übernachtet wurde dabei übrigens stets in der freien Natur. Gab es dabei nie Probleme mit großen Wildtieren, wie etwa Bären? „Wir sind keinen Bären begegnet, wir haben sie nur gehört und sind dann halt nicht rausgegangen“, erwidert der Mundelfinger gelassen. Das einzig denkbare Problem seien die Herden von Schafen oder Rentieren gewesen, die auf der Straße umherspazierten und die Fahrbahn teilweise für mehrere Minuten unpassierbar machten. Auch die Mitternachtssonne bekam die Gruppe zu spüren. So konnte etwa nasse Wäsche auch nachts getrocknet werden.

Käsekuchen Racing

Dies sollte die Reisenden jedoch nicht davon abhalten die Rallye, wenn auch nicht erstplatziert, erfolgreich zu beenden. Von insgesamt etwa tausend teilnehmenden Mannschaften belegten sie einen guten 244. Platz. Unter dem Namen „Käsekuchen Racing“ starteten sie am 16. Juni bei der Rallye, die viele Teams aus verschiedensten Regionen dazu einlädt, für einen guten Zweck mitzueifern. Die Organisation hinter diesem Spektakel nennt sich „Superlative Adventure Club“ und versucht mithilfe ihres Partners, der Movember-Foundation, speziell Männern ärztlich zu helfen. Sie will auf die Probleme durch Hoden- und Prostatakrebs sowie psychische Beeinträchtigungen aufmerksam machen.

Die Rallye beruht darauf, dass es keinen festen Preis für die Teilnahme gibt, sondern jede Mannschaft dazu aufgefordert wird, eine Spende abzugeben. Mithilfe dieses Systems, das nun seit zehn Jahren erfolgreich läuft, gelang es etwa der Movember-Foundation über 1200 Projekte zur Verbesserung der männlichen Gesundheit zu gestalten.

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