Mit der Sanierung der Mehrzweckhalle kam die Gemeinde Gütenbach nicht so schnell voran wie geplant. Das zeigt sich auch an der Jahresrechnung für 2017, die Bürgermeisterin Lisa Wolber dem Gemeinderat vorlegte. Von den 3,2 Millionen Euro im Vermögenshaushalt wurden nur rund 18 Prozent tatsächlich ausgegeben. Eine Punktlandung gab es im Verwaltungshaushalt, für den fast drei Millionen Euro vorgesehen waren. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den ­Vermögenshaushalt konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht werden. Die 239 000 Euro reichten für die Kredit-Tilgung aus.

2014 und 2015 musste die Kommune Geld vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt überweisen. Grund dafür waren vor allem die stark schwankenden Gewerbesteuereinnahmen. Im vergangenen Jahr machte die Gewerbesteuer neun Prozent der Einnahmen aus, auf die Grundsteuer entfielen fünf Prozent. 20 Prozent steuerte der Einkommensteueranteil bei, ebenso viel wie die Schlüsselzuweisungen. Aus Gebühren flossen elf Prozent in die Gemeindekasse. Löhne und Gehälter fielen um fast 160 000 Euro niedriger aus als veranschlagt.

Freilich waren Stellen zeitweise nicht besetzt, in diesem Jahr würden die Personalkosten wieder steigen, kündigte Bürgermeisterin Lisa Wolber an.

Im Vermögenshaushalt waren 2017 rund 2,5 Millionen Euro für die Sanierung der Mehrzweckhalle einkalkuliert. Ausgegeben wurden nur 200 000 Euro. Planerische Schwierigkeiten führten zu Verzögerungen beim Bau, sodass ein großer Teil des Geldes erst in diesem und im nächsten Jahr benötigt wird.

Auch bei der Wasserversorgung wurde weniger Geld ausgegeben als geplant, es wird aber in diesem Jahr für die Quellen Lehmannsgrund benötigt. Für die Breitbandversorgung waren zwar 100 000 Euro im Haushaltsplan 2017 vorgesehen, doch auch da kam man nicht so weit wie gewünscht, nur 8500 Euro wurden für Leerrohre am Teich ausgegeben.

Die Verschuldung Gütenbachs stieg 2017 von 417 000 auf 568 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung kletterte damit von 353 auf 494 Euro, damit liegt sie aber nach Auskunft der Bürgermeisterin immer noch bei der Hälfte der Pro-Kopf-Verschuldung im Kreisdurchschnitt.