„Wir sind eine kleine Gemeinde und müssen nach kompakten Lösungen suchen“, so leitete Bürgermeisterin Lisa Wolber die Diskussion über die weitere Entwicklung Gütenbachs ein.

Sie erläuterte dem Gemeinderat und zahlreichen Zuhörern in öffentlicher Sitzung, dass während der Hallensanierung an der weiteren Entwicklung der Gemeinde geplant werden soll, und dass für die Nutzung des King-Geländes zudem eine Bürgerbeteiligung vorgesehen sei.

Das Sanierungsprogramm eröffne Möglichkeiten für langfristige Lösungen. Wie das King-Gelände für Rathaus und Feuerwehrgerätehaus nutzbar wäre, hatte Gemeinderätin Rafaela Riesle an einem Modell anschaulich dargestellt. Es geht allerdings davon aus, dass das gesamte Fabrikgebäude abgerissen wird, auch der denkmalgeschützte Kopfbau. Dieser Gebäudeteil sei allerdings in schlechtem Zustand, wurde mehrfach betont.

Für den Festplatz als Feuerwehrstandort setzte sich Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Jürgen Schonhardt ein, fand aber dafür keine Mehrheit. Die Gütenbacher Bürger sollen in einem Interessenbekundungsverfahren nach ihrer Meinung gefragt werden, erst danach wird ein Raum- und Flächenprogramm erarbeitet. Einen Fragebogen-Entwurf hatte die Gemeindeverwaltung vorgelegt. Eine Dreiergruppe mit Bürgermeisterin Lisa Wolber, Gemeinderat Florian Kienzler und Marcel Pohl wird den Fragebogen ausarbeiten.

Die Kosten für einen kombinierten Neubau von Rathaus und Feuerwehrgerätehaus auf dem King-Gelände sind nach Auskunft von Lisa Wolber nur grob zu schätzen. Die Gemeinde Gütenbach müsste mit knapp 1,8 Millionen Euro Eigenanteil für beide Projekte rechnen. Die finanzielle Situation, Verschuldung und die Belastung durch Zins und Tilgung bis ins Jahr 2045 hatte Lisa Wolber aufgelistet. Die Schuldenbelastung wird in den nächsten Jahren angesichts vieler Investitionen steigen, obwohl durch das Sanierungsprogramm viele Zuschüsse nach Gütenbach fließen. Nicht nur die Hallensanierung belastet den Haushalt, auch der Breitbandausbau wird erhebliche Summen verschlingen.

Im laufenden Haushaltsjahr wird die Kommune durch Zins und Tilgung mit rund 65 000 Euro belastet, im nächsten Jahr werden es schon 138 000 Euro sein. Die Spitze wird der Vorausberechnung nach im Jahr 2022 mit 173 000 Euro erreicht.