Das Dorf- und Uhrenmuseum in Gütenbach ist eröffnet. Jutta Weiß vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) begrüßte Mitglieder und Gäste, unter ihnen auch Hans-Helmut Fahle als Vertreter des Bürgermeisters.

Die Vereinsvorsitzende hob hervor, dass neben den offiziellen Öffnungszeiten auch Führungen auf Anmeldung angeboten werden. Sie freute sich, dass der Veranstaltungsraum mit interessanten Flöten-Spieluhren auch für Trauungen und Familienfeste genutzt werde. Sie wies auf die über 35 Fotografien hin, die durch den Werbetechniker Siegbert Scherzinger im Digitaldruck-Verfahren hergestellt wurden und erworben werden können.

Die Schautafeln wurden durch Hardy Faller und Fritz Sprenger installiert und stehen den Besuchern offen, genau so wie das Museum selbst. Wichtig sei vor allem die außergewöhnliche Sammlung von rund 100 Uhren, die der 1984 gegründete Heimat- und Geschichtsverein retten konnte. Fleißige Helfer hatten anschauliche Räume geschaffen, um die ungezählten Exponate aufzunehmen. Besonders ansprechend sind die alte Rauchküche, die Schlafkammer und das Wohnzimmer mit Uhrmacher-Werkstatt.

Für den Nachmittag wünschte Jutta Weiß einen schönen Aufenthalt. Gemeinderat Hans-Helmut Fahle wies auf die lobenden Worte des Rathaus-Chefs bei der Generalversammlung des HGV hin und freute sich, dass der Einsatz dem Gemeinwesen diene. „Man lebt mit den Vereinen – das ist wichtig“, und viele Außenstehende vermuten nicht, welche Schätze das Museum birgt. Fahle wünschte viele Besucher, Erfolg und volle Kassen.

Nach einem Umtrunk standen Gerold Ganter, Lothar Riesle, Manfred Danner und Siegfried Behler als Führer zur Verfügung. Im Zentrum des Interesses stand die Figurenuhr aus Nussbaum, die zwischen 1880 und 1900 entstand und im Stil des Historismus sein Äußeres zeigt. In der Manier der Zeit handelt es sich bei dem „Schwarzwälder Uhrenautomaten“ um ein Einzelstück, bekannt durch die „Knödelfresser“.

Er soll im näheren Umkreis entstanden sein. Hinweise, sprich Prägungen oder Signaturen, sind nicht vorhanden. Der Uhrenkasten ist traditionell in Kleinserie hergestellt, alles andere ist individuelle Ausstattung. Gekrönt wird die Uhr durch einen orientalisch anmutenden Landmann, eventuell eine „Spottfigur“ – auf jeden Fall ein besonderes Motiv. Die Arme sind beweglich. In der einen Hand ein Zepter, in der anderen ein Weinglas, macht die Figur den Eindruck eines fürstlichen Bacchus, der sich jede Stunde für 40 Sekunden in Bewegung setzt und den Mund zum Trunk öffnet. Das Sammlerstück stammt aus privater Hand und konnte kürzlich durch Gerold Ganter für den Verein an Land gezogen werden.

Öffnungszeiten

Bis September ist das Museum oberhalb der Kirche St. Katharina samstags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr zu besichtigen. Für Sonderführungen kann man sich anmelden unter den Telefonnummern 07723/93 06 11 oder 07723/74 98.