Die Fans des Hüfinger TuS-Theaters müssen im kommenden Jahr auf das beliebte Dreikönigstheater verzichten. Das ist sehr bedauerlich, auch weil die Mitwirkenden mit ihrem Regisseur Frieder Schräbler bereits elf Proben für das geplante Stück fürs Jahr 2019 absolviert haben. Mitten in der Halbzeit (es waren noch elf Proben angedacht) musste die Truppe jedoch feststellen, dass unterschiedliche Gründe eine weitere Probenarbeit erschwerten und sich diese daher problematisch gestaltete. Daher haben die Schauspieler samt Regisseur Frieder Schräbler entschieden, eine einjährige Pause einzulegen. Das wird zwar viele Freunde des TuS-Theaters traurig stimmen, ist aber nun beschlossene Sache. Im kommenden Jahr wird also nicht nur der Turnerball eine Lücke im Veranstaltungskalender hinterlassen, sondern auch das Dreikönigstheater. Die Theatertruppe will aber 2020 wieder für gute Unterhaltung sorgen.

Dass dies ausgerechnet im 150. Jubiläumsjahr des größten Hüfinger Vereins bekannt gemacht wird, ist bitter aber kein Grund für Skepsis. Denn das Theaterspielen im TuS ist tief verwurzelt und musste schon öfters pausieren, zuletzt im Jahr 2007.

  • Theater-Tradition im Turnverein: Der Ursprung des Theaterspielens im Turnverein dürfte im Jahr 1898 liegen, als am 6. Januar im "Löwen" eine "Christbaumfeier mit theatralischen Aufführungen" stattfand. Man kann sagen, dass damals das Dreikönigstheater geboren wurde, das bis heute Tradition hat. Anfänglich wurden die Veranstaltungen durch eine Streichmusik begleitet, später bis in die 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts durch die Stadtmusik.
Im Jahr 1953 sorgte "die spanische Fliege" für beste Unterhaltung. Sitzend von links: Waltraud Schmid geb.Schätzle, Walter Steiert, Verena Schafbuch, Kuno Fritschi, dahinter von links: Adolf Gilly, Helga Fehrenbach, Wilhelm Fränkle (Regie) Johanna Laufer geb. Jehle, Hilde Grube geb. Walter, Siegfried Hall, Edeltraud Jäggle, Leo Meyer.
Im Jahr 1953 sorgte "die spanische Fliege" für beste Unterhaltung. Sitzend von links: Waltraud Schmid geb.Schätzle, Walter Steiert, Verena Schafbuch, Kuno Fritschi, dahinter von links: Adolf Gilly, Helga Fehrenbach, Wilhelm Fränkle (Regie) Johanna Laufer geb. Jehle, Hilde Grube geb. Walter, Siegfried Hall, Edeltraud Jäggle, Leo Meyer.
  • Wiederbeginn nach dem Krieg: Dass der TuS nach dem Krieg im Jahr 1948 wieder Theaterstücke aufführen konnte, ist einem kuriosen Zufall zu verdanken. Denn in dieser Zeit gab es kaum Literatur für Laiengruppen, die gern Theater spielen wollten. In der Hüfinger Festhalle stand ein Schrank, das sogenannte "Kassenhäuschen". Dort waren neben Turnutensilien wie Bällen und Reifen eben auch Theaterrollenbücher verwahrt. In den letzten Kriegstagen wurde dieser Schrank von den Franzosen aufgebrochen, die Theaterbücher lagen verstaubt auf dem Boden herum und wurden von Kuno Fritschi gesäubert und gesichtet. Nun konnte der TuS sein Theaterspielen wieder aufnehmen. Kuno Fritschi entdeckte unter anderem den Text für das Lustspiel "S’ Reserl vom Lindenhof", in dem in den 20er-Jahren seine Eltern Johann und Luise Fritschi in den Hauptrollen mitgewirkt hatten. Sein Wunsch, auch einmal in diese Rolle zu schlüpfen, ging 1952 in Erfüllung, als das Stück wieder aufgeführt wurde.
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  • Weiterentwicklung bis heute: Mit viel Freude und Engagement wurde im Sportverein das Theaterspiel gepflegt und zwar nicht nur an Dreikönig, sondern auch unter dem Jahr. Meist sorgten Lustspiele und Komödien für heitere Unterhaltung, es wurden aber hin und wieder auch Klassiker und Kriminalstücke gespielt. Standen die Bühnenbretter früher in der Festhalle und waren mit dem Dreikönigsturnen gekoppelt, wurde letzteres später aufgegeben. Von da an entwickelte sich das Theater an Dreikönig zu einer eigenständigen Veranstaltung. Im Jahr 2001 wagte des TuS erstmals ein Freilichttheater auf dem Festplatz, ansonsten wurde an zwei Tagen in der Rathausgalerie gespielt. Im Jahr 2008 zog die Theatertruppe in den neuen Bahnhofssaal, in dem 100 Zuschauer Platz finden. 2017 wurden die guten Rahmenbedingungen durch einen Backstage-Bereich erweitert. Hier gibt es neben einem Garderobenbereich auch Toiletten für die Schauspieler. Die inzwischen drei Aufführungen sind stets ausverkauft. Geprobt wird seit Jahren in der Aula der Jugendhilfeeinrichtung Mariahof.