Gütenbach – Der Quellschacht im Lehmannsgrund wird Ende dieses Sommers in Betrieb genommen. Der Gemeinderat schaute das Gebäude am Mittwoch vor der öffentlichen Sitzung an und ließ sich von Bürgermeisterin Lisa Wolber sowie Wassermeister Thomas Scherzinger den Stand der Dinge erläutern.

100 Kubikmeter täglich

Die fünf Quellen im Lehmannsgrund liefern rund 100 Kubikmeter Wasser pro Tag, auch in dieser trockenen Zeit. Die Gemeinde Gütenbach verbraucht durchschnittlich rund 140 Kubikmeter täglich, der Bedarf wird derzeit durch die Quellen am Dorerhof gedeckt. Freilich könnte das Trinkwasser zum Beispiel bei einem Rohrbruch knapp werden.

Das Wasser vom Lehmannsgrund wird durch eine Druckleitung über den Quellschacht Dorersberg an den Hochbehälter Eckle angeschlossen. Der Hochbehälter Sommerberg wird stillgelegt, da er über keine Wasseraufbereitungsanlage verfügt und nicht mehr dem modernen hygienischen Standard entspricht. Insgesamt kostet die Anbindung der Quellen im Lehmannsgrund die Gemeinde Gütenbach rund 360 000 Euro.

Gemeinde leiht sich Geld

Gleich mit verlegt wurden bei den Grabarbeiten Leerrohre für die Breitband-Verkabelung. Der Zweckverband beteiligte sich an diesen Kosten mit 40 Prozent, das verringerte die Baukosten für die Anlage um knapp 40 000 Euro. Zur Finanzierung hat die Gemeinde 300 000 Euro Darlehen aufgenommen mit einem Zinssatz von 0,65 Prozent, informierte Lisa Wolber den Gemeinderat.

Eine zertifizierte UV-Desinfektionsanlage muss die Gemeinde Gütenbach im Hochbehälter Eckle installieren. Es besteht zwar seit 1997 eine nicht zertifizierte Anlage, aber das Gesundheitsamt besteht auf einer neuen Anlage. Sie kostet rund 18 000 Euro. Die Firma Aquavilla erhielt den Auftrag für 15 000 Euro, hinzu kommen rund 4000 Euro für die elektrischen Anschlussarbeiten, die die Firma PM-Technik aus Vörstetten erledigen wird. „Da kommen wir nicht drum herum“, so Gemeinderätin Erika Franki. Der Auftrag wurde einstimmig beschlossen.

Neue Computertechnik

Die Firma PM-Technik soll auch die Überwachung der Wasserversorgung auf einen modernen Stand bringen. Dazu wird auf eine Web-basierte Plattform umgestellt.

In Zukunft kann das Überwachungssystem von jedem Computer im Rathaus abgerufen werden, ein eigener Computer samt Drucker wird nicht mehr benötigt. Für die modernisierte Anlage müssen gut 5000 Euro investiert werden, außerdem sind monatlich 45,82 Euro Servicepauschale zu zahlen. „Das dient der Sicherheit unserer Wasserversorgung“, stimmte Gemeinderat Jürgen Schonhardt, ebenso wie das gesamte Gremium, zu.