Etwas später als gewohnt wurde der Jahresabschluss 2018 der Stadt Hüfingen dieser Tage im Gemeinderat vorgestellt. Dennoch ist das unter dem Strich ein schöner Erfolg, da das Rechnungswesen aufgrund einer Gesetzesvorlage aktuell umgestellt werden musste und 2018 erstmals so in Betrieb war. „Wir gehören damit zu den fünf bis zehn Prozent schnellsten Verwaltungen“, freut sich Bürgermeister Michael Kollmeier, „manche haben für eine Umstellung der Jahresbilanz bis zu fünf Jahre gebraucht.“

Michael Kollmeier, Bürgermeister Hüfingen
Michael Kollmeier, Bürgermeister Hüfingen | Bild: Stadt Hüfingen

Viel Lob für alle

Der Rathauschef betonte außerdem, dass dies aufgrund fähiger Mitarbeiter in der Stadtverwaltung weitgehend in Eigenregie vonstatten gegangen sei, sodass man Honorar für externe Berater gespart habe. Viel Lob erhielten Kämmerer Michael Binninger und seine Mitarbeiter auch von den Gemeinderäten aller Fraktionen.

Freude über Mehreinnahmen

Und auch der Inhalt kann sich sehen lassen. Der Überschuss inclusive Abschreibungen liegt bei 1,57 Millionen Euro. Durch weitere 702 000 Euro aus Grundstücksverkäufen und Verkäufen von beweglichen Vermögensgegenständen liegt der Gesamtüberschuss im Jahr 2018 bei 2,27 Millionen Euro. Damit liegt das Ergebnis um 2,1 Millionen Euro über den Erwartungen im Haushaltsplan. Der Grund hierfür liegt in Mehreinnahmen in der Grundsteuer B, der Gewerbesteuer, der Vergnügungssteuer, Schlüsselzuweisungen nach mangelnder Steuerkraft, Zuweisungen vom Land sowie Konzessionszuweisungen. Der Kahlhieb und der Waldumbau für die Windkraftanlage auf der Länge brachte 357 000 Euro ein, außerordentliche Beträge aus dem Verkauf von Grundstücken spülten 682 000 Euro in die Stadtkasse. Über 680 000 Euro konnten gegenüber dem Haushaltsentwurf eingespart werden.

Ortsnahes Gelände aufkaufen

Und so hatten die einzelnen Fraktionen bis auf einige Detailfragen nichts zu beanstanden. Christof Faller (CDU) wies aber auch daraufhin, dass die 2018 noch sehr gute Konjunktur wesentlich zu dem Ergebnis beigetragen habe. „Unsere Leistungsfähigkeit ist gesichert“, kommentierte Kerstin Skodell (SPD) und machte darauf aufmerksam, dass noch einige Zuschüsse ausstehen. Seit 2014 sei Hüfingen schuldenfrei. Bildungsinvestitionen stehen für ihre Fraktion auf Platz 1. Ferner verteidigte sie die Baulandpreise in den Ortsteilen. „Ein hervorragender Jahresabschluss“, freute sich Adolf Baumann (FW/FDP/UWV). Er warnte aber davor, dass man als steuerschwache Gemeinde sorgsam mit den Ressourcen umgehen müsse und riet dazu, möglichst viel ortsnahes Gelände anzukaufen. Peter Albert (BFSO/Grünen) fasste sich kurz. Die Finanzen seien hervorragend, ihm fehlte aber als Neuling der Vergleich zu den Vorjahren.

Stadt hat Finanzreserven

„Finanzreserven sind da“, merkte Bürgermeister Kollmeier an und machte auf deren Wichtigkeit aufmerksam. „Sie geben der Stadt Handlungsfähigkeit – und zwar immer der jeweils nächsten Stadtratsgeneration. Sie ermöglichen es, Straßen, Wirtschaftswege, Kanäle und Wasserversorgung zu unterhalten. Sie ermöglichen es Schulen, Kitas und schnelles Internet zu bauen.“ Abschreibungen sollen zeitnah durch die Verursacher beziehungsweise Nutzer kommunaler Einrichtungen bezahlt und nicht auf Nachfolgegenerationen abgewälzt werden, forderte Bürgermeister Kollmeier.