Der Behindertensportverein macht doch weiter, zumindest bis Ende des Jahres. Dann nämlich gibt der Vorsitzende Karl-Josef Hirt endgültig seinen Posten ab. Und auch die stellvertretende Vorsitzende Christiane Müller will dann im kommenden Jahr nicht mehr weiter machen. Nun hofft man, bis zum 31. Dezember zwei Nachfolger zu finden. Denn dann könnte der Verein weiter bestehen bleiben. Die Versammlung war gut besucht, insgesamt kamen 35 Personen in die Ratsstube.

Mehr aus eigener Tasche bezahlt

Die aktuell 32 Mitglieder haben schon vergangenes Jahr signalisiert, dass sie weiterhin gerne im Auari ihre Übungsstunden abhalten möchten. Damals haben sie entschieden, durch eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags von 25 auf 35 Euro und die Kostenübernahme des Vereinsausflugs auf eigene Rechnung den Verein am Leben zu erhalten.

Zähneknirschend geschluckt

Vorausgegangen war von der Stadt eine Erhöhung der Gebühr für die Aufheizung der Wassertemperatur am Donnerstagabend auf 30 Grad. Diese Temperatur wird von den vorwiegend älteren Mitgliedern des Behindertensportvereins für ihre Wassergymnastik benötigt und gewünscht. Die bis dahin angebotenen Warmbadetage von Freitag bis Sonntag wurden gestrichen. Die Erhöhung von 50 Euro auf einen Betrag von 117 Euro für den warmen Übungsabend wurde von den Mitgliedern zähneknirschend geschluckt. Nutznießer des warmen Wassers sind allerdings auch die Badegäste, die am Freitag das Schwimmbad Aquari benutzen, ohne für diese Wohlfühltemperatur zu bezahlen. Die älteren und behinderten Sportler des Vereins fühlten sich daher ausgenutzt, zumal sie obendrein schon immer die späte Übungszeit ab 21 Uhr im Bad akzeptieren mussten.

Warme Wochenenden ohne Aufpreis

Was bisher keiner wusste oder ahnte, verkündete an diesem Abend der technische Leiter des Bades, Michael Scholz, den man gebeten hatte, an der Versammlung teilzunehmen. Badegäste am vergangenen Wochenende haben es schon bemerkt: Das Wasser im Aquari ist wieder auf 30 Grad erwärmt. "Wir haben uns dazu entschlossen für alle Besuchergruppen, also Sportschwimmer als auch Familien mit Kindern, Jugendliche und auch ältere Badegäste eine Lösung zu finden. In den letzten Wochen gab es erhebliche Kritik, da vielen Gästen das Wasser zu kalt erschien, besonders Familien mit Kindern.

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Ab sofort wird daher stets am Samstag und Sonntag das Wohlfühlwochenende mit einer Wassertemperatur von 30 Grad angeboten. Ohne Aufpreis. Michael Scholz bot den Mitgliedern des Behindertensportvereins an, ihren Übungstag von Donnerstag auf Sonntag zwischen 8 und 10 Uhr oder ab 21 Uhr zu verlegen. Dann würden sie den Aufpreis für das warme Wasser nicht bezahlen müssen. Das lehnten die Mitglieder allerdings einstimmig ab, denn am Sonntag möchten sie ihren Übungstag nicht abhalten. Allerdings würden sie ihn ohne Probleme auf den Freitagabend verlegen, denn da muss das Bad ja schon aufgeheizt werden. Das wäre eine akzeptable Lösung. Dahingehend möchte der Vorsitzende Karl-Josef Hirt Gespräche mit der Stadt führen.

Gemeinderat zeigt sich erstaunt

Joachim Seidel, der an der Versammlung teilnahm, zeigte sich über die Neuheiten im Aquari erstaunt, da er als Mitglied des Gemeinderates nichts davon wusste. Er bezeichnete es als Stadtstreich, wenn am Donnerstagabend die Wassertemperatur für den Behindertenverein (gegen Bezahlung) auf 30 Grad erwärmt wird, am Freitag sich das Wasser wieder abkühlt, um dann am Samstag wieder aufgeheizt zu werden.

Finanziell gesunder Verein

Als Fachangestellter für Bäderbetriebe (seit 16 Jahren) sitzt Hirt bei dem Gerangel um die Badetemperatur unangenehm zwischen den Stühlen seines Vereins und der Stadt. Aus diesem Grund möchte er auch den Vorsitz abgeben, was allerdings alle Mitglieder sehr bedauern. Finanziell steht der Verein gut da, da er von den Verbänden bezuschusst wird. Den Betrag von 1820 Euro erhält der Verein zukünftig nicht mehr, da der letzte Kriegsversehrte aus Altersgründen nicht mehr aktiv sein kann. 42 Schwimmabende wurden im vergangenen Jahr abgehalten, danach wird bei Selbstverpflegung stets gemütlich beisammen gesessen. Das Highlight des Jahres ist der gemeinsame Ausflug, der im vergangenen Jahr nach Straßburg führte.