Für ein Kindergartenplatz muss in Gütenbach zukünftig mehr bezahlt werden. Gute Nachrichten gibt es derweil in Hinblick auf die Personalsituation. Das Thema Kindergarten beschäftigte den neuen Gütenbacher Gemeinderat in seiner ersten Arbeitssitzung. Die Gebühren wurden angehoben, im Einverständnis mit der katholischen Pfarrei als Träger des Kindergartens. Hauptamtsleiterin Caroline Heim erläuterte die neuen Gebührensätze.

Württembergischen Modell

Für das erste Kind sind 128 statt bisher 99,20 zu bezahlen. Familien mit zwei Kindern zahlen 98 statt bisher 76 Euro, mit drei Kindern 65 statt 50,40 Euro. Die Kindergartenbeiträge werden auch in Gütenbach nach dem Württembergischen Modell erhoben, bei dem alle im Haushalt lebenden Kinder unter 18 Jahren berücksichtigt werden. Die Gemeinde Gütenbach trägt 91 Prozent des Betriebskostendefizits, die Elternbeiträge decken lediglich 13,7 Prozent der Kosten ab. Der Gütenbacher Kindergarten ist von 7 bis 13 Uhr geöffnet.

Neues Personal

Personalmangel erschwert zur Zeit die Kindergartenarbeit. Allerdings ist nach Auskunft von Bürgermeisterin Lisa Wolber Besserung in Sicht, ab September wird eine weitere, junge Kraft eingestellt. Den Bedarf an Kleinkind- und Grundschulkinder-Betreuung hatte die Gemeinde Gütenbach in einer Befragung ermittelt. Alle Eltern von Kindern bis zu acht Jahren, insgesamt 53, erhielten die Fragebogen. 17 Fragebogen kamen zurück, „enttäuschend“ fand Gemeinderat Sebastian Weiß die Resonanz.

Differenzierter Bedarf

Eine Kleinkindbetreuung hielten zehn Eltern für nicht erforderlich, sieben würden sie wünschen. Dabei zeigte sich, dass Eltern, die in Furtwangen arbeiten, für ihre Kinder meist dort Krippenplätze haben. Die Gütenbacher Halbtagseinrichtung reicht laut Umfrage acht Eltern aus, neun hätten Bedarf an einer Ganztagseinrichtung. Wenigstens an zwei Nachmittagen pro Woche wünschen sich Berufstätige Betreuung für ihren Nachwuchs. Ein Betreuungsangebot für Grundschulkinder wird von etwa der Hälfte der Eltern gewünscht, vor allem in den Schulferien.

Mehr Obst und Gemüse

Die Eltern waren aufgefordert, Wünsche und Ideen für die Kinderbetreuung vorzubringen, als Denkanstöße, auch wenn die Gemeinde Gütenbach sie nicht voll umsetzen kann. Auf der Wunschliste finden sich mehr Outdooraktivitäten, Besuche auf dem Bauernhof und Waldtage. Das Mittagessen sollte mit Obst und Gemüse angereichert werden, angeregt wird die Nachfrage im Furtwanger Kinderhaus, wie das finanziert wird. Dabei zeigten sich die Eltern durchaus bereit, zusätzliche Kosten zu übernehmen.