Es gibt nicht viele Ereignisse, die das Weltgeschehen derartig verändert haben wie die Wiedervereinigung und das daraus resultierende Ende des Sozialismus in Deutschland. Genau drei Jahrzehnte ist das nun her, weshalb sich die Stadtverwaltungen aus Hüfingen und der Partnerstadt Großschönau dazu entschlossen haben, dieses Thema in einer Doppelausstellung aufzugreifen.

Zur Eröffnung war eine Delegation aus Großschönau zu Gast, welche die Ausstellung gemeinsam mit der Stadtverwaltung Hüfingen ein Jahr lang vorbereitete hatte. „Es war nicht immer einfach, zu Originaldokumenten oder wahren Zeitungsausschnitten vor der Wende zu kommen“ beschrieb Großschönaus Hauptamtsleiter Peter Paschelt. Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt. Inzwischen informierten die Gastgeber alle Schulen im Umkreis in der Hoffnung, den Geschichtsunterricht mit einem Besuch in der Ausstellung aufzuwerten.

Zu Ausstellungseröffnung „30 Jahre friedliche Revolution“ lauschen die Besucher der Vernissge den Melodien eines Bläserensembles der Stadtmusik.
Zu Ausstellungseröffnung „30 Jahre friedliche Revolution“ lauschen die Besucher der Vernissge den Melodien eines Bläserensembles der Stadtmusik.

Bei seiner Begrüßung beschrieb Bürgermeister Michael Kollmeier wie er in seiner Heimat Immendingen die damalige Zeit in den Jahren vor und nach der Wende erlebte. „Ich kann mich noch gut an die Zeit unmittelbar vor der Wende erinnern, als die Wiedervereinigung noch als eine Lebenslüge bezeichnet und der Gedanke daran nicht mehr existierte.

Kollmeiers Abiturientenerfahrungen

Doch es sollte anders kommen und als frisch gebackener Abiturient bekam Kollmeier es mit, wie sich der Satz „Wir sind das Volk“ in den Satz „Wir sind ein Volk“ wandelte. Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker beschreib die Partnerschaft mit Hüfingen als einen Glücksfall, der im kommenden Jahr mit einer Ausstellung und den Feiern zu 30 Jahre Partnerschaft in der Oberlausitz fortgesetzt wird.

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Zeitzeuge Andreas Prescher skizzierte, was er empfand, als mit dem Fall der Mauer die Lebenslüge der DDR zusammenbrach. Er selbst habe sich 1985 einer christlichen Umweltgruppe angeschlossen, die das Ziel verfolgte auf basisdemokratische Weise alles zu versuchen, um in einer besseren und saubereren Umwelt zu leben.

Die Doppelausstellung ist bis 28. November im Rathaus zu sehen.