Digitalisierung eröffnet Unternehmen viele Chancen: Produkte und Dienstleistungen können schneller geliefert, Kundenwünsche besser berücksichtigt, Innovationen rascher umgesetzt und komplett neue Geschäftsmodelle kreiert werden. Das wissen die knapp 40 Besucher des dritten Hüfinger Unternehmerfrühstücks natürlich, die die Stadt Hüfingen gestern Vormittag zusammen mit der IHK in den Bahnhofssaal geladen hatte.

Thomas Scherzinger (links) probiert eine VR-Brille aus. Jacob Waver, Kreativdirektor von imsimity, hilft dabei.
Thomas Scherzinger (links) probiert eine VR-Brille aus. Jacob Waver, Kreativdirektor von imsimity, hilft dabei. | Bild: Holger Niederberger

Aber was eigentlich sind künstlicher Intelligenz, Virtual Reality (VR) oder Robotics ganz genau? Referent Martin Zimmermann, Geschäftsführer der imsimity GmbH, gilt als einer der Pioniere des Technologietransfers in Deutschland. Sein Vortrag, gespickt mit vielen Beispielen aus der Region, hat den Firmenchefs Mut gemacht, die Digitalisierung als Chance und nicht als Bedrohung einzuordnen. Wo ist Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier virtuell Reality, also die computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton, schon einmal begegnet? Am Abend zuvor, beim Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Serbien, als eine Abseitsstellung analysiert wurde, wie er in seiner Begrüßung anmerkte. Und Rüdiger Schewe, Mitglied im Präsidium der IHK, stellte die Aktivitäten seiner Kammer im Schwarzwald, auf der Baar und auf dem Heuberg vor. Seine Warnung: Jeder Betrieb müsse sich der Digitalisierung stellen. Sonst gehöre man irgendwann zu den Verlierern und werde verdrängt.

Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier begrüßt die Gäste des dritten Unternehmerfrühstücks im Bahnhofssaal.
Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier begrüßt die Gäste des dritten Unternehmerfrühstücks im Bahnhofssaal. | Bild: Holger Niederberger

Zimmermann hatte von seiner Firma entwickelte Anwendungen mitgebracht und machte so erlebbar, was hinter den vielen Abkürzungen steckt, die auf VR gefolgt sind: Augmented Reality (AR) beschreibt die Erweiterung der realen Welt mit virtuellen Elementen. Mixed Reality (MR) ist der fließende Übergang zwischen rein virtueller Welt und erweiterter Realität, wobei MR im Unterschied zu AR mehr Interaktionsmöglichkeiten enthält. Extended oder Cross Reality (XR) wird dagegen als Oberbegriff von VR, AR und MR eingesetzt.

Martin Zimmermann, Geschäftsführer der imsimity GmbH mit Sitz in St.Georgen, zeigt ein für die Sauschwänzlebahn entwickeltes Cardboard.
Martin Zimmermann, Geschäftsführer der imsimity GmbH mit Sitz in St.Georgen, zeigt ein für die Sauschwänzlebahn entwickeltes Cardboard. | Bild: Holger Niederberger

Zum Beispiel das Projekt Clockhendge, das imsimity im Auftrag des Furtwanger Bürgermeisters mit einer VR-Brille erfahrbar macht. In Anlehnung an Stonehenge, dem wohl bekanntesten Steinkreis der Welt nahe dem englischen Ort Amesbury, will der Rathauschef ausloten, ob man etwas ähnliches nicht auch mit einem riesigen Zeitmesser machen könnte. Die Idee dazu stammt von dem verstorben Künstler Michael Nock. Mithilfe der Brille kann der Nutzer quasi um die riesige Uhr herumlaufen und sich auch ein Bild machen, wie sie in die Umgebung eingepasst sein soll.

Rüdiger Schewe, Präsidiumsmitglied der IKK Schwarzwald-Baar-Heuberg: „Wir haben 37.000 Mitgliedsbetriebe. Jeder muss sich der Digitalisierung stellen."
Rüdiger Schewe, Präsidiumsmitglied der IKK Schwarzwald-Baar-Heuberg: „Wir haben 37.000 Mitgliedsbetriebe. Jeder muss sich der Digitalisierung stellen." | Bild: Holger Niederberger
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