Das Leben hält oft eine glückliche Fügung parat. Im Fall des 18-jährigen Hüfingers Moritz Kramer war es ein Schulwettbewerb, der ihm Klarheit verschafft hat, welche berufliche Richtung er nach seinem Abitur im kommenden Jahr einschlagen möchte.

Es war schon lange Moritz Kramers Wunsch, sich mit der Kunst zu befassen, am liebsten mit der Malerei. Nun weiß er mit Sicherheit, dass er sich in der Filmbranche betätigen möchte. Dass er talentiert ist und gute Chancen hat, beweist sein bemerkenswertes Abschneiden zusammen mit seinem Mitschüler und Freund Simon Hedderich beim Schülerwettbewerb des Landes Baden-Württemberg. Die beiden Schüler der 12. Klasse an der Feintechnikschule in Schwenningen haben mit ihrem Filmprojekt "Sag mir, was Frieden ist" den Förderpreis des Landes Baden-Württemberg gewonnen.

Das ist schon ein Super-Erfolg, denn immerhin haben sich an dem Wettbewerb 3300 Schüler beteiligt. Und der Clou an der ganzen Sache ist, dass zwei weitere Mitschüler aus seiner Klasse mit einem anderen Projekt ebenfalls einen Förderpreis gewonnen haben. Das Engagement hat sich für alle gelohnt, denn jeder erhält eine Prämie von 1000 Euro.

Moritz Kramer und Simon Hedderich sind der Frage nachgegangen, was Frieden ist und was er für jeden bedeutet. Gar nicht so einfach in Zeiten, in denen Gewalt, Terror, Krieg und andere dramatische Ereignisse unser Weltgeschehen bestimmen. Für ihre zehnminütige Filmreportage haben die Schüler unterschiedliche Menschen befragt. Denn sie wollten verschiedene Ansichten, Meinungen und Sichtweisen zum Thema Frieden sammeln. Bei ihrer Umfrage interviewten sie unter anderem verschiedene Flüchtlinge an ihrer Schule, den Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei, Geschichtslehrer Hans-Willi Schondelmaier, Psychologe Manfred Kiewald und den Hüfinger Pfarrer Manuel Grimm. Dabei konnten sie spannende Erfahrungen sammeln. Die Antwort, die am meisten überraschte, kam von Pfarrer Grimm, der nicht den politischen Weltfrieden in den Vordergrund stellte, sondern den inneren Frieden. Der Film vermittelt sehr gut die verschiedenen Sichtweisen und regt zum Nachdenken an, was Frieden für jeden einzelnen bedeutet.

Mit ihrem kurzen Film-Beitrag haben es Moritz Kramer und Simon Hedderich geschafft, viele Antworten auf diese Frage aufzuzeigen. Der Film hat die Jury sehr beeindruckt, sodass sie dafür einen der Förderpreise vergab. In einer Feierstunde im Landtag bekamen die Preisträger die Urkunden und das Preisgeld überreicht.

Hinter den beiden Schülern liegt viel Engagement und Arbeit an der Kamera und am PC, denn es galt, ihr zehnstündiges Drehmaterial auf zehn Minuten zusammen zu schneiden. Moritz Kramer, der künstlerisch sehr begabt ist und bereits als Kind seinen ersten von insgesamt fünf Hansel für die Hüfinger Fasnet bemalt hat, hat großen Spaß an der Filmerei gefunden und seine berufliche Zielsetzung dahingehend geändert. Und auch schon in die Wege geleitet. In den Sommerferien absolviert er ein Praktikum bei Bavaria Film interaktiv in München und will sich später beim ZDF in München bewerben.

 

Schülerwettbewerb

"Kommt heraus, macht mit" lautet das Motto des Schülerwettbewerbs des Landtags von Baden Württemberg zur politischen Bildung. Dabei können Schüler ab 13 Jahren Stellung zu brisanten politischen Themen beziehen. Mit dem Wettbewerb will man junge Menschen neugierig auf Politik machen und sie zu kritischem und tolerantem Engagement für die Demokratie anspornen.

Dabei stehen ihnen mehrere Themen zur Auswahl. Eine Vielzahl der Teilnehmer erhält einen Preis, die allerbesten unter ihnen werden mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Beim 60. Schülerwettbewerb entschieden sich Moritz Kramer und Simon Hedderich für das Thema "I have a dream – Was braucht die Welt am dringendsten?" (gal)