Ein lautstarkes "Fertig" nach der Marsch-Zugabe beendete die Abschlussveranstaltung der Hüfinger Frühjahrskonzerte. Viele der Zuhörer saßen gebannt auf ihren Stühlen. So, als ob sie das musikalische Feuerwerk zu verarbeiten hätten, welches sie zuvor miterlebt hatten.

Die Musikkapelle Fürstenberg hatte eingeladen und setzte gemeinsam mit der Gastkapelle aus Niedereschach-Kappel einen fulminanten Schlussakkord: Musikalische Präzision, die individuelles Können mit gemeinschaftlichen Begabungen paarte, sorgte für einen über dreistündigen Hörgenuss.

Die Zuhörer in der sehr gut besuchten Festhalle bekamen die Gelegenheit, die überzeugenden Auftritte zweier sehr gut aufgestellter Blasorchester des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar mitzuerleben: Die beiden Kapellen präsentierten ihre Programme wie aus einem Guss. Dabei war es der Trachtenkapelle aus Kappel vorbehalten, die Gastgeber mit einem kulinarischen Gastgeschenk aus dem Schwarzwald zu überraschen, auf das die Vorsitzende Martina Limberger nicht vorbereitet war und welches ihr nur ein erstauntes "Dankeschön" entlockte.

Erstmals an vorderster Front dirigierte Verbandsjugendleiter Andreas Hirt die Gastkapelle. "In Freundschaft verbunden" lautete der Titel des Marsches zum Auftakt – und auf Anhieb war dann auch ersichtlich, dass die Chemie zwischen Trachtenkapelle und Dirigent durchaus stimmt. Neuzeitliche Klänge gepaart mit alpenländischen Melodien durchfluteten in der Alpina-Saga die Atmosphäre, die sich mit dem Stück "Imagasy" in einem futuristisch-imaginären Stimmungsbild entlud. Die Gäste entführten mit Melodien aus dem Musical "Tarzan", einem Deep-Purple-Medley und der Tabaluga-Zugabe "Ich wollte nie erwachsen sein" in die Welt der populären Musik.

Eleganz, Genauigkeit und Harmonie charakterisierten den Auftritt der Musikapelle Fürstenberg, die unter der Leitung ihres Dirigenten Matthias Mayer mehrfach die Zuhörer fest in ihren Bann zu ziehen vermochte.

Bei der "Semiramide Overture" von Gioacchino Rossini oder der seeräuberischen "Legende of Maraciabo" zogen die Gastgeber die Aufmerksamkeit des Publikums so stark auf sich, dass man wohl das Rascheln eines Blattes Papier gehört hätte. Umso lautstarker war danach der Beifall, den die Zuhörer spendeten.

In Seefahrerstimmung blieb die Musikkapelle bei der Präsentation des "Magnetbergs", den sie den "Geschichten aus 1001 Nacht" entnahm.

Die etwas ruhigeren Töne und nachdenklichen Melodien wählten die Fürstenberger Musiker dann in "Simons Song", bei welchem die beiden Solisten Christian Mayer und Tenorsaxophonist Andreas Dietrich brillierten. In die Welt der Marschmusik entführten die Gastgeber gegen Ende ihres überzeugenden Programms, das mit einer Auswahl von Soundtrack-Melodien aus dem Musical "The Lion King" schloss.

Die Ehrungen

Egon Bäurer, Vizepräsident des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar, ehrte im Rahmen des Frühjahrskonzerts der Musikkapelle Fürstenberg Patrick Seiferle für 20 Jahre aktive Mitwirkung als erster oder zweiter Vorsitzender der Musikkapelle mit der silbernen Verbandsehrennadel. Vorsitzende Martina Limberger überreichte dem Jubilar eine junge Baumpflanze für den Garten, ihn noch recht lange an die Auszeichnung erinnern möge. Patrick Seiflerle war im Jahr 1985 in die Fürstenberger Musikkapelle eingetreten und bildete seither über ein Dutzend Jugendliche auf dem Waldhorn aus. Unter der Ägide von Patrick Seiferle wuchs das Waldhornregister auf die vergleichsweise hohe Anzahl von gegenwärtig neun aktiven Waldhorn-Bläsern an.