Oft machten sie einen tristen Eindruck: Wildkräuter, manche sagen auch Unkraut dazu, wuchsen ungehindert in den Baumscheiben in der Ortsdurchfahrt Kirchen-Hausen. Ein Anblick, der vielen nicht gefiel, und das über Jahre hinweg. Patenschaften für Baumscheiben, damit diese privat gepflegt werden können, wurden über Jahre hinweg von der Geisinger Stadtverwaltung nicht für notwendig erachtet. Der Bauhof pflege die Baumscheiben, lautete immer die Antwort.

Aber die Bauhofmitarbeiter können ja nicht überall sein. Rasen mähen auf den vielen Grünflächen und Sportplätzen gehört genauso zu ihren Aufgaben wie Wasserrohrbrüche beheben und Mülleimer leeren. Manchmal wurde dann gemäht und so manche gepflanzte Blume gleich mit abgeschnitten, sehr zum Ärger der Anwohner.

Idee fällt auf fruchtbaren Boden

Bei Bürgermeister Martin Numberger fiel die Idee von Patenschaften aus Kirchen-Hausen auf fruchtbaren Boden. Die eine oder andere Baumscheibe wurde bereits seit einigen Jahren durch Anlieger bepflanzt und gepflegt, aber eben nur die eine oder andere. Da kam in diesem Jahr die Idee auf, für alle 16 Bauscheiben und Verkehrsinseln oder Beete Paten zu finden.

Silvia Münzer, Tanja Stihl und Carola Haug sowie Uwe Kraft forcierten die Idee und die Damen machten sich auf den Weg, um Paten zu finden. Und sie fanden genügend Paten. Der Bauhof der Stadt hat dann die alte Bepflanzung entfernt und Erde gebracht, die drei Damen setzten dann die Pflanzen.

Dann wurden im Spätherbst noch Blumenzwiebeln in den Boden gesteckt, damit Tulpen und Narzissen als Frühjahrsblüher und -boten wachsen können und für die ersten Farbkleckse sorgen.

Bunte Vielfalt statt verdorrter Strohblumen

Die anderen Pflanzen sind winterhart und mehrjährig, hier müssen die Paten nur noch für eine unkrautfreie Blühzeit und für genügend Feuchtigkeit im Sommer sorgen, wenn es zu wenig regnet. Man will ja keine vertrockneten Strohblumen in der Ortsdurchfahrt, sondern eine Vielfalt an Farben und Größen der Blumen. In Frankreich gibt es übrigens den Begriff „ville fleurie“ für besonders schön blühende Orte. Schilder an den Ortseingängen weisen mit unterschiedlich vielen Blütensymbolen auf die Qualität der Bepflanzung hin, ähnlich der Sterne in der Gastronomie.

Die Bäume in der Ortsdurchfahrt von Kirchen-Hausen wurden 1988 im Zuge des Umbaus der Aitrachtalstraße nach dem Bau der Umgehungsstraße ein Jahr zuvor gesetzt und erhielten eine Baumscheibe.