Größere Baumaßnahmen, insbesondere wenn sie mit Straßen zu tun haben, müssen viel Kritik einstecken. Und die landet meistens bei denjenigen, die dafür gar nichts können: Die Leute, die sich direkt auf der Baustelle befinden und dort arbeiten.

Baustellen sind meistens auch mit Entbehrlichkeiten verbunden. Es gibt Straßensperrungen, Umleitungen und oftmals kommt es eben auch zu Staus. Kundige Autofahrer suchen sich eine Ausweichroute über die Feldwege und sorgen dort für vollgepackte Strecken. Dadurch steigt der Ärger noch weiter.

In Behla war das anders. Klar mussten sich die Bewohner mit Umleitungen und großen Sperrungen rumschlagen – aber alles diente dem Zweck einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität in dem Hüfinger Ortsteil. Es entstand immerhin eine große Umfahrung für die B 27. Führte die Bundesstraße bisher mitten durch Behla, geht sie jetzt in einigen Metern daran vorbei, abgeschirmt von Schallschutzwänden.

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Behla hat sich verändert

Wer jetzt mit seinem Auto durch den Ort fährt, der ist meistens noch etwas misstrauisch. Beim Abbiegen an der Rathauskreuzung wird etwa immer noch besonders aufmerksam geschaut: Kommt doch kein Auto? Nein, tut es nicht. In Behla ist es ruhig, der Verkehr hat enorm abgenommen.

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So sicher wie der Ärger bei solchen Großbaustellen ist auch, dass im Anschluss auch kein ostentativer Dank gezeigt wird. Es ist einfach nur gut, dass alles vorbei ist.

Froh über die Umfahrung

Auch das läuft in Behla anders. Dort scheint man so froh über die Umfahrung zu sein, dass man auch all jene, die nun auf der neuen Strecke fahren, daran erinnern will, dass ganz Behla einfach dankbar ist. Entsprechend prangt am Rand der Strecke ein großes Banner, mit Sonnen, Wappen, Herzchen und dem Schriftzug: „Behla sagt Danke für die Umfahrung!“

Auch Arbeiter freuen sich

Das freut auch all jene, die an der Entstehung der Umfahrung mitgewirkt haben: „Ich war sehr überrascht. Ich war schon bei vielen Umfahrungen beteiligt, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Michael Waidele, zuständiger Projektleiter des Regierungspräsidiums. „Eine wirklich schöne Geste.“ Das ist es in der Tat.