Noch dreimal hebt sich der nicht vorhandene Vorhang beim Hanhart-Kunstprojekt. Claus-Volker Müller(genannt CVM) und Margot Sude Müller beenden ihr Engagement in Sachen Kleinkunst in der alten Uhrenfabrik. Ihre berufliche Zeit an Furtwangens Schulen endet, „besser aufhören, wenn’s gut ist“, gilt für das Kunstprojekt. Seit Mai 1997 gibt es das Kunstprojekt im Gebäude der ehemaligen Uhrenfabrik Hanhart, der Schriftzug Art und eine menschliche Plastik von Wolfgang Eckert weisen auf das Projekt hin. Neben Wohnungen und Ateliers für Künstler ist das Zimmertheater für 100 Zuschauer das Kernstück.

Doch alles begann mit der Suche nach einem Abstellplatz für eine Sammlung englischer Autos, es gab auch schon länger die Idee, ein Kunsthaus mit Ausstellungen und Wohnmöglichkeiten für Künstler einzurichten. Das 1880 als Uhrenfabrik konzipierte Gebäude erwarben Müllers 1994 und meisterten die Herausforderung, eine Gesamtfläche von 1500 Quadratmetern zu renovieren.

Das erste Jahresprogramm 1995 hatte ein breites Spektrum, Mal- und Zeichenkurse, Ballettunterricht, Ausstellungen, auch Schauspiel und Tanz. Sie haben einiges probiert, wussten anfangs nicht genau, worauf es hinausläuft. Es kristallisierte sich die Kleinkunst heraus, vor allem Wortkabarett unter dem Motto „Gute Unterhaltung beginnt über der Gürtellinie, also Richtung Kopf“. Mit den moderaten Eintrittspreisen war und ist das Kunstprojekt ein Zuschussgeschäft, trotz Mieteinnahmen und engagierter Sponsoren.

Lange hielten einige heute sehr bekannte Künstler dem Theater die Treue, so Matthias Tretter, Rolf Miller, Max Uthoff, Claus von Wagner und Thomas C. Breuer. In 15 Jahren etablierten die Müllers mit ihrem Team ein hochwertiges Kabarettprogramm. Mit ein Höhepunkt und eine Art Ritterschlag nennt CVM das Gastspiel von Georg Schramm. „Wir haben ein tolles Publikum, seit Tische reserviert werden konnten, noch mehr und altersmäßig gut durchmischt.“ Der Werbeaufwand wurde mit der Zeit eher geringer. Zwei Jahre lang hat Claus-Volker Müller erfolglos nach einem Nachfolger gesucht und hätte bald auch in neue Technik investieren müssen, zudem hat das Paar seinen Wohnsitz gewechselt.

Am Samstag, 17. März, gastiert noch einmal Philipp Weber, am 21. April sorgt die Gruppe Realtime mit „new scottish folk music“ für besondere Stimmung, bevor am 16. Juni Schluss ist mit einem großen Abschlussfest, zu dem sich schon etliche Künstler angemeldet haben. So bleiben das Gebäude, die Autos, die Mieter, doch der Kunstraum wäre zu vermieten. Bleiben wird zunächst auch die große blaue Leucht-Werbeschrift Art mit einem Stern – das Projekt mit dem innewohnenden enthusiastischen Engagement hätte mindestens vier verdient, sind sich viele einig.