Von Hüfingen nach Santiago de Compostela in Spanien sind es rund 2500 Kilometer Landweg. Peter Futter hat sich im Jahr 2016 auf Schusters Rappen von zu Hause mit einem Rucksack auf den Jakobspilgerweg begeben.

Allein durch die Schweiz, Frankreich und Spanien

Nach dem Motto „ich bin dann mal weg“ ist er allein auf einem der vielen Pilgerwege durch die Schweiz, Frankreich und über die Pyrenäen zum Ziel nach Santiago de Compostela gewandert. Über seine einmaligen Eindrücke und Erlebnisse berichtet Peter Futter in einem Lichtbildvortrag am kommenden Montag, 4. Februar, 19 Uhr im Bürgersaal in Mundelfingen.

Auszeit vor dem Übergang in den Ruhestand

Peter Futter suchte nach der Beendigung seines Berufslebens bei der Bundeswehr eine Auszeit für den Übergang in den Ruhestand. Der damals 54 Jahre alte Sportler hatte körperlich beste Voraussetzungen für die anstrengende Tour. Mit Joggen, Berg- und Crossläufen hat er sich stets fit gehalten und machte auch vor einem 100 Kilometer langen Ultramarathon nicht halt.

Der aus Mundelfingen stammende Vater zweier erwachsener Töchter ist auch stellvertretender Vorstand beim Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen.

Ausrüstung akribisch zusammengestellt

Gut vorbereitet verließ er am 27. Juli 2016 nur mit einem Rucksack und Wanderstöcken sein Haus. Gut drei Monate lang hatte er alles genau geplant und seine minimale Ausrüstung zusammengestellt. „Der Rucksack sollte höchstens so viel wiegen wie zehn Prozent vom Körpergewicht.“

Peter Futter zeigt er sein minimales Gepäck, das er auf seinem rund 2500 kilometerlangen Pilgermarsch drei Monate lang mit sich getragen hat. Die Schuhe sind sogar noch in gutem Zustand.
Peter Futter zeigt er sein minimales Gepäck, das er auf seinem rund 2500 kilometerlangen Pilgermarsch drei Monate lang mit sich getragen hat. Die Schuhe sind sogar noch in gutem Zustand. | Bild: Gabi Lendle

Spartanische Ausstattung

Er kam mit zweifacher Ausfertigung von Socken, Unterwäsche, T-Shirt und Pulli sowie einer Regenjacke, ein Paar Wandersandalen und kleinem Waschzeug gut zurecht. „Meine Wanderschuhe haben ebenso durchgehalten wie ich, außer ein paar Blasen und einer Knochenhautentzündung lief alles glatt“ freut er sich.

Ganz unterschiedliche Übernachtungsgelegenheiten

Als Tagesetappen hatte er rund 30 Kilometer eingeplant. „Pro Tag rechnete ich mit Kosten von rund 30 Euro, in der Schweiz war es am teuersten“, hat er nachträglich festgestellt. Mal übernachtete er in seinem Mini-Zelt, mal aber auch in Pilgerherbergen und Gästehäusern.

Viele interessante Begegnungen

„In der Schweiz war ich fast allein unterwegs, in Frankreich dann habe ich immer wieder andere Pilger getroffen, mit denen man auch schnell ins Gespräch kam“, so Futter. Doch die meisten Menschen waren in Spanien auf dem Pilgerweg unterwegs.

"Man geht ein Stück gemeinsam"

Die Begegnung mit andern Menschen machte für ihn den Weg erst interessant. „Das Kennenlernen von ganz unterschiedlichen Menschen und deren Lebensgeschichte hat mich sehr beeindruckt. Man geht ein Stück gemeinsam, redet miteinander, macht vielleicht gemeinsam Pause und trifft sich woanders wieder“, schwärmt Peter Futter von diesen Erlebnissen. Um sich auch zu Hause an die vielen Eindrücke erinnern zu können, hat Peter Futter jeden Abend diese in ein Tagebuch eingetragen.

Herausragendes Erlebnis in seinem Leben

„Auf der gesamten Tour durch vier Länder habe ich keine Ecke gesehen, wo es mir nicht gefallen hat“ erzählt er. Obwohl viele Steigungen in den insgesamt 54 000 Höhenmetern überwunden werden mussten, mit anspruchsvollen Streckenabschnitten und bisweilen sehr heißen Temperaturen, war die Tour für Futter ein herausragendes Ereignis in seinem Leben.

"Reinigung von Kopf und Seele"

Sonstige Sorgen waren verschwunden. „Ich habe mich lediglich auf die Fragen reduziert: Wo gibt es was zu Essen und Trinken? Und wo schlafe ich heute?“. Mitte Oktober erreichte Futter bei Sonnenaufgang das Cruz de Ferro, einen mystischen Ort auf einem Berg kurz vor Santiago, der das Ziel aller Pilgerer ist. „Das zählt zu den heftigsten Erlebnissen in meinem Leben.“

Das Ergebnis dieser monatelangen Wanderung kann sich sehen lassen. „Für mich war es besser als jede Kur, eine Reinigung von Kopf und Seele. Ich fühle mich viel entspannter und gelassener als je zuvor“, versichert Futter.

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