Geisingen – Es ist Ostermontagmorgen, pandemiebedingt darf man nicht weg, also genug Zeit zum Ausschlafen. Zeit für einen gemütlichen Morgen ohne Hektik. Doch dann, kurz nach acht Uhr, klingelt es an der Tür. Besuch wird keiner erwartet, ein Paket auch nicht, ist ja Feiertag. Wer steht draußen? Ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, der manchem noch schlaftrunkenen Anwohner in der Karl-Wacker-Straße in Geisingen mitteilen muss, dass er voraussichtlich für die nächsten drei Stunden kein Wasser hat. Der Grund ist ein Rohrbruch an der Ecke Karl-Wacker-Straße/Am Kalkofen.

Inzwischen rücken drei Bauhofmitarbeiter mit ihrem Chef, Bauhofleiter Simon Glunk, mit Bagger, Lastwagen sowie dem Wasserersatzteilanhänger an. Die Straße wird aufgeflext, der Bagger beginnt Löffel für Löffel Erde auszuheben. Bevor das Wasser abgestellt wird, schnell noch einige Eimer mit dem wertvollen Nass füllen, zum Duschen reicht es nicht mehr, aber doch wenigstens noch zum Kaffee oder Tee kochen, für eine kurze Morgentoilette, etwas Wasser für eine WC-Spülung und dann noch etwas als Reserve für das Mittagessen.

Zwei Leitungen kommen für den Defekt infrage

Dann ist der Haupthahn abgestellt. An der Leckstelle wird vorsichtig gebaggert. Zuerst taucht eine Gasleitung auf. Dort verlaufen zwei Wasserleitungen, eine ist die Zuleitung für die Karl-Wacker-Straße, die andere die Ringleitung zur Banatstraße. Welche defekt ist, wird erst festgestellt, als beide Leitungen freiliegen.

Dann die Entwarnung: Aus der ursprünglich angekündigten dreistündigen wasserlosen Zeit wird nur eine Stunde. Es ist die Ringleitung zur Banatstraße, die abgedreht wird. Die Karl-Wacker-Straße hat wieder Wasser, die Banatstraße ebenfalls. Die vier Bauhofmitarbeiter können nach Hause zu ihren Familien.

Endgültig fertig gemacht wird die Reparatur erst am Montag, weil für die alte Leitung noch ein Teil bestellt werden musste. „Die Leitung war total durchlöchert“, betont Simon Glunk, mehrere Stellen seien leck gewesen, sodass ein Stück Rohr auf drei Meter Länge ausgetauscht werden musste.