Für die Feuerwehr Hüfingen ist dieses Jahr ein ganz besonderes: Sie kann ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Die Vorbereitungen für einen Festakt in der Festhalle sowie ein dreitägiges Fest Ende Mai und Anfang Juni rund ums Gerätehaus laufen auf Hochtouren.

  • Das Fest: Um die vielen Aufgaben im Vorfeld zu bewältigen, wurde bereits im vergangenen Jahr ein Festausschuss mit mehreren Teams gegründet. Der Festplatz vor dem Gerätehaus wird durch ein Zelt mit Bühne erweitert, sodass den Gästen eine doppelt so große Fläche den Gästen zur Verfügung steht. Sie umfasst etwa 800 bis 1000 Plätze. Ins Festgeschehen sind die spannenden Wettkämpfe für die Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold für die Wehren aus dem Kreisgebiet integriert. Zum Festbankett für geladene Gäste am 4. Mai in der Festhalle wird druckfrisch eine Festschrift herausgegeben. Hierzu haben das Team und Peter Marx zahlreiche Recherchen betrieben und wichtige Dokumente zusammengesucht, um diese Schrift interessant zu gestalten. Michael Moog hat das zusammengetragene Material gesammelt und bearbeitet, demnächst kann gedruckt werden. Ebenso wird beim Festbankett die neue Feuerwehrfahne vorgestellt, die man anlässlich des 150. Geburtstages bestellt hat.
Mit den Bürgern wird der 150. Geburtstag der Hüfinger Feuerwehr an drei Tagen rund ums Gerätehaus gefeiert. Damit alles reibungslos klappt, engagiert sich eine Helfergruppe mit mehreren Teams. Einige der „Macher“ sind von links Steffen Albert, Markus Ziganczuk, Leo Seger, Hubert Bolli, Jan-Philipp Bäurer, Stefan Lobe, Marc Maier, Simon Hall und Gerson Seger.
Mit den Bürgern wird der 150. Geburtstag der Hüfinger Feuerwehr an drei Tagen rund ums Gerätehaus gefeiert. Damit alles reibungslos klappt, engagiert sich eine Helfergruppe mit mehreren Teams. Einige der „Macher“ sind von links Steffen Albert, Markus Ziganczuk, Leo Seger, Hubert Bolli, Jan-Philipp Bäurer, Stefan Lobe, Marc Maier, Simon Hall und Gerson Seger. | Bild: Bernd Walter, Privatarchiv
  • Vieles hat sich geändert: Viel hat sich der Gründung der Feuerwehr vor 150 Jahren bis heute geändert. Dennoch steht die Rettung von Menschenleben nach wie vor ganz oben auf der Prioritätenliste der Floriansjünger. Das war auch schon vor der Gründung der Wehr so. Bereits 1558 gab es in Hüfingen eine organisierte Feuerlöschmannschaft, die auch zur Überlandhilfe in die Umgebung ausrückte. So ist es in der Stadtchronik über das Feuerlöschwesen nachzulesen. Als erstes "Löschfahrzeug" diente vor 150 Jahren eine Handpumpenspritze auf einem Wagen, die der erste Kommandant Raimund Rappenegger selbst angefertigt hat. Der Alarm erfolgte meist durch Glockengeläut vom Kirchturm, Böllerschüsse oder auch Fanfaren. Die sogenannten "Feuerreiter" mussten dann mit ihren Rössern eiligst zum Fürstenhaus in Donaueschingen preschen, hier wurden die Einsätze dann koordiniert. Oft mussten Frauen und Kinder ihre Männer und Väter mit dem Fahrrad oder zu Fuß vom Feld zum Löschen holen. Später dienten Weckerlinien auf dem Dach und Telefonschleifen als Alarmzeichen für den Einsatz. Zweimal in Folge wurde ein Magirus als Einsatzwagen beschafft, dieser hatte eine rund 20-jährige Dienstzeit. Heute besteht die Hüfinger Stadtfeuerwehr aus rund 60 aktiven Mitgliedern und einer Altersmannschaft. In jeden Ortsteil gibt es eine eigenständige Mannschaft, die jeweils mit einem Löschfahrzeug ausgestattet ist.
Raimund Rappenegger war der erste Kommandant der Feuerwehr Hüfingen. Das Bild zeigt ihn vor einer von ihm selbst gefertigten Handdruckspritze.
