Die katholische Kirchengemeinde St. Verena und Gallus ist stolz auf Klaus Käfer. Der 33-Jährige wuchs in der Gemeinde auf, besuchte die Gottesdienste, engagierte sich in der katholischen jungen Gemeinde (KJG), als Ministrant und in der Kolpingfamilie, der er heute noch angehört. Am vergangenen Wochenende wurde Klaus Käfer beim Gottesdienst im Freiburger Münster mit einer Weihe zum römisch-katholischen Priester durch Erzbischof Stephan Burger ernannt. Damit ist er nach Gottfried Schafbuch, Horst Herz und Emmerich Sumser der vierte katholische Priester in der jüngeren Vergangenheit, der aus der Hüfinger Kirchengemeinde hervorgeht.

Ein guter Jahrgang übrigens, denn obwohl landauf, landab ein zunehmender Priestermangel zu verzeichnen ist, wurden aus der Erzdiözese Freiburg insgesamt acht Männer zum Priester ernannt und nehmen somit eine Spitzstellung unter den 26 Bistümer in der Bundesrepublik ein. Am Sonntag, 20. Mai, findet der Primizgottesdienst mit anschließendem Gemeindefest statt.

Auch schon vor den Feierlichkeiten genießt Klaus Käfer einen enormen Bekanntheitsgrad unter den Katholiken aus ganz Deutschland. Denn beim Deutschen Katholikentag in Münster, der vor wenigen Tagen zu Ende ging, konnten tausende von Besuchern Klaus Käfer kennenlernen, da er für eine Werbekampagne zum Priesterberuf herausgesucht worden war. Sein Gesicht war auf zahlreichen Plakaten zu sehen, die überall auf dem Gelände angebracht waren. "Priester werden ohne Abitur" lautete die gedruckte Botschaft. In den Händen hält Klaus Käfer einen Betonstein, den er symbolisch in ein Mauerwerk einfügt. Aus dieser Geste ist unschwer zu erkennen, dass der frisch geweihte Priester schon einmal einen handwerklichen Beruf ausübte. Klaus Käfer ist gelernter Maurer sowie Groß- und Außenhandelskaufmann.

Seine Leidenschaft ist es, als Lastwagenfahrer unterwegs zu sein, auch heute noch. Immer wieder ist er mal mit einem 40-Tonner auf Tour, zuletzt in der diesjährigen Osterwoche. "Das ist ein Ausgleich für alles, den ich in Zukunft auch beibehalten möchte", beschreibt Käfer sein Hobby. Seinen Wunsch, in den Dienst der Kirche zu treten, verdankt er einem Impuls, den er bei einem Weltjugendtag erlebte. Nun ist er am Ende einer jahrelangen, nicht einfachen Ausbildung, wobei es immer wieder galt, seine Entscheidung neu zu überdenken. Sein Anliegen als Diener Gottes ist es, auf die Menschen im Alltag zuzugehen, um unter ihnen zu sein. Er möchte Angebote über einen Gottesdienst hinaus auch außerhalb der Kirche anbieten. So könnte er sich gut vorstellen in Raststätten auf der Autobahn, in Industriehallen oder auf einem Firmengelände für diejenigen zu predigen, die keine Zeit haben, am Sonntag die Kirche zu besuchen. "Ich würde auch gerne einen LKW für diese Zwecke ausbauen, denn ich möchte auch die Menschen erreichen die zur Schicht gehen und die ständig unterwegs sind. Ich sehe meine Aufgabe als Priester auch darin, auf die Menschen zuzugehen und sie darin zu befähigen, ihren Glauben auch außerhalb der Kirche zu entdecken und zu leben", beschreibt Klaus Käfer seine Visionen.

Momentan befindet er sich in seinem wohlverdienten Jahresurlaub und wird anschließend kurzfristig als Vertretung in Meßkirch-Sauldorf eingesetzt. Seine "Gesellenjahre" als Vikar sind auf fünf Jahre an zwei verschiedenen Stellen angesetzt, wo weiß er noch nicht. Dann erfolgt die Prüfung zum Pfarrexamen.

So wird gefeiert

Die Primiz von Klaus Käfer wir am Sonntag, 20. Mai, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst gefeiert. Im Anschluss daran findet auf dem Kirchplatz das Pfarrfest statt. Hier darf gemeinsam mit Klaus Käfer gefeiert werden, wie er es sich gewünscht hat. Bei schlechtem Wetter findet das Fest in der Stadthalle statt. Abschließend findet um 16 Uhr eine Dankandacht statt, in der Klaus Käfer den Einzelprimizsegen erteilt. Seine erste Predigt hält der junge Priester am Fronleichnamsfest in der Hüfinger Stadtkirche.