Alle zwei Jahre tauscht Karl Hensler aus Behla in seinem Gewächshaus den Erdboden aus. Den Pflanzen tut das gut, neuer Boden sorgt für neues Wachstum. Aber scheinbar wachsen im Behlaer Erdreich nicht nur Erbsen und Bohnen.

Hensler gräbt den Boden um, trägt einige Zentimeter der alten Schicht ab und will diese mit Material der Hüfinger Deponie auffüllen. Als er seinen Rechen durch die Erde zieht, glitzert etwas im Dreck. Hensler wird darauf aufmerksam. Er greift in die Erde und zum Vorschein kommt ein kleines Metallstück. Der erste Eindruck: Ein Stück Kupferrohr.

Hensler säubert das Metall, untersucht es genauer. Scheinbar sind dort Schriftzeichen zu erkennen. Seine Frau wirft einen Blick darauf: "Da steht Lore – und ein Datum: 25. Januar 1969."

Im Boden des Gewächshauses hat Hensler einen Hochzeitsring gefunden. Wie sich anhand der Inschrift zeigt, handelt es sich um 533er-Gold. Der Ring ist leicht deformiert: "Das kommt vermutlich davon, dass die Erde gehächselt wurde", meint Hensler. Er will das Schmuckstück nicht für sich behalten, sondern hofft drauf, dass sich der Besitzer oder Angehörige sich melden und der Ring wieder zurück zu seinem Ursprung findet. "Das wäre doch ein tolles Geschenk zum Goldenen Hochzeitstag. Den hat das Paar nämlich 2019. Dann sind die beiden 50 Jahre lang verheiratet. Die Familie ist sicher glücklich, wenn der Ring wieder auftaucht."

Vielleicht, so mutmaßt Hensler, habe der Träger selbst Gartenarbeiten gemacht und das edle Stück dabei verloren. So kam es zur Deponie und von dort irgendwann in den Garten in Behla. "Ein Goldschmied kann das sicher wieder richten", sagt Hensler, der den Hochzeitsring zurückgeben möchte. Eine Bedingung stellt er allerdings: "Wer immer ihn abholen kommt, die Hochzeitsurkunde oder ein irgendwie gearteter Nachweis sollte mit dabei sein."

Wer irgendwelche Informationen zu dem Ring geben kann oder selbst vielleicht sogar der Besitzer ist, kann sich an die SÜDKURIER-Redaktion in Donaueschingen unter der Telefonnummer 0771/8506-5542 wenden.

Karl Hensler hofft, dass sich so vielleicht der Besitzer ermitteln lässt. Ein schönes Geschenk zur Goldenen wäre das ganz sicher.

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