Die deutschen Skispringerinnen haben den Horrorsturz ihrer Teamkollegin Svenja Würth im Mannschaftsspringen gut weggesteckt und mit einem überragenden Ergebnis im Einzel erneut für Aufsehen gesorgt. Beim 100. Weltcup in der Geschichte des Frauen-Skispringens kam die Gesamtführende Katharina Althaus am Sonntag auf Platz zwei hinter der Norwegerin Maren Lundby und vor der Japanerin Sara Takanashi. Mit Ramona Straub als Vierter, Carina Vogt als Sechster und Juliane Seyfarth als Achter kamen drei weitere DSV-Springerinnen unter die besten Zehn.

Ungetrübt war die Freude darüber aber nicht. Noch immer ist unklar, welche Verletzungen Svenja Würth am Samstag erlitten hat. Eine MRT-Untersuchung des linken Knies soll am Montag in Freiburg darüber Aufschluss geben, ob ihr Olympia-Traum weiter lebt. Würth war im ersten Durchgang der Weltpremiere eines Mannschaftsspringens bei komplizierten Bedingungen zu weit nach links geflogen und im durch starken Schneefall stumpfen Auslauf gestürzt. Auf einer Trage wurde sie in einen Krankenwagen gebracht und ins Krankenhaus nach Titisee-Neustadt gefahren.

Zu dritt beendete das DSV-Team den Wettbewerb auf Rang vier hinter Japan, Russland und Frankreich. „Ein großes Kompliment, dass sie zu dritt nur knapp geschlagen auf dem vierten Platz kamen“, sagte Bundestrainer Andreas Bauer. Er kritisierte die Jury, „die trotz großer Weiten den Anlauf für die Besten nicht verkürzt hatte. Seit Jahren kämpfen wir Trainer dafür, dass die Mädels die Schanze nur zu 95 Prozent ausspringen. Das wären in Hinterzarten um die 103 Meter gewesen“, sagte der DSV-Coach.


Auch am Sonntag ging es wieder sehr weit. Lundby, die am Samstag mit 109 Metern Schanzenrekord gesprungen war, flog auf 105 und 102 Meter, Althaus erreichte 102,5 und 99 Meter bei Windstille. „Wir sind als Mannschaft derzeit sehr stabil. Katharina hat sich in der Spitze etabliert und nun kommen noch die Überraschungen Ramona Straub und Juliane Seyfarth dazu. Ich bin stolz auf die Mädels“, sagte Bauer.