Von der Vergangenheit lässt sich lernen. So wird sie auch für die Gegenwart und sogar die Zukunft äußerst nützlich und bereichernd. Besonders anschaulich wird das durch die Hüfinger Badruine: "Es ist ein alter Schatz und eines der ältesten Konversionsgelände der Welt – da lässt sich bestimmt die ein oder andere Erkenntnis gewinnen", sagt Joachim Gwinner, erster Landesbeamter.

Um sich vor Ort einen Überblick über die aktuelle Situation der Anlage in Hüfingen zu machen, stattete Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann dem antiken Bad und dem neu konzipierten Lehr- und Erlebnispfad einen Besuch ab: "Sie gehört zu den Perlen im Land. Dabei ist es besonders wichtig, die Monumente erlebbar und vor allem, der Öffentlichkeit noch besser zugänglich zu machen", so Sitzmann.

Damit rannte sie bei Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier offene Türen ein: "Die Sichtbarmachung dieser Anlage sollte uns die nächste Zeit beschäftigen. Wir werden Ideen entwickeln, wie wir das bewerkstelligen können." Die weitere touristische Erschließung könne nur so funktionieren: "Es ist wichtig, unsere Perle zu betonen", so der Bürgermeister weiter. Sie sei die Nahtstelle zwischen Schwarzwald und Baar. Insofern gliedere sich auch der neue Römerpfad passend in dieses Konzept. Dort soll in mehreren Stationen das Leben und Wirken der Antike in der Region spürbar und erlabbar gemacht werden. Neben römischen Speisen und der Esskultur zählt das Römerbad genauso hinein, wie Übersichtskarten über den antiken Straßenverlauf, die Maßeinheiten der Römer oder der Alltag in einer damaligen Siedlung.

Der römische Pfad, Brigobanne genannt, kostet rund 40 000 Euro, die die Stadt jedoch nicht alleine tragen muss. Denn beim Naturpark Südschwarzwald wurde ein Zuschussantrag gestellt. 60 Prozent der Kosten – also rund 23 700 Euro – werden laut einer mündlichen Zusage vom Naturpark Südschwarzwald übernommen. Der Pfad soll beim Hüfinger Römerfest am 1. und 2. September offiziell eröffnet werden. Zielgruppe sind vor allem Familien mit Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren. "Kleine und große Gäste könne hier in die Welt der Römer eintauchen", so Sitzmann.

"Die Badruine ist eine fast einmalig erhaltene Fundstelle", sagt Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) Baden-Württemberg. Eine besondere Rolle komme ihr zu, da sie in einer Region verankert sei, in der die SSG ansonsten relativ dünn aufgestellt sei. "Wir haben hier kein Personal und ohne den Einsatz der Gemeinde wäre ein Erhalt nicht möglich", so Hörrmann weiter. Er ergänzte: "In einem Jahr mit Römerfest kommen etwa 7000 Besucher, in einem ohne sind es etwa 3000. Daher sind wir hier vom Natur- und Ökotourismus abhängig. Es muss uns gelingen, das Areal dort anzubinden." Besonders sei auch der einzigartige Schutzbau um das Bad. Hierbei handele es sich um eine typische Baar-Scheune, die anfangs des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, um die Ausgrabung zu schützen.

Für die Zukunft sei man bei der SSG optimistisch: "Im letzten Jahr hatten wir 3,85 Millionen Besucher. Da sind die kostenlosen Burgruinen im Land nicht mal mit drin. Wie es aussieht, wird 2018 von den Besuchern her ein noch besseres Jahr werden", sagt Sitzmann. In Hüfingen könne man auf eine lange Tradition zurückblicken: "Viel von der römischen Kultur wurde in der Antike hierher gebracht. Die Badruine eignet sich daher besonders als Ausgangspunkt für einen Lehr- und Erlebnispfad."