Raimund Rappenegger war der erste Kommandant der Feuerwehr Hüfingen. Das Bild zeigt ihn vor einer von ihm selbst gefertigten Handdruckspritze. | Bild: Michael Moog
  • Die Mannschaften und ihre Ausrüstung heute: Oft waren in der Vergangenheit die Abteilungen der Teilorte eigenständig, doch gerade in der jüngsten Vergangenheit sind diese Mannschaften immer näher gerückt und zusammengewachsen. Das macht sich auch bei den Einsätzen positiv bemerkbar. Insgesamt zählt die Feuerwehr Hüfingen rund 250 Mitglieder. Heute werden die Einsätze über eine Leitstelle koordiniert, bei der zuerst der Alarm eingeht. Über einen winzigen digitalen Funkmeldeempfänger werden die Mitglieder der Feuerwehr über die Größe der Brände, Unfälle und andere Einsätze informiert. Zum Einsatz kommen heute in Hüfingen fünf hochmoderne und technisch bestens ausgerüstete Fahrzeuge: ein Mannschaftstransportwagen, drei Löschfahrzeuge und ein Gerätetransportwagen hauptsächlich für die technische Hilfeleistung bei Unfällen. Diese führen zwischenzeitlich die Einsatzstatistik an. Laut letztem Tätigkeitsbericht wurde die Wehr zu 63 Einsätzen für technische Hilfeleistungen alarmiert, die Zahl der Brände wurde mit 21 beziffert. Ein neuer Rüstwagen, der speziell für die technischen Hilfeleistungen bei schweren und großen Unfällen und Schadenfälle ausgerüstet ist, wurde in diesem Jahr bestellt und wird Ende des Jahres ausgeliefert. Er ist der dritte dieser Art im Schwarzwald-Baar-Kreis und bleibt in Hüfingen fest stationiert.
Eines der heutigen Löschfahrzeuge mit den Ausrüstungsgegenständen für die Brandbekämpfung in geschlossenen Räumen mit Atemschutztrupp. Gruppenführer Markus Ziganczuk überwacht den Einsatz seiner Atemschutztrupps.
Eines der heutigen Löschfahrzeuge mit den Ausrüstungsgegenständen für die Brandbekämpfung in geschlossenen Räumen mit Atemschutztrupp. Gruppenführer Markus Ziganczuk überwacht den Einsatz seiner Atemschutztrupps. | Bild: Michael Moog
  • Intensive und gute technische Ausbildung: Einhergehend mit den technischen Neuheiten und modernen Geräten geht auch die dafür erforderliche Aus- und Weiterbildung. Wurden früher meist nur Führungskräfte geschult, werden heute oft komplette Mannschaften auf den neusten Stand gebracht.
Wer als Kind einmal mit dem Feuerwehrauto fahren durfte, wird das sein Leben lang nicht vergessen. Und vielleicht einmal selbst als aktives Mitglied bei der Feuerwehr mithelfen. Der Nachwuchs liegt der Hüfinger Wehr sehr am Herzen. Jeder der Interesse hat, darf ab 16 Jahren in die Feuerwehr eintreten, auch Mädchen sind willkommen.
Wer als Kind einmal mit dem Feuerwehrauto fahren durfte, wird das sein Leben lang nicht vergessen. Und vielleicht einmal selbst als aktives Mitglied bei der Feuerwehr mithelfen. Der Nachwuchs liegt der Hüfinger Wehr sehr am Herzen. Jeder der Interesse hat, darf ab 16 Jahren in die Feuerwehr eintreten, auch Mädchen sind willkommen. | Bild: Gabi Lendle
  • Schlagkräftige Truppe: Schon immer verfügte die Hüfinger Feuerwehr über eine schlagkräftige Mannschaft. Das ist bis heute so geblieben. Früher war es gang und gäbe, dass der Sohn und später der Enkel dem Vater oder Opa in die Feuerwehr nachfolgten. Das ist heute nur noch teilweise der Fall, der Rest muss beworben werden. Die Nachwuchssuche gestaltet sich wie in allen Vereinen immer schwieriger. Bisher klappt es noch gut, dennoch liegt die Mitgliederwerbung der Feuerwehr sehr am Herzen. "Früher waren gewollt keine Frauen in der Feuerwehr, heute wäre nicht nur eine weibliche Vertreterin wünschenswert, sondern gleich mehrere mit einer Null dahinter", sagt Simon Hall. Nur im Ortsteil Sumpfohren ist eine einzige Floriansjüngerin mit von der Partie. "Jugendliche ab 16 Jahren können zu uns kommen, wir freuen uns über jeden", fügt Hall hinzu.
  • Kameradschaft ist wichtig: Die ehrenamtlichen Einsätze und Proben halten sich in Grenzen. Für einen normalen Feuerwehrmann fallen ein bis zwei Proben monatlich an, bei weiteren Ausbildungsstufen werden es mehr. Nicht nur das Pflichtprogramm ist wichtig, sondern auch die Kameradschaft. Die gemeinschaftliche Hilfe bei den Einsätzen ist von besonderer Bedeutung. Hier erfährt man, dass man sich auf alle Kollegen verlassen kann, das schweißt zusammen. Aber auch die Kameradschaft und Gespräche nach getaner Arbeit sind enorm wichtig. "Ich bin in verschiedenen Vereinen tätig, aber in keinem wird die Kameradschaft so groß geschrieben wie bei der Feuerwehr", ist sich Steffen Albert sicher. "Das ist wie in einer großen Familie."