„Wie viele und welche Gebäude sind für die pastorale Arbeit in Zukunft erforderlich?“ Diese Frage stellte Winfried Ebner von der katholischen Verrechnungsstelle Stühlingen bei der Sitzung des Gesamtpfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Kirchtal-Donau Geisingen. 21 Gebäude besitzt die Seelsorgeeinheit, davon sind aber nur zehn für den pastoralen Auftrag erforderlich. Nach der Umstellung des Haushalts der Kirchengemeinden auf die in der Wirtschaft übliche Buchführungsmethode Doppik müssen Rücklagen für Investitionen gebildet werden. Und diese Rücklagen schnüren den finanziellen Spielraum ein.

Also wird auch in der Region Geisingen die Frage diskutiert, welche der sogenannten nicht sakralen Gebäude erforderlich seien und von welchen kann man sich trennen könne oder gar müsse. Darüber soll nun ein gemeinsames Gremium beraten, bestehend aus Stiftungs- und Pfarrgemeinderäten, um dann dem Gesamtgremium, eventuell auch den Gemeindemitgliedern, in einer öffentlichen Veranstaltung Vorschläge zu unterbreiten.

Sitzungen könnten in der Kirche stattfinden

Die erforderlichen zu bildenden Rücklagen bezifferte Winfried Ebner auf jährlich 310.000 Euro, deshalb sei ein Gebäudekonzept dringend notwendig. Da müsse man sich auch überlegen, ob man ein Pfarrhaus verkauft und für eventuelle Sitzungen in der jeweiligen Kirche einen Raum einrichtet, der bei entsprechenden Gottesdiensten wieder zum Kirchenraum hin geöffnet werden kann. Oder ein kleineres Gebäude auf den meist noch vorhandenen Flächen errichtet. Dies sei aber nicht so einfach, da die Grundstücksverhältnisse manchmal sehr kompliziert seien. Verschiedene Fonds und Stiftungen oder die Pfarrei selbst sind Eigentümer.

Verhandlungen über Finanzierung von Kindergärten

Bei der Zusammenkunft wurde auch der Haushaltsplan für das nächste Jahr beraten. Die Pfarrgemeinde hat einen relativ großen Haushalt, nicht zuletzt wegen der drei kirchlichen Kindergärten Aulfingen, Kirchen-Hausen und Leipferdingen. Die Kirche zahle hier drauf, so Ebner, mit der politischen Gemeinde gebe es einen Vertrag über den Abmangel, also das Defizit. Die Kommune übernehme demnach 87,5 Prozent des Defizits. Ziel sei es aber, in Verhandlungen diesen Anteil auf 91 Prozent zu erhöhen. Kinderbetreuung sei eigentlich keine kirchliche, sondern eine kommunale Aufgabe. Und neben dem Defizit übernehme die Kirche, also die Verrechnungsstelle, ja auch noch die Verwaltung, führte Winfried Ebner weiter aus.

Allein eine neue Orgel soll 250.000 Euro kosten

Im nächsten Jahr sind Investitionen von 424.000 Euro geplant, der Löwenanteil davon ist für Kirchen-Hausen vorgesehen. Einmal für eine neue Orgel, die auf 250.000 Euro berechnet wurde. Die Kirchen-Hausener haben sich aber das ehrgeizige Ziel von über 100.000 Euro an Spenden gesetzt. Dann sind Investitionen im Bereich des Pfarrhauses sowie des Pfarrsaals geplant, kleinere Beträge sind eingestellt für die Pfarrhäuser in Leipferdingen, Geisingen oder die Restfinanzierung der Kirchensanierung in Gutmadingen, außerdem Aufwendungen für die Kirchen in Hintschingen.

Ein Haushaltsplan muss von der Erzdiözese genehmigt werden, kompliziert ist für den Laien die Einnahmesituation der jeweiligen Pfarrgemeinden. Da gibt es einmal die Kirchensteuerzuwendung, dann den Ausgleichsstock und Schlüsselzuweisungen sowie weitere Zuschüsse. In den nächsten Monaten wird sich das kleine Gremium intensiv mit der Gebäudekonzeption befassen, hier sind auch Gespräche mit der politischen Gemeinde erforderlich.

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