Nach und nach entsteht neben dem Hüfinger Ortsteil Behla ein neuer Straßenabschnitt. Die B 27 soll künftig nicht mehr direkt durch den Ort, sondern daran herum führen. Darüber freuen sich die Einwohner. Das war nicht immer so. Als das Thema der Umfahrung in den Siebzigern erstmals aufschlug, stimmte eine Mehrheit in Behla gegen das Bauvorhaben. Viele profitierten von dem regen Verkehr. Das hat sich heute etwas relativiert.

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Der Freude über die baldige Beruhigung der innerörtlichen Verkehrssituation wird in Behla ganz konkret Ausdruck verliehen, und zwar in Form eines Festes, das am Sonntag, 23. September, direkt auf der Umfahrungsbaustelle stattfinden soll. Drei Brücken entstehen dort, bei der zweiten soll gefeiert werden, erklärt Behlas Ortsvorsteher Uwe Schneckenburger. "Das war mehr oder weniger eine Hau-Ruck-Aktion und musste schnell gehen. Aber wann hat man denn schon mal die Gelegenheit, solch einen Platz zum Feiern zu benutzen? Die Gelegenheit kommt nie wieder", sagt Schneckenburger, "alle sind mit im Boot."

Die Asphaltierung reicht momenaten bis zum zweiten Brückenbauwerk (beim Kran). Dort soll dann auch das Fest der Dorfgemeinschaft Behla stattfinden.
Die Asphaltierung reicht momenaten bis zum zweiten Brückenbauwerk (beim Kran). Dort soll dann auch das Fest der Dorfgemeinschaft Behla stattfinden. | Bild: Simon, Guy

Die Idee entstand etwa im Juni: "Wir haben überlegt, dass wir irgendwas machen müssen, bevor die Baustelle wieder weg ist", so der Ortsvorsteher. Bis zur mittleren der drei Brücken an dem neuen B 27-Abschnitt ist die Straße bereits asphaltiert, hier soll die Fete steigen. Dazu packt die Dorfgemeinschaft gemeinsam an- Bierbänke sollen aufgestellt werden, für Essen und Trinken wird gesorgt, bei den Landfrauen gehen bereits die Listen mit den Kuchen rum. Außerdem bestehe beim Fest die Möglichkeit, die neue Straße erstmals zu befahren: "Der Narrenverein wird Fahrräder mitbringen, Kettcars wird es auch geben. Jeder macht ein bisschen was und zusammen klappt das dann", erklärt Schneckenburger.

Keine Einwände der Behörden

Auch vom Regierungspräsidium habe es keine Einwände dagegen gegeben, ganz im Gegenteil, berichtet der Ortsvorsteher: "Die finden das gut und haben gesagt, dass wir dort ruhig feiern können. Am Sonntag arbeitet dort niemand. Wir können am Samstag mit dem Aufbau beginnen, am Sonntagabend räumen wir dann alles wieder weg." Die zweite Brücke sei dabei auch deshalb ein Vorteil, weil sich dort noch Notstromaggregate befinden, die man für das Straßenfest benutzen dürfe. Auftakt der Feier ist bereits am Sonntagvormittag. Um 10 Uhr soll oberhalb der Baustelle ein Wegekreuz neu geweiht werden, das aufwendig restauriert worden ist. Danach geht es auf die Bundesstraße. "Es ist besonders schön, dass alle mitmachen", freut sich Schneckenburger.

Vorfreude auf die Entlastung

Der freudige Anlass dürfte der Ortschaft lange in Erinnerung bleiben, immerhin gelten spontane Fest als die besten. Man sei außerdem schon gespannt darauf, wie es ohne den Verkehr zukünftig in Behla aussehen wird: "Es ist die Frage, ob wir auch schlafen können, wenn plötzlich der gewohnte Lärm fehlt", scherzt Schneckenburger. Ein Umstand, der von Wirten mittlerweile begrüßt wird: "Für Übernachtungsgäste ist es auch besser, wenn nicht um 4 Uhr morgens der erste Lastwagen durch die Ortschaft rauscht", sagt der Ortsvorsteher. Die Anbindung an die B 27 sei über den planfreien Knoten weiterhin gegeben.

Die große Umfahrung neben der Ortschaft

  • Zeitplan: Noch dieses Jahr sollen die Bauarbeiten beendet sein. Angepeilter Termin für die offizielle Freigabe ist für Mitte November angesetzt. Den hält Michael Waidele vom Regierungspräsidium für "sportlich". Das Problem: Den Firmen fehlen Arbeitskräfte in ausreichender Zahl. Insofern müsse man sich mit der Geschwindigkeit des Projektes auch jener des Marktes anpassen.
  • Sperrung: Die Bauarbeiten laufen derzeit noch parallel des fließenden Verkehrs. Das wird sich jedoch spätestens dann ändern, wenn der neue Straßenabschnitt mit dem bestehenden verbunden werden soll. Dabei werden außerdem noch Durchlässe für Amphibien eingerichtet. Über einen ein Meter breiten und 80 Zentimeter hohen Tunnel können die Tiere zukünftig die Bundesstraße unterqueren. Außerdem sollen auch die Biber, die im Behlaer Weiher leben, den Weg nutzen können. Dazu muss die alte Bundesstraße gesperrt werden. Ursprünglich war der Termin dafür Ende September vorgesehen, er werde sich allerdings verschieben, so Michael Waidele. "Mit den Arbeiten sind wir noch nicht so weit. Mit Sicherheit wird daher die Sperrung nicht im September erfolgen", sagt er. Das liege vor allem auch daran, dass auf dem Bau generell derzeit Arbeiter fehlen.
  • Die Entlastung: Rund 14 000 Fahrzeuge sind es, die täglich Behla durchqueren. Mit der Umfahrung soll mehr als 90 Prozent des Kraftlastverkehrs zukünftig entfallen. Die Ortsumfahrung ist etwa 1,88 Kilometer lang und kostet zirka 8,1 Millionen Euro. (guy)

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