Hüfingen – 30 Jahre Mauerfall bringt die Partnerstädte Großschönau und Hüfingen Anfang November auf der Baar zusammen. Dabei wird der Hüfinger Bürgermeister Michael Kollmeier von Freitag, 8. November, bis Sonntag, 10. November, seinen Amtskollegen Frank Peuker an der Spitze einer Delegation der rund 5500 Einwohner starken Gemeinde in Sachsen willkommen heißen. Höhepunkt des Besuchs wird eine Ausstellungseröffnung am Samstagabend sein. Im Rathausfoyer wird anhand Originaldokumenten gezeigt, wie die friedliche Revolution in der Partnerstadt vonstatten ging. Im Anschluss folgt eine öffentliche Gedenkfeier zu Mauerfall und friedlicher Revolution. Persönliche Eindrücke zu den damaligen Ereignissen, die halfen, die Grenze zwischen Ost und West einzuebnen, wird ein Zeitzeuge geben. Er war damals am „Runden Tisch“ in Großschönau beteiligt.

Doch die Zeitzeugen sind in die Jahre gekommen. Das beste Beispiel bietet Wolfgang Henning. 1990 war der SPD-Mann der Vorsitzende des Runden Tischs: jener Organisationsform, in der verschiedene gesellschaftlichen Gruppen, von Kirchen bis SPD, versuchten, das Macht- und Gestaltungsvakuum zu füllen, dass die SED hinterlassen hatte. Sein Kontakt zu Sigmund Vögtle über die SPD-Schiene führte nach mehreren Besuchen von Stadtvertretern zum 21. Oktober 1990. An diesem Tag wurde die Städtepartnershaft in Hüfingen besiegelt.

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Doch Wolfgang Henning ist mittelweile 86 Jahre alt. „Er wird sicher nicht kommen können“, bedauerte Sigmund Vögtle, selbst auch Ruheständler. So zwischen 60 und 70 Jahre alt seien inzwischen die Träger der offiziell-politischen Freundschaftsbande, fügt Vögtle an. Da tue eine Verjüngung gut. Unbenommen dessen funktioniere die Freundschaft auf privater und Vereinsebene ausgezeichnet. Ob Heimatzunft, Kleintierzüchter, Fußballer, Stadtmusik oder andere: Gegenseitige Besuche verlaufen unter dem offiziellen Radar. Die nicht vorhandene Sprachbarriere und eine in gut acht Stunden bewältigbare Anreise machten diese herzlichen Kontakte leichter als etwa nach Mende in Ungarn oder Ornans in Frankreich.

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In den vergangenen Jahren sind eine Handvoll offizieller Besuche über die Bühne gegangen. 2015 reisten die Sachsen zum Silberjubiläum der Partnerschaft auf die Baar. Ein Jahr später nahm eine Hüfinger Delegation an einem wirtschaftshistorisch bedeutsamen Jubiläum in Großschönau teil. Gefeiert wurde das 350-jährige Bestehen der Damast-Weberei. Im Sommer 2016 Jahres reiste das Ehepaar Peukert zur Verabschiedung von Alt-Bürgermeister Anton Knapp. Offiziell wurde es wieder Anfang September 2018, als die Hüfinger zu den Feierlichkeiten anlässlich des 666-jährigen Bestehens Großschönau reisten. Damals bekamen Altbürgermeister Anton Knapp, Reinhard Isak und Sigmund Vögtle Einblicke in die offene Jugendarbeit im alten Bahnhof und in Themenbereiche, die beide Städte umtreiben. Das Oberthema der jugendlichen Zukunftswerkstatt, „Großschönau 2030“, ähnelt doch sehr dem Hüfinger Zukunftsdialog, der im Oktober 2018 seine Premiere erlebte.

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