Der Name VdK erinnerte lange Zeit an Krieg, Kriegsversehrte und Kriegerwitwen und viele sahen einst das Ende des Verbandes nahe. Jahrzehnte nach dem Krieg waren es immer weniger Mitglieder, die dem ursprünglichen Vereinszweck entsprachen, die Interessen von Körperbeschädigten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen aufgrund der beiden Weltkriege zu vertreten.

Ein Zeichen für Erinnerung und Mahnung

Was heute vom Namen noch übrig blieb, ist VdK mit dem Zusatz Sozialverband. Dieser ist nun eine wichtige Institution, die den Blick nach vorne gerichtet hat, ohne den Anlass für die Gründung aus den Augen zu verlieren. VdK steht für soziale Kompetenz, aber auch für Erinnerung und Mahnung.

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Dieser Tage blickt der VdK-Ortsverband Geisingen auf sein 75-jähriges Bestehen zurück. Bei einer Feier am Samstag, 12. November, im Gasthaus „Sternen“ in Kirchen-Hausen, ab 14 Uhr, begeht der VdK das Jubiläum im festlichen Rahmen.

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Seit 1994 hat sich der VdK zu einem modernen Sozialverband entwickelt, der sich als Interessenvertretung für ratsuchende Menschen versteht. Man will die Interessen der Mitglieder gegenüber Kassen und Versicherungen durchsetzen, engagiert sich aber auch bei der Kontaktpflege untereinander.

In Geisingen wurde am 29. November 1947, also fast vor genau 75 Jahren ein Ortsverband gegründet. Damals wurden die Körperbeschädigten, Invaliden und Hinterbliebenen ins Gasthaus „Fischer“ eingeladen. Der zuständige Kreisbeauftragte vom Landratsamt Donaueschingen war bei der Versammlung anwesend und erläuterte die Ziele des Verbandes.

Der Krieg war noch allgegenwärtig

Vorwiegend galt es zu jener Zeit, neben einer Pflege der Kameradschaft die Interessen derjenigen zu vertreten, die Angehörige durch den Zweiten Weltkrieg verloren hatten, deren Gesundheit bleibenden Schaden davontrug oder die wegen des Krieges ihre Heimat verlassen mussten.

Einst 19 Gründungsmitglieder

Die Gründung wurde vollzogen, nachdem 19 Anwesende dem Ortsverband beigetreten waren. Franz Schuler wurde Vorsitzender, Erich Bader Schriftführer, Friedrich Böhler Kassierer und Emil Rosshart aus Kirchen-Hausen Beisitzer. Im Mai 1948 genehmigte die französische Militärregierung den Verein.

Großes Einzugsgebiet auf der Baar

Der Ortsverein Geisingen hatte damals ein weit größeres Einzugsgebiet. Neben den heutigen Stadtteilen gehörten noch Ober- und Unterbaldingen, Öfingen und Neudingen dazu. Während die Ostbaargemeinden entweder selbstständige Ortsvereine gründeten oder dann später nach Bad Dürrheim umgegliedert wurden, waren aus Neudingen noch lange Mitglieder beim Geisinger Verein.

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Als die Mitgliederzahl sank, stand auch der VdK Geisingen vor die Frage, ob man den Ortsverband auflösen oder den Blick nach vorn richten und neue Mitglieder werben sollte. Viele Ortsverbände entschieden sich für das Fortsetzen der Arbeit. Zudem hat die VdK-Dachorganisation Kooperationsvereinbarungen mit anderen Selbsthilfeeinrichtungen abgeschlossen, deren Interessen man ebenfalls vertritt.

Heute steigt die Mitgliederzahl wieder

Der Geisinger VdK hat heute 169 Mitglieder. Vor 30 Jahren waren es noch 63 mit Tendenz nach unten. Heute steigt die Mitgliederzahl wieder. Seit zwei Jahren ist Marianne Elsäßer Vorsitzende und organisiert nach der Coronapause wieder Veranstaltungen. Sie ist die Tochter von Emil Roßhart, der bei der Gründung Beisitzer und später einige Jahre zweiter Vorsitzender wurde.

40 Jahre lang im Vorstand

Der Ortsverband hatte in den 75 Jahren zwölf Vorsitzende. Josef Weick war derjenige mit den meisten Dienstjahren im Vorstand. Er war von 1985 bis 1993 acht Jahre Vorsitzender und von 1961 bis 1993 32 Jahre Schriftführer